Allgemeine Nutzungsbedingungen

Allgemeine Nutzungsbedingungen der Internet-Seite „www.bondinvest.eu“

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Wissenswert.

Aktuelle Meldungen

15/08/18
Fidelity: Langfristig ist Vorsicht bei Hochzinsanleihen geboten

Andrea Iannelli, Investment Director bei Fidelity International, erläutert, warum bei Hochzinsanleihen trotz starker Erholung im Juli auf lange Sicht nach wie vor zur Vorsicht angebracht ist.

„Im Juli haben sich die High-Yield-Märkte kräftig erholt, beflügelt durch die wieder reichlicher fließenden Anlegergelder und das geringe Angebot. Aber auf längere Sicht sind wir bei Hochzinsanleihen wegen der hohen spätzyklischen Bewertungen eher vorsichtig. Zumal die G4-Zentralbanken ihre Bilanzen ab der Jahreswende schrumpfen werden, was stark fremdfinanzierte Unternehmen empfindlich treffen dürfte.

Zwar haben sich die Fundamentaldaten von Hochzinsemittenten in den letzten Quartalen dank steigender Gewinne verbessert. Aber die Fortsetzung dieses Trends ist in erheblichem Maße von der Konjunkturentwicklung abhängig. Anleger sollten deshalb in dieser spätzyklischen Phase Verschuldungs- und Bewertungskennzahlen besonders im Auge behalten. Bei einer Ausfallrate von weltweit 2,9 Prozent bei spekulativen Anleihen in den letzten zwölf Monaten und einem Spread von 370 Basispunkten zu Staatsanleihen ist eine langfristig adäquate Entlohnung nicht gegeben.

Für den Euroraum wurden die Wachstumserwartungen für 2018 und 2019 wegen der Unsicherheit beim Brexit und bei Italien zurückgeschraubt. Das verdüstert den Gewinnausblick und wird sich vermutlich in einer tendenziellen Verschlechterung der Ratings niederschlagen.

An den amerikanischen High-Yield-Märkten unterstreicht das deutlich bessere Abschneiden von Anleihen mit CCC-Rating, dass sich in den Bewegungen an den Kreditmärkten eher Zins- und technische Trends als fundamentale Risiken spiegeln: Seit Jahresbeginn haben CCC-Papiere 5,6 Prozent zugelegt, Titel aus der BB-Kategorie dagegen 0,5 Prozent verloren. Unternehmensanleihen mit hohem Marktrisiko werden stark vom Konjunktur- und Ertragszyklus beeinflusst. Unternehmen mit stark gehebelter Kapitalstruktur sind derweil in hohem Maße den sich verschärfenden Liquiditätsbedingungen ausgesetzt. Dies gilt vor allem für die USA, wo die Notenbank Fed derzeit die Zinsschraube anzieht und in diesem Jahr ihre Bilanznormalisierung beschleunigt hat.

Bei Spreads von 352 Basispunkten und einer Ausfallrate in den USA von 3,4 Prozent in den letzten zwölf Monaten werden Anleger nach unserem Dafürhalten noch nicht einmal für die mit einem stabilen Ausfallumfeld einhergehenden Risiken angemessen entschädigt – von einer Rezession ganz zu schweigen. Das gilt insbesondere für die Branchen Medien, Einzelhandel und Konsumgüter. Hierbei handelt es sich jedoch um spätzyklische Probleme. Insgesamt sind wir bei unserer Titelauswahl zwar vorsichtig, haben bei Hochzinspapieren aus den USA aber wieder eine neutrale taktische Positionierung eingenommen. Damit verschiebt sich unsere Präferenz weg von Europa. Denn für den US-Markt sprechen neben der besseren Liquidität und Diversifizierung auch der weiterhin günstige Wachstumstrend der heimischen Wirtschaft.

Asien als langfristiger Trend?
Auch in Asien haben sich Hochzinsanleihen stark erholt. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass es sich dabei nur um ein kurzes technisches Aufbäumen vor einem massiven Einbruch handelt und mit stärker mit dem Versiegen der lokalen Nachfrage zu tun hatte. Es spiegelt unserer Meinung kein besseres technisches Umfeld wider – auch wenn die Spreads sich drastisch von ihren weitesten Niveaus im Juli bei 693 Basispunkten auf derzeit 579 Basispunkte verengt haben.

Inzwischen sind die Bewertungen wieder besser, wie Renditen von 8,5 Prozent bei den zusammengefassten Indizes zeigen. Und da zudem die lokalen Käufer langsam an den Markt zurückkehren, sind wir wieder zu einer neutralen Positionierung übergegangen. Eine Rückkehr zu den engen Spreads vom Anfang des Jahres halten wir jedoch für unwahrscheinlich und konzentrieren uns daher auf Carry-Chancen.“

http://www.fixed-income.org/
(Foto: Andrea Iannelli © Fidelity International)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

15/08/18
Vontobel: Die Emerging Markets werden die Türkei-Krise überstehen

Schwellenländerwährungen, -anleihen und -aktien weisen in diesem Jahr bisher eine negative Wertentwicklung auf. Türkische Vermögenswerte haben dabei noch stärker gelitten, da die türkische Lira seit Jahresbeginn 45 Prozent an Wert verloren hat. Der Ausverkauf Ende letzter Woche war teilweise auf die Angst der Investoren vor Ansteckungsrisiken zurückzuführen, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) in einem Bericht die hohe Positionierung europäischer und vor allem spanischer Banken in der Türkei hervorgehoben hatte. Allerdings halten wir die Ängste für übertrieben, da diese Banken unseres Erachtens keine Kapitalisierungsprobleme haben.

Die Türkei ist ein Sonderfall
Wenn die globale Liquidität sinkt oder sich verteuert, was aktuell der Fall ist, sind Schwellenländer sehr anfällig wenn ihre kurzfristige Auslandsverschuldung und ihr Leistungsbilanzdefizit sehr hoch sind. Die Türkei ist ein Beispiel dafür. Der anhaltende Einbruch der Lira spiegelt den negativen Trend der Indikatoren des Landes wider, einschließlich eines Leistungsbilanzdefizits von 6,7 Prozent des BIP. Andere länderspezifische Faktoren haben zum Preisverfall der Vermögenswerte beigetragen. Die hohe Inflation (derzeit 15,9 Prozent im Jahresvergleich) war in der Türkei immer ein Thema. Da die Inflation eine Schlüsselvariable bei der Bestimmung der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes ist, müssen Hochinflationsländer ihre Währung abwerten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Da die neue (alte) Regierung offenbar bereit ist, die Unabhängigkeit der türkischen Zentralbank zu untergraben, sind die Aussichten auf eine Stabilisierung der Inflation und der Währung getrübt.

Darüber hinaus ist die Türkei hinsichtlich ihrer Devisenreserven nicht besonders gut aufgestellt. Das könnte die Fähigkeit, die Währung durch Interventionen an den Devisenmärkten zu stützen, beeinträchtigen. 

Ein Verhältnis von Fremdwährungsreserven zu kurzfristigen Schulden von unter 1 ist besonders beunruhigend (siehe rechte Spalte in der Tabelle). Die Behörden können daher auf Kapitalverkehrskontrollen zurückgreifen. Bei korrekter Umsetzung sind diese eine effektive Maßnahme zur Begrenzung der Währungsabwertung. Gleichzeitig schränken sie jedoch die Attraktivität der Türkei für Fremdkapital ein, was das Risiko einer Rezession erhöht. 

Ohne Reformen, welche die Inflation in der Türkei wieder auf ein vernünftiges Maß reduzieren, dürfte die Währung damit auch weiterhin auf dem Weg nach unten bleiben.

Gibt es ein Ansteckungsrisiko?
Wir glauben, dass die Gefahr, dass die Türkeikrise auf andere Schwellenländer übergreift, begrenzt ist. Das Land treibt nur wenig Handel mit anderen großen Schwellenländern. Gleichzeitig hat sich das fundamentale Bild in den Schwellenmärkten verbessert. In vielen Ländern sind die Leistungsbilanzdefizite zurückgegangen, die Währungsreserven sind gestiegen und das Wirtschaftswachstum hat sich stabilisiert. Darüber hinaus sind die Bewertungen aller Anlageklassen (Anleihen, Aktien und Währungen) fair oder sogar günstig. Natürlich bleiben Schwächen. So hat etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) Bedenken hinsichtlich der Verschuldung von Unternehmen in energiebezogenen Sektoren und generell in China geäußert.

Die größte Gefahr, die wir derzeit sehen, ist die Möglichkeit, dass europäische Banken mit Blick auf die Türkei nervös werden und sich aus anderen Schwellenländern zurückziehen. Dieses Szenario ist allerdings noch in weiter Ferne, da die Banken mit einem nennenswerten Türkei-Engagement über eine gute Kapitalausstattung verfügen.

Externe Faktoren belasten noch immer die Märkte
Wir teilen die Ansicht des IWF, dass der Schuldenstand in den meisten Ländern überschaubar ist. Die Kombination aus hohen Verschuldungsquoten oder Verschuldungsgraden und sich verschlechternden externen Finanzierungsbedingungen erschwert es den Schwellenmärkten jedoch, eine Outperformance zu erzielen insbesondere wenn das Binnenwachstum schwach ist. Das scheint in einigen Schwellenländern der Fall zu sein, da die Einkaufsmanagerindizes im Juli noch keine bevorstehende Beschleunigung des Wachstums anzeigen.

Damit bestimmen weiterhin vor allem externe Faktoren über die künftige Wertentwicklung der Anlageklasse Emerging Markets. Wie in vielen Schwächephasen der Emerging Markets spielt die globale Geldpolitik eine Schlüsselrolle. Heute strafft die US-Notenbank die Geldpolitik durch Bilanzkürzungen und Leitzinsanhebungen. Jedes Anzeichen, dass die Fed diesen Zyklus stoppen könnte, wäre willkommen und würde für Kaufgelegenheiten sorgen. Wir gehen davon aus, dass die Fed ihren Leitzins bis Ende 2019 auf 3,25 Prozent anheben wird. Der Markt preist derzeit nur 2,80-2,90 Prozent ein: Wir sind also noch nicht da, kommen aber näher.

Mögliche Auswirkungen auf die Märkte
Die Gefahr einer Ansteckung über den Bankenkanal der Eurozone scheint uns derzeit übertrieben. Im Kontext mit einer weiteren Verschärfung des Handelskonfliktes zwischen China und den USA, der bevorstehenden Haushaltsdebatte in Italien und der Umsetzung der Sanktionen der USA gegen den Iran, sorgt die Türkei-Krise jedoch für weitere Unsicherheiten in Bezug auf die Wachstums- und Inflationsaussichten. 

Die Turbulenzen in der Türkei verstärken den Abwärtsdruck auf die Vermögenswerte der Schwellenländer (sowohl auf Aktien als auch auf Schuldtitel), die seit ihrem Höhepunkt im ersten Quartal bereits stark verkauft wurden. Die Bewertungen sind jetzt wieder attraktiv und jede Abkühlung des Konfliktes zwischen China und den USA würde zu Kaufgelegenheiten führen, wenn die übrigen Parameter unverändert bleiben.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Christophe Bernard © Vontobel Asset Management)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

14/08/18
Aberdeen Standard Kommentar: Türkeikrise und die Schwellenländer

Viktor Szabo, Senior Investment Manager bei Aberdeen Standard Investments, kommentiert den Fortgang und die Ursachen der Türkeikrise und wirft einen Blick auf die Bedeutung für die übrigen Schwellenländer:

„Die türkische Zentralbank hat gestern einige Maßnahmen angekündigt, um die Währung zu stützen. Aber das wird in der jetzigen Situation nicht ausreichen. Die einzige realistische Möglichkeit besteht darin, die Zinssätze stark anzuheben. Je länger man darauf verzichtet, desto stärker müssen die Zinsschritte ausfallen.

So mancher befürchtet, dass die Probleme der Türkei auf andere Länder übergreifen werden. Die meisten Bedenken bestehen bezüglich jener Schwellenländer, die ähnlich hohe Leistungsbilanzdefizite aufweisen und auf ausländisches Kapital angewiesen sind – neben der Türkei vor allem Argentinien. Andere hingegen haben kleinere Defizite. Die Besorgnis über das Leistungsbilanzdefizit der Türkei und die Abhängigkeit von ausländischem Kapital ist durchaus begründet, die Probleme gehen aber weit darüber hinaus.

Diese Krise hat sich seit Jahren kontinuierlich rund um einen Cocktail von Problemen aufgebaut, die so nur in der Türkei anzutreffen sind: Das Land ist zunehmend autokratisch geworden. Man hat zugelassen, dass sich die Wirtschaft überhitzt und nicht jene Strukturreformen durchlaufen hat, die notwendig gewesen wären. Und Institutionen wie die Zentralbank wurden ständig und konsequent untergraben. Diese Probleme haben sich wie Wasser hinter einem Damm aufgestaut. Als die diplomatischen Beziehungen mit den USA wegen eines Gefangenenaustausches zerbrachen, stürzte dieser Damm ein. In keinem anderen Land hat sich eine solche Fülle von Problemen so lange angestaut.

Einige Schwellenländer-Währungen haben jüngst einen Ausverkauf erfahren. Aber die Verluste der letzten 24 Stunden wurden inzwischen weitgehend wieder wettgemacht. Bei anderen Währungen der Emerging Markets gab es in den in den letzten Wochen ebenfalls Abwertungen, aber diese haben mehr mit individuellen Problemen der einzelnen Länder zu tun. Der Rubel, zum Beispiel, erfährt Rückgänge gegenüber dem Dollar aufgrund neuer US-Sanktionen und des starken Dollars. Aber die Behörden in Russland haben sich in den letzten Jahren äußerst proaktiv gezeigt, wenn es darum ging, eine umsichtige Fiskal- und Geldpolitik zu betreiben, damit Investoren sicher sein können, dass man die Situation unter Kontrolle hat".

https://www.fixed-income.org/
(Logo: Aberdeen Standard)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

14/08/18
AstraZeneca emittiert USD Benchmark-Anleihe mit Laufzeiten von 5, 10 und 30 Jahren

Der Pharmakonzern AstraZeneca emittiert eine USD Benchmark-Anleihe mit Laufzeiten von 5 Jahren, 10 Jahren und 30 Jahren. Erwartet wird ein Spread von 95 bis 100 bp bei der 5-jährigen Tranche, ein Spread von 125 bis 130 bp für die 10-jährige Tranche und ein Spread von 150 bis 155 bp für die 30-jährige Tranche. Die Anleihen haben eine Stückelung von 1.000 USD bei einer Mindestorder von 2.000 USD. AstraZeneca wird mit A3 (negativ, Moody´s), BBB+ (stabil, S&P) und A- (negativ, Fitch) gerated. Die Transaktion wird von J.P. Morgan, Citi, Deutsche Bank und Goldman Sachs begleitet.

Eckdaten der neuen
AstraZeneca-Anleihe:
Emittent:
  AstraZeneca plc
Ratings:  A3 (negativ, Moody´s), BBB+ (stabil, S&P) und A- (negativ, Fitch)
Emissionsvolumen:  jeweils Benchmark
Währung:  USD
Laufzeiten:  17.08.2023 (Kupon fix oder Floater), 27.01.2029, 17.08.2048
Settlement:  17.08.2018
Kupons:  noch nicht bekannt
Inititial Price Talk:  5 Jahre: +95 bis 100 bp, 10 Jahre: +125 bis 130 bp, 30 Jahre: +150 bis 155 bp
Stückelung:  1.000 USD, Mindestorder 2.000 USD
Bookrunner:  .P. Morgan, Citi, Deutsche Bank und Goldman Sachs

https://www.fixed-income.org/
(Logo: © AstraZeneca)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

14/08/18
Brenner Basistunnel: Baulos H51 Pfons-Brenner

Formaler Abschluss der Auftragserteilung. Das Auftragsschreiben über das Bauvorhaben wurde am Freitag, den 10. August 2018 von den Vertretern des PORR Konsortiums, bestehend aus der PORR, ihrer im vergangenen Jahr erworbenen Tochter Hinteregger und Joint Venture Partnern aus Italien sowie dem Vorstand der Brenner Basistunnel Gesellschaft unterzeichnet. Der Zuschlag an die PORR für das größte Baulos in Österreichs Geschichte wurde zuletzt im Juli vom Bundesverwaltungsgericht erneut bestätigt. Die Bauarbeiten des Brenner Basistunnels in Wolf/Steinach starten in Kürze. Die Bauzeit beträgt rd. 6 Jahre, das Auftragsvolumen rd. 1 Mrd. Euro.

„Wir sind sehr stolz darauf, den Zuschlag für das bislang größte Tunnelprojekt Österreichs erhalten zu haben. Das rund 18 km lange Baulos ‚Pfons-Brenner‘ stellt aufgrund der komplexen geologischen Gegebenheiten und den beschränkten Platzverhältnissen eine anspruchsvolle Herausforderung dar“, so PORR CEO Karl-Heinz Strauss. „Ein Bauvorhaben mit einem Volumen von rund 1 Milliarde schafft man nur mit der entsprechenden Kompetenz, ganz in der Philosophie der PORR.“

Der Bauabschnitt H51 umfasst die Errichtung von zwei Haupttunnelröhren zwischen Pfons und Brenner, rund neun Kilometer Erkundungsstollen und die Nothalte- und Überleitstelle bei St. Jodok. Die beiden eingleisigen Haupttunnelröhren werden vorrangig mit Tunnelbohrmaschinen mit einem Ausbruchdurchmesser von 10,37 m aufgefahren. So lässt sich eine Strecke von bis zu 30 m pro Tag und Tunnelbohrmaschine vortreiben. Der Ausbruch des geplanten Erkundungsstollens erfolgt durch Sprengvortrieb mit Spritzbetonsicherung. Die komplette Versorgung findet über einen einzigen Zugangsstollen statt.

Die PORR verfügt über Erfahrung von mehr als 600 km Tunnelvortrieb und hat bereits für den Brenner Basistunnel einen Erkundungs- und Zugangstunnel gebaut.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: CEO Karl-Heinz Strauss © PORR)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

14/08/18
DJE-Marktkommentar: Flache US-Zinsstrukturkurve: Konjunkturlage spricht für Unternehmensanleihen mit kürzeren Laufzeiten

Die Zinsstrukturkurve in den USA verflacht. Der Zinsunterschied zwischen kurz- und langlaufenden US-Staatsanleihen ist kleiner geworden. Es droht eine inverse Zinsstrukturkurve. Doch die US-Wirtschaft wächst solide und die Steuerreform stärkt die Bilanzen der Unternehmen. Ist die flache Zinsstrukturkurve, wie in der Vergangenheit, nun Vorbote einer Rezession und welche Anlageoptionen gehen mit der aktuellen Entwicklung einher?

Umkehr der Normalität
In den USA zeichnet sich in jüngster Vergangenheit eine immer flacher werdende Zinsstrukturkurve ab. Derzeit beträgt der Zinsunterschied zwischen 2-jährigen und 10-jährigen US-Staatsanleihen nur noch 27 Basispunkte. US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren liegen bei 2,59 Prozent, die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen bei 2,86 Prozent. Die Entwicklung zu einer inversen Zinsstrukturkurve deutet sich an. In diesem Fall läge die Rendite für Wertpapiere mit kurzen über der von Wertpapieren mit längeren Laufzeiten. Bei einer gesunden Zinskurve ist die Rendite von Anleihen mit kurzer niedriger als die von Anleihen mit langer Laufzeit, denn das Risiko im Verhältnis zur Zeit ist geringer, und Anleger kurzlaufender Anleihen dürften einen höheren Liquiditätsbedarf haben.

Entwicklung wirkt inverser Zinsstrukturkurve entgegen In der Vergangenheit war eine abflachende Zinsstrukturkurve meist ein Anzeichen für eine bevorstehende Rezession. Aber nicht jedem wirtschaftlichen Einbruch ging dieses Phänomen voraus, und es muss auch nicht zwingend zu einem inversen Verlauf kommen. Die derzeitige Wirtschaftslage in den USA ist nicht schlecht. Die Inflation steigt langsam weiter an. Niedrige Arbeitslosigkeit, gutes Wirtschaftswachstum, ein staatliches Konjunkturprogramm sowie Steuererleichterungen sind Indikatoren, die dafür sprechen, dass es zunächst noch so weiter läuft. Unsere Erwartung ist deshalb, dass die Renditen für kurz- und längerfristige Anleihen in den nächsten Monaten parallel steigen. Wir rechnen noch nicht mit einer inversen Zinsstrukturkurve.

Unterschiedliche Konjunkturerwartungen bei Anleiheinvestoren Auch wenn der derzeitige Zinsunterschied zwischen 2-jährigen und 10-jährigen US-Staatsanleihen gering ist, sind die Erwartungen der Anleger, die Anleihen bis zur Endfälligkeit im Portfolio halten, divergent. Anleger, die in 2-jährige US-Staatsanleihen investieren, gehen von einer positiven Konjunkturentwicklung mit leicht steigenden Zinsen aus und legen das Geld nach der Endfälligkeit zu höheren Zinsen wieder an. Bei einem Engagement in 10-jährige US-Staatsanleihen glaubt man eher an eine negative Konjunkturentwicklung mit sinkenden Zinsen. Deswegen sichern sich Anleger hohe Zinskupons und schieben das Wiederanlagerisiko in die Zukunft.

Unser Fazit
Unserer Meinung nach ist die US-Konjunktur so gut und die Inflation so hoch, dass die FED den Leitzins weiter erhöhen wird. Dies würde den US-Dollar weiter stärken. Darüber hinaus spricht die Konjunkturlage für den Erwerb von Unternehmensanleihen mit kürzeren Laufzeiten, da die Ausfallrisiken gering erscheinen. In den DJE-Rentenfonds haben wir uns entsprechend positioniert und setzen überwiegend auf Unternehmensanleihen guter Bonität.

Erfahrungsgemäß kommt es bei einem Zinsanstieg auch immer zu kurzfristigen Gegenbewegungen, also zu steigenden Kursen für Anleihen mit langen Laufzeiten. Trifft diese Erwartung zu, werden wir dies durch den kurzfristigen Kauf von Zins-Futures auf US-Staatsanleihen und deutsche Bundesanleihen ausnutzen.

Über die Dr. Jens Ehrhardt Gruppe
Die DJE Kapital AG ist seit über 40 Jahren als unabhängige Vermögensverwaltung am Kapitalmarkt aktiv. Das Unternehmen aus Pullach bei München verwaltet mit ca. 100 Mitarbeitern (davon rund 20 Fondsmanager und Analysten) aktuell über 12 Milliarden Euro (Stand: 31.07.2018) in den Bereichen individuelle Vermögensverwaltung, institutionelles Asset Management sowie Publikumsfonds. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Jens Ehrhardt, sein Stellvertreter Dr. Jan Ehrhardt. Kern des Anlageprozesses und aller Investmententscheidungen ist die FMM-Methode (fundamental, monetär, markttechnisch), welche auf dem hauseigenen, unabhängigen Research basiert. Der Anspruch der DJE Kapital AG ist, ihren Kunden weitsichtige Kapitalmarktexpertise in allen Marktphasen zu bieten.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Michael Schorpp
© DJE Kapital AG)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

14/08/18
Donner & Reuschel: Mumm kompakt – Anleger verlassen türkischen Kapitalmarkt

Die Türkei in einer massiven Vertrauenskrise – das ist das Ergebnis der türkischen Wirtschaftspolitik der letzten Jahre. Spätestens die aufkommenden Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank haben internationale Anleger vorsichtig werden lassen. US-Präsident Trump hat mit seinen Zöllen auf Aluminium und Stahl nur den letzten Anstoß für die akute Kapitalflucht gegeben. Jetzt wollen alle sofort raus aus türkischen Kapitalanlagen – eine klassische Währungskrise mit schon jetzt katastrophalen Folgen für die türkische Wirtschaft und die Bevölkerung. Doch auch nicht in der Türkei investierte Anleger erfasst die Negativspirale über Ansteckungseffekte auf andere Schwellenländer und europäische Banken. Sichere Häfen wie der Schweizer Franken, der US-Dollar und Bundesanleihen sind gefragt. Die Verunsicherung dürfte zumindest kurzfristig noch steigen. Eine vorsichtigere Positionierung im Sommerloch bleibt sinnvoll.

http://www.fixed-income.org/   
(Foto: Carsten Mumm © Donner & Reuschel)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

13/08/18
McDonald’s emittiert USD Benchmark-Anleihe mit Laufzeiten von 5, 10 und 30 Jahren

Die McDonald’s Corporation emittiert eine USD Benchmark-Anleihe mit Tranchen von 5 Jahren, 10 Jahren und 30 Jahren. Die Anleihen haben eine Stückelung von 1.000 Euro. Erwartet wird ein Spread von 80 bis 85 bp bei 5-jährigen Tranche, ein Spread von 110 bis 115 bp bei der 10-jährigen Tranche und ein Spread von 160 bis 165 bp bei der 30-järigen Tranche. Begleitet wird die Transaktion von J.P. Morgan, Barclays, Goldman Sachs und Mizuho.

Eckdaten der neuen McDonald’s-Anleihe:
Emittent:
  McDonald’s Corporation
Corporate Rating:  Baa1 (stabil, Moody´s), BBB+ (stabil, S&P)
Emissionsvolumen:  jeweils Benchmark
Währung:  USD
Laufzeiten:  01.04.2023 (Aufstockung 3,35%), 01.04.2028 (Aufstockung 3,80%), 01.09.2048
Settlement:  15.08.2018
Kupons:  noch nicht bekannt
Guidance:  5 Jahre: +80 bis 85 bp, 10 Jahre: +110 bis 115 bp, 30 Jahre: +160 bis 165 bp
Stückelung:  1.000 USD
Bookrunner:  J.P. Morgan, Barclays, Goldman Sachs und Mizuho

http://www.fixed-income.org/
(Foto:
Big Mac © McDonald’s)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

13/08/18
Barings Leitgedanken: Handelskrieg und Handelsfrieden

Der enge Fokus auf das Defizit im Warenhandel scheint für Dr. Christopher Smart, Head of Global Macroeconomic and Geopolitical Research bei Barings, angesichts der Tatsache, dass die Dienstleistungsexporte der USA nach Europa im Überschuss liegen, verfehlt. Zudem merkt er an, dass Handelsströme zwar einen wichtigen Faktor darstellen, jedoch von den Investitionsströmen in beide Richtungen in den Schatten gestellt werden. Diese Ströme spiegelten wider, welches Vertrauen Investoren langfristig in die Wirtschaft und die Politik eines Landes hätten.

Trotz all des Wachstums und der Dynamik in Asien kommen nahezu 60% ausländischer Direktinvestitionen in den USA aus Europa (Quelle: BEA/Factset; Stand: 31.3.2018). Diese würden als wesentlich stärkerer Wachstumsmotor für den amerikanischen Arbeitsmarkt wirken, als das Tarifkürzungen könnten. Um die Effektivität der Politik des Präsidenten, die auf eine Kombination aus niedrigen Steuern, einer Lockerung der Regulierungen und unverhohlenen Tarifdrohungen setzt, am besten beurteilen zu können, sollte man die Investitionsströme im Auge behalten.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Dr. Christopher Smart © Barings)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

13/08/18
Muzinich & Co Kommentar zum weltweiten Kreditmarkt

An den Kreditmärkten stehen weiter die Notenbanken im Fokus. Dabei könnten eine ganze Reihe geopolitischer Risiken die Märkte empfindlich treffen. In seinem Kommentar warnt Michael McEachern, Head of Public Markets bei Muzinich & Co, dem unabhängigen und auf Unternehmensanleihen und -kredite spezialisierten Asset Manager, vor einer steigenden Volatilität und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung an den Kreditmärkten:

„Die geopolitischen Risiken wie der Handelskonflikt mit China, die Kredit- und Währungsunsicherheiten aufgrund Chinas Bemühungen zur Reduzierung der Verschuldung in seinem Schattenbankensystem, die politische Situation in Italien und der ungewisse Ausgang des Brexit halten die Kreditmärkte in Atem.

Eine Erhöhung dieser Risiken könnte jeweils zu zunehmender Volatilität und geringerer Risikobereitschaft führen. Auch ein stärkerer US-Dollar würde zusätzlichen Druck ausüben.

Nach einer volatilen Entwicklung in der ersten Jahreshälfte, in der sich Investoren weg von festverzinslichen Anlagen und hin zu Aktien orientierten, sind die Bewertungen nach unserer Einschätzung weiterhin zu optimistisch (wenn auch nur moderat). Die Kreditauswahl hat angesichts gestiegener idiosynkratrischer Risiken durch die Finanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen oder sektorenspezifischen Druck aufgrund steigender Kosten nach wie vor höchste Priorität.

Aufgrund des Anstiegs der risikolosen Zinssätze bieten Kreditinstrumente aktuell Renditevorteile annähernd auf dem Rekordniveau von 2009.

Nach unserer Einschätzung und unter Nichtberücksichtigung möglicher externer Einflüsse werden sich die Credit Spreads für längere Zeit konstant entwickeln oder sich in einer engen Spanne bewegen.“

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(Foto: Michael McEachern © Muzinich & Co)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

13/08/18
Investec AM: Schlägt Erdogan den Weg Argentiniens unter Kirchner ein?

Grant Webster, Portfoliomanager, Emerging Market Fixed Income kommentiert die jüngste Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und der Türkei:

„Die Beziehungen der Türkei zu den USA haben sich weiter verschlechtert. Das Leistungsbilanzdefizit der Türkei liegt nach wie vor über fünf Prozent, die Netto-Devisenreserven von weniger als 30 Milliarden Dollar sind auf weniger als 1,5 Monate Importdeckung gesunken. Wir gehen davon aus, dass sich die Unternehmensausfälle verschlechtern, und schließlich ist die Regierung gezwungen, den Bankensektor mit einer Kapitalzufuhr von 25 Milliarden Dollar zu rekapitalisieren. In diesem Szenario stiege die Staatsverschuldung weiter an. Angesichts seiner Antipathie gegen den Westen könnte Erdogan sich nun nach Osten wenden: Die Unterstützung aus China dürfte eher in Form von Projektfinanzierungen als in Form von Kapitalzuführungen erfolgen. Einige türkische Banken haben bereits Hilfe von chinesischen Banken bei der Übernahme von staatlich geförderten Krediten für Energie- und Infrastrukturprojekte in Anspruch genommen. Unterstützung aus Russland oder Katar ist ebenfalls möglich, aber wahrscheinlich begrenzter. Ein pessimistischeres Szenario wäre etwas, das eher der Autarkie ähnelte: Es durchaus möglich, dass die Türkei beginnt, den Weg Argentiniens unter der Kirchner-Ära einzuschlagen.“

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(Foto: Grant Webster © Investec Asset Management)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

10/08/18
BNY Mellon IM: Anleiheinvestments in Schwellenländern – schnell und selektiv oder wie das Smartphone die Finanzarchitektur revolutioniert

Während der Markt für Smartphones im Westen nahezu gesättigt und das Smartphone ein Produkt unter vielen ist, katapultiert es Schwellenländer in eine neue Ära. Waren Schwellenländer früher in Punkto Nachrichtenübermittlung und Infrastruktur gegenüber westlichen Ländern im Nachteil, so dürften sie heute die Nase vorne haben (siehe Grafik unten). Das Smartphone macht früher dringend benötigte Infrastruktur wie Bankfilialen oder Telefonmasten überflüssig, beschleunigt den Nachrichtenfluss, ermöglicht Finanztransaktionen aller Art und hat damit auch Einfluss auf die Kapitalströme, sagt Colm McDonagh, Leiter des Teams für Schwellenländeranleihen bei Insight – einer Boutique von BNY Mellon Investment Management.

„Bis vor wenigen Jahren musste man in manchen Teilen Afrikas bis zu 12 Stunden reisen, um einen funktionierenden Festnetzanschluss zu finden. Inzwischen kann man kreuz und quer in Afrika über sein Handy online handeln – alles vom Rind bis hin zum Online Banking“, erläutert der Fondsmanager. Nach seiner Einschätzung ist der Aufbau einer mobilen Infrastruktur viel schneller und billiger als der Versuch, ein typisches Festnetzsystem einzuführen, wie es in entwickelten Märkten der Fall war. Genau das führe dazu, dass Telekommunikationsunternehmen, die auf Mobilfunk setzen, extrem profitabel sind.

Diese Entwicklung schlägt sich in Zahlen nieder: Apps wie „WeChat“, mit denen Verbraucher direkt über ihr Handy bezahlen, stellen bisherige Bezahlverfahren wie Bargeld oder Kreditkarte besonders in Schwellenländern radikal in Frage. Der Wert elektronischer Transaktionen in China von Januar bis Oktober 2017 betrug fast 13 Billionen US-Dollar. Hingegen wurden in westlichen Ländern nur 451 Milliarden US-Dollar transferiert. „Dieser Trend wird sich noch verstärken“, sagt McDonagh. „In China sollen bis 2019 85 Prozent aller elektronischen Zahlungen über das Smartphone getätigt werden. In den Schwellenländern werden durch das Smartphone neue Ideen für Produkte und Dienstleistungen wie Pilze aus dem Boden schießen“, meint der Fondsmanager.

„Die gesamte Finanzarchitektur ändert sich rasant und Anleger sollten differenzierter, selektiver und gleichzeitig schneller in ihren Anlageentscheidungen bei Schwellenländeranleihen sein“, so McDonagh. „Eine allgemeine, langfristige Allokation in Schwellenländeranleihen ist aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß“.

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(Foto: Colm McDonagh © Insight)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

10/08/18
Hapag-Lloyd Halbjahresergebnis: 88,7 Mio. Euro EBIT im herausfordernden Marktumfeld

Hapag-Lloyd hat das erste Halbjahr 2018 mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (EBITDA) von 425,2 Millionen Euro abgeschlossen. Dieser Wert liegt 61,4 Millionen Euro höher als das EBITDA der ersten sechs Monate des Jahres 2017 (363,8 Millionen Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) lag nach sechs Monaten bei 88,7 Millionen Euro und damit nahezu auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreswertes 2017 (90,7 Millionen Euro). Das Konzernergebnis beträgt -100,9 Millionen Euro und liegt damit 58,2 Millionen Euro unter dem Ergebnis des ersten Halbjahres 2017 (-42,7 Millionen Euro). Diese Entwicklungen sind wesentlich bedingt durch den anhaltend intensiven Wettbewerb sowie höhere operative Kosten, welche teils durch die aus dem Zusammenschluss mit der United Arab Shipping Company Ltd. (UASC) entstehenden Synergien kompensiert wurden.

"Das erste Halbjahr 2018 war gekennzeichnet von deutlich höheren Charterraten und Treibstoffpreisen sowie Frachtraten, die sich langsamer als erwartet erholen. Deshalb haben wir weitere Maßnahmen eingeleitet, um diesen Kosten entgegenzuwirken: Wir überprüfen die Wirtschaftlichkeit unserer Schiffssysteme und optimieren unsere Terminalverträge, um zusätzliche Entlastungen auf der Kostenseite zu erzielen", sagte Rolf Habben Jansen, Chief Executive Officer von Hapag-Lloyd.

Die Umsätze erhöhten sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf 5,4 Milliarden Euro (H1 2017: 4,5 Milliarden Euro) und die Transportmenge um 39 Prozent auf 5.848 TTEU (H1 2017: 4.221 TTEU). Die durchschnittliche Frachtrate verringerte sich im ersten Halbjahr 2018 auf 1.020 USD/TEU (H1 2017: 1.065 USD/TEU). Der Vergleich auf Pro-forma-Basis zu den gemeinsamen Geschäftsaktivitäten von Hapag-Lloyd und UASC im ersten Halbjahr 2017 zeigt einen Anstieg der Transportmenge um 3,9 Prozent sowie eine um 3,0 Prozent höhere durchschnittliche Frachtrate. Die Bunkerpreise haben sich in den ersten sechs Monaten 2018 sehr deutlich auf 385 USD/Tonne (H1 2017: 312 USD/Tonne) erhöht und somit wesentlich zu den steigenden operativen Kosten beigetragen.

Rolf Habben Jansen: "Für den Rest des Jahres erwarten wir eine langsame, graduelle Verbesserung des Marktumfelds, gleichwohl es nach wie vor ausgeprägte geopolitische Unsicherheiten gibt, die dieses beeinflussen könnten. Insofern bleiben eine schnelle Reaktions- und Anpassungsfähigkeit auf Marktereignisse von enormer Bedeutung. Deshalb werden wir einige unserer Digitalisierungsinitiativen beschleunigen und die Entwicklung unserer neuen Strategie bis zum Jahresende finalisieren."

Die Zahlen für das erste Halbjahr 2018 beinhalten auch United Arab Shipping Company Ltd. (UASC) und sind daher nur begrenzt mit den Zahlen des ersten Halbjahres 2017 (einschließlich UASC seit 24. Mai 2017) vergleichbar.

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(Foto: © Hapag-Lloyd)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

10/08/18
Volkswagen Finanzdienstleistungen mit erfolgreichem Kapitalmarktstart in das zweite Halbjahr

Die Volkswagen Finanzdienstleistungen haben diese Woche erfolgreich Anleihen in Euro (EUR), russischen Rubel (RUB) und britischen Pfund (GBP) platziert. „Die attraktiven Refinanzierungsbedingungen in den letzten Monaten waren ein Grund für unser sehr gutes Halbjahresergebnis. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass wir auch in die zweite Jahreshälfte mit erfolgreichen Emissionen in drei wichtigen Währungen gestartet sind“, sagt Frank Fiedler, CFO der Volkswagen Financial Services AG und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Volkswagen Credit Inc. (USA). Er ergänzt: „Von hoher Bedeutung für die Refinanzierungsstärke war auch die Rückkehr der Volkswagen Credit Inc. an den amerikanischen ABS-Markt im Juni, denn die Refinanzierungsstrategie der Volkswagen Finanzdienstleistungen fußt auf der breiten Nutzung von Instrumenten und Währungen.“

Die bisher volumenstärkste Transaktion der Volkswagen Finanzdienstleistungen in diesem Jahr erzielte in dieser Woche die Volkswagen Leasing GmbH mit drei Anleihen über insgesamt 2,5 Milliarden Euro. Die Transaktion war mehr als dreifach überzeichnet. Alle Anleihen werden von der Volkswagen Financial Services AG garantiert und von Standard & Poor’s mit der Ratingnote BBB+ sowie von Moody’s mit A3 bewertet.

Die kürzeste Anleihe mit einer Laufzeit von zweieinhalb Jahren wird bei einem Volumen von einer Milliarde Euro mit 0,25 Prozent p.a. verzinst, eine weitere Anleihe mit einer Laufzeit von viereinhalb Jahren verfügt über ein Volumen von 750 Millionen Euro und einen Zins von jährlich 1,00 Prozent. Die Anleihe mit der längsten Laufzeit über sieben Jahre, hat ein Volumen von ebenfalls 750 Millionen Euro und trägt einen Zins von 1,625 Prozent pro Jahr.

Die Volkswagen Financial Services N.V. platzierte eine Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen GBP (etwa 556 Millionen Euro). Die Laufzeit des Bonds beträgt etwas mehr als drei Jahre, die Verzinsung liegt bei 1,875 Prozent pro Jahr. Die Emission war dreifach überzeichnet.

Darüber hinaus hat die OOO Volkswagen Bank RUS fünf Milliarden RUB, etwa 70 Millionen Euro, am russischen Kapitalmarkt platziert. Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertet die Anleihe mit der Note „BBB-“ und somit auf dem Niveau der Russischen Föderation. Die Laufzeit der Anleihe beträgt drei Jahre. Der Kupon liegt bei 8,60 Prozent pro Jahr und ist halbjährlich zahlbar. Trotz schwieriger Marktverhältnisse in Russland konnte die Transaktion erfolgreich umgesetzt werden, nachdem in den vergangenen Monaten nur eine sehr geringe Anzahl an Emittenten den lokalen Kapitalmarkt genutzt hatten.

Unternehmensanleihen tragen einen elementaren Anteil zum Refinanzierungsvolumen der Volkswagen Finanzdienstleistungen bei. Zum 30. Juni 2018 machten Anleihen in Höhe von 34,6 Mrd. Euro (Jahresende 2017: 32,7 Mrd. Euro) etwa 18 Prozent der Refinanzierung des Geschäftsbereichs Volkswagen Finanzdienstleistungen aus. Weitere bedeutende Anteile waren Asset Backed Securities mit 37,3 Mrd. Euro (rund 19 Prozent) und Kundeneinlagen mit 33,6 Mrd. Euro (rund 17 Prozent).

Die Volkswagen Finanzdienstleistungen sind ein Geschäftsbereich der Volkswagen AG (Konzern) und umfassen die Volkswagen Financial Services AG mit ihren Beteiligungsgesellschaften, die Volkswagen Bank GmbH, die Porsche Financial Services sowie die direkt oder indirekt der Volkswagen AG gehörenden Finanzdienstleistungsgesellschaften in den USA, Kanada und Spanien – mit Ausnahme der Marken Scania sowie der Porsche Holding Salzburg. Die wesentlichen Geschäftsfelder umfassen dabei die Händler- und Kundenfinanzierung, das Leasing, das Bank- und Versicherungsgeschäft, das Flottenmanagementgeschäft sowie Mobilitätsangebote. Weltweit sind bei Volkswagen Finanzdienstleistungen 15.770 Mitarbeiter beschäftigt – davon 6.670 allein in Deutschland. Die Volkswagen Finanzdienstleistungen weisen eine Bilanzsumme von rund 186,9 Milliarden Euro, ein operatives Ergebnis von 2,5 Milliarden Euro und einen Bestand von rund 19,7 Millionen Verträgen aus (Stand: 31.12.2017).

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(Foto: Volkswagen Arteon © Volkswagen AG)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

09/08/18
PNE: 1. Halbjahr mit positivem EBIT abgeschlossen und Prognose bestätigt

Der international tätige Projektentwickler PNE ist zum Ende des ersten Halbjahres 2018 operativ wie auch finanziell gut auf Kurs. Das ergibt sich aus dem Halbjahresfinanzbericht, den die Unternehmensgruppe heute veröffentlicht hat.

Erfolgreich in der Projektierung Windenergie
In Deutschland, Frankreich und Schweden befanden sich zum 30. Juni 2018 Windparks mit rund 66 MW Nennleistung in Bau; darunter ein Projekt (25,2 MW), das die PNE-Gruppe als Dienstleister betreut. Fertiggestellt und in Betrieb genommen wurden im ersten Halbjahr 2018 Windparks in Deutschland und Frankreich mit rund 37,5 MW Nennleistung, darunter zwei Windparks (27,2 MW), die von der PNE-Gruppe als Dienstleister betreut wurden.

Neue Genehmigungen und Ausschreibungserfolge an Land und auf See
Im Rahmen der Ausschreibungen für deutsche Windenergieprojekte an Land erhielten im ersten Halbjahr 2018 von PNE entwickelte Projekte mit 49,1 MW Nennleistung Zuschläge. Für einen weiteren Windpark in Frankreich mit 14,1 MW Nennleistung erhielt PNE im zweiten Quartal dieses Jahres die erforderlichen Genehmigungen. Damit entwickelt sich der französische Windenergiemarkt für PNE weiter sehr erfreulich.

Darüber hinaus erhielt das von PNE entwickelte Projekt "Gode Wind 4" bei der zweiten deutschen Ausschreibung für Windparks auf See in 2018 als eines von sechs Projekten ebenfalls einen Zuschlag.

Stabile Basis für strategische Weiterentwicklung
Markus Lesser, Vorstandsvorsitzender der PNE AG: "Diese Daten belegen, wie gut wir in unserem Kerngeschäft, der Entwicklung von Windparkprojekten an Land und auf See, aufgestellt sind. Dabei gewinnt das internationale Geschäft zunehmend an Bedeutung für die PNE-Gruppe. Dies ist die Basis, auf der wir uns strategisch zum Clean Energy Solution Provider, also zum Anbieter von Lösungen für saubere Energie, weiterentwickeln. So bauen wir speziell unseren Dienstleistungsbereich aus und erweitern unser Angebot um neue Technologien und Märkte"

Positive Effekte aus neuer Unternehmensfinanzierung
Mit der Platzierung einer neuen Unternehmensanleihe im Volumen von 50 Mio. Euro im April sowie der planmäßigen Rückzahlung der Unternehmensanleihe im Volumen von 100 Millionen Euro zum Ende des zweiten Quartals ist es PNE gelungen, sowohl die Verbindlichkeiten als auch die zukünftigen Zinsbelastungen deutlich zu senken. Damit ist die Grundlage zur Umsetzung der Strategie "Scale Up" einschließlich des Aufbaus des "Windpark-Portfolios 2020", in dem bis 2020 vornehmlich deutsche und französische Windparks mit rund 200 MW gebündelt werden sollen, geschaffen.

Ergebnis des ersten Halbjahres im Plan
Die Umsetzung der Strategie und der Aufbau des Windparkportfolios 2020 sind zunächst mit Vorleistungen verbunden – denn Erfolg setzt Investitionen voraus. Unter diesen Rahmenbedingungen sind auch die Kennzahlen des ersten Halbjahres 2018 zu bewerten. In diesem Zeitraum wies der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 28,4 Mio. Euro (im Vorjahr: 39,5 Mio. Euro), eine Gesamtleistung von 38,2 Mio. Euro (im Vorjahr: 50,0 Mio. Euro), ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 8,7 Mio. Euro (im Vorjahr: -1,8 Mio. Euro), ein Betriebsergebnis (EBIT) von 4,1 Mio. Euro (im Vorjahr: -5,0 Mio. Euro) und ein unverwässertes Ergebnis je Aktie von 0,00 Euro (im Vorjahr: -0,08 Euro) auf.

Noch nicht realisierte Gewinne aus Windparkportfolio 2020 wachsen kontinuierlich
Zudem wurden seit 2017 Werte geschaffen, die nicht sofort erkennbar sind. Dies steht im Zusammenhang mit dem Aufbau des "Windparkportfolios 2020". Die in diesem Portfolio bisher aufgelaufenen – auf Konzernebene noch nicht realisierten – Gewinne vor Steuern betragen seit 2017 rund 18,8 Mio. Euro (davon rund 6,5 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2018). Mit einem Portfolio von Projekten im Eigenbesitz werden komplette oder teilweise Verkäufe an konzernexterne Dritte zeitlich nach hinten verschoben und damit im Konzern auch das Ergebnis aus diesen Verkäufen. Bis zu einem kompletten oder anteiligen Verkauf des "Windparkportfolios 2020" erhöhen sich das Anlagevermögen und die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Projektfinanzierungen im Konzern.

Ausblick bestätigt
Markus Lesser: "Die Kennzahlen des ersten Halbjahres befinden sich gut im Plan und zeigen, dass wir auch während der Investitionsphase positive Resultate erzielen. Dementsprechend bestätigen wir auch unsere Prognose, in 2018 ein deutlich positives EBIT im Konzern in Höhe von 10 bis 16 Mio. Euro bzw. ein EBITDA im Konzern in Höhe von 20 bis 26 Mio. Euro zu erwirtschaften."

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(Foto: © PNE AG)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

09/08/18
T. Rowe Price: Überhitzen die Fixed-Income-Märkte?

Während in den letzten Jahren die Zentralbanken die Zinsen gesenkt haben, war 2018 bislang um einiges ausgeglichener: Zinssenkungen und -erhöhungen hielten sich in etwa die Waage. „Die Ära der extrem akkommodierenden Geldpolitik ist für Fixed-Income-Investoren vorbei“, unterstreicht Arif Husain, Portfoliomanager und Head of International Fixed Income bei T. Rowe Price. „Im Verlauf der zweiten Jahreshälfte geht der Trend weltweit in Richtung steigender Zinssätze und einer weiteren Straffung der Geldpolitik.“

In den entwickelten Märkten geht Husain von mindestens zwei weiteren Leitzinsanhebungen der amerikanischen Notenbank Fed aus. Auch die Bank of Canada dürfte dem amerikanischen Beispiel folgen, sowie die Bank of England, die ihren Zinsstraffungszyklus wieder aufnehmen werde. Ein weiterer Kandidat sei Schweden, wo der Inflationsdruck steige.

Die Gesamtverschärfung der finanziellen Rahmenbedingungen hatte auch einen Dominoeffekt auf die Schwellenländer, wie Husain verdeutlicht. Dort hätten einige Zentralbanken als Antwort auf die Kombination aus Währungsverlusten sowie binnenwirtschaftlichem Inflationsdruck erste Schritte unternommen. „Mexiko, die Türkei, Indien, die Philippinen, Tschechien sowie Indonesien haben alle im Juni die Zinsniveaus angehoben – und es ist wahrscheinlich, dass mehr Schwellenländer diesem Beispiel in der zweiten Jahreshälfte folgen werden“, so Husain. „Für Fixed-Income-Investoren ist das natürlich ein herausforderndes Umfeld. Aber auch mit Zinsanhebungen durch Zentralbanken sind Anlagemöglichkeiten noch vorhanden.“

Der Portfoliomanager verweist auf Rumänien, das in dieser Hinsicht herausrage. „Seit Januar hat die rumänische Zentralbank den Leitzins um 75 Basispunkte angehoben und die Märkte haben eine weitere Anhebung des Zinsniveaus bereits eingepreist. Dennoch steht die fünfjährige Inlandsanleihe bei einer momentanen Rendite von rund fünf Prozent“, so Husain. Andere Länder seien zudem in unterschiedlichen Phasen des Zinszyklus. Beispielsweise habe Tschechien erst Mitte letzten Jahres mit der Straffung seiner Geldpolitik begonnen, während Ungarn und Polen trotz robustem Wachstum und steigender Inflation nur zögerlich folgen.

Weitere Anlagemöglichkeiten sieht der Experte in China. „Das Land war eines der ersten, das die Zinsen angezogen hat. Da sich allerdings die Zeichen einer Konjunkturabschwächung gemehrt haben, hat sich die Position der Zentralbank seitdem gelockert“, gibt Husain zu bedenken. Dadurch sei der Referenzzinssatz Shibor nach seinem Januar-Hoch um fast ein Prozent gesunken. „Die Kombination aus leichter Inflation und infrastruktureller Abbremsung sollte sich im zweiten Halbjahr günstig für lokale chinesische Anleihen auswirken.“

Immer deutlicher würden die Zeichen einer Überhitzung auf den Kreditmärkten werden. Die M&A-Aktivitäten hätten wieder deutlich angezogen und 2018 scheine vor allem in den USA ein Rekordjahr zu werden. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Furcht vor einem Ausgabeüberhang und exzessiv hohen Bewertungen auf die Preise für erstklassige Unternehmensanleihen drückten. „Der Appetit nach Unternehmensanleihen ist Investoren zuletzt klar vergangen. Die Konzessionen bei Neuausgaben unterstreichen das“, so Husain.

Überraschender sei in diesem Jahr hingegen die Underperformance von Anleihen mit einem A-Rating gegenüber Anleihen mit einem BBB-Rating. „Für Anleger bieten sich hier jedoch Möglichkeiten, in höherqualitative Namen zu attraktiveren Prämien zu investieren“, sagt der Portfoliomanager. „Zudem besteht die Möglichkeit, ein gewisses Kreditrisiko aus Unternehmensanleihen in hypothekenbesicherte Wertpapiere (Mortgage Backed Securities, MBS) umzuwandeln. Der Markt für MBS, genauer gesagt für Agency MBS, zeigt deutlich weniger Anzeichen einer Überhitzung“, erläutert Husain. Obwohl in den letzten zwei Jahren in den USA die Hauspreise höher waren als die Lohnentwicklung, sei die Gesamtsituation relativ gesund. Die Daten indizierten vielmehr, dass die durchschnittliche Schuldendienstquote der Haushalte auf dem niedrigsten Stand seit der Finanzkrise liege. „Die Form der Zinsswapkurve macht es momentan sehr interessant, eine Mischung aus Agency MBS mit höheren Kupons und kürzeren Laufzeiten zu halten. Im Vergleich zu erstklassigen Unternehmensanleihen bietet das momentan ein besseres Chancen-/Risiko-Profil“, resümiert Husain.

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(Foto:
Arif Husain © T. Rowe Price)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

09/08/18
Income-Barometer von J.P. Morgan Asset Management: Teure Tatenlosigkeit

Die Mehrheit der deutschen Sparer ist nicht zufrieden mit den Erträgen ihrer Geldanlage. Doch warum ändern trotz zehn Jahren Niedrigzinsumfeld nur wenige ihr Anlageverhalten, um ohne Sparfrust als Anleger von der Ertragskraft des Kapitalmarkts zu profitieren? Das aktuelle Income Barometer von J.P. Morgan Asset Management zeigt auf, was hinter dieser Tatenlosigkeit steckt. Mit 43 Prozent ist das häufigste Argument der Deutschen, dass sie nicht genug Geld haben, um am Kapitalmarkt zu investieren. Weitere 34 Prozent geben an, das Thema nicht zu verstehen und deshalb lieber die Finger von Kapitalmarktinvestments zu lassen. Und 27 Prozent sagen, dass sie Angst vor Schwankungen und damit verbundenen Verlusten haben (Mehrfachantworten möglich).

Dass diese Argumente allerdings kein Hinderungsgrund sein müssen, endlich vom Sparer zum Anleger zu werden, erläutert Christoph Bergweiler, Leiter Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland bei J.P. Morgan Asset Management: „Aktiv verwaltete, flexible Mischfonds, bieten bereits mit kleinen Anlagebeträgen eine breit gestreute, transparente Möglichkeit zur Geldanlage am Kapitalmarkt. Durch die Anlage über verschiedene ertragsstarke Anlageklassen hinweg reduzieren sich Schwankungen und Risiko. Das baut auch für weniger börsenerfahrene Anleger eine bequeme Brücke zum Kapitalmarkt, denn der Fondssparer benötigt keine besonderen Vorkenntnisse.“ Mit regelmäßigen kleinen Einzahlungen, beispielsweise im Rahmen von Sparplänen, sind somit ganz einfach erste Schritte bei der Wertpapieranlage möglich.

Wenn das Sparen teuer zu stehen kommt
Derzeit liegen über 2,2 Billionen Euro in kaum verzinsten Spareinlagen. Bergweiler rechnet vor, dass wenn nur ein Zehntel davon in höher rentierliche Aktien oder Mischfonds investiert würde, sich die Gesamtrendite eines Portfolios deutlich steigern ließe, ohne das Risiko maßgeblich zu erhöhen. Denn über die letzten 10 Jahre fielen die durchschnittlichen annualisierten realen Erträge für Barmittel mit 1,2 Prozent im Vergleich zu Anleihen mit 6,3 Prozent, einem breit gestreuten Portfolio mit 6,6 Prozent oder Aktien mit 7,7 Prozent deutlich magerer aus. „Auch für die kommenden 10 Jahre ist ein höherer Ertrag für Kapitalmarktanlagen im Vergleich zu Barmitteln zu erwarten, wenn auch die durchschnittlichen Ertragserwartungen niedriger anzusetzen sind“, erläutert Bergweiler.

Ein weiterer Grund, dem Kapitalmarkt fernzubleiben, ist laut Income-Barometer die Sorge, nicht mehr flexibel über das Kapital verfügen zu können – dies gaben 18 Prozent der befragten Deutschen an. Hierzu führt Christoph Bergweiler aus, dass sich die Anteile an Investmentfonds börsentäglich kaufen und verkaufen lassen. Zudem ist ein Investmentfonds ein so genanntes Sondervermögen, das rechtlich unabhängig von der verwaltenden Fondsgesellschaft ist. „Das bedeutet, dass die Vermögenswerte, die der Investmentfonds im Namen der Anleger kauft, nicht dem Fonds oder der Fondsgesellschaft gehören, sondern den Anlegern und damit einem besonderen Schutz unterliegen“, sagt Bergweiler.

Lebenserwartung höher als viele glauben
Weitere 13 Prozent der Deutschen sagen, sie seien zu alt für Wertpapiere, da der Anlagehorizont nicht mehr lang genug ist. Doch Bergweiler betont, dass die Lebenswerwartung der Menschen heute viel höher ist als die meisten glauben. Die Wahrscheinlichkeit, dass von einem heute 65 Jahre alten Paar einer der Partner das Alter von 80 erreicht, liegt bei 92 Prozent und die Wahrscheinlichkeit, 90 Jahre alt zu werden, liegt ür einen der Partner immerhin bei 50 Prozent. „Es gilt, für diese längere Lebenserwartung vorzusorgen und auch im Ruhestand ist es weiterhin sinnvoll, das Ersparte am Kapitalmarkt für sich arbeiten zu lassen“, so Bergweiler.

Nicht zuletzt geben 12 Prozent fehlende Beratung und 11 Prozent zu hohe Kosten an, die sie von der Geldanlage abhalten. Gerade diese Argument findet Christoph Bergweiler jedoch angesichts der enormen Beträge, die deutsche Sparer sich aufgrund ihres Verharrens in kaum verzinsten Sparprodukten entgehen lassen, wenig überzeugend: „Zugegebenermaßen sind Investmentfonds und eine gute Anlageberatung mit Kosten verbunden. Durch die Kapitalzuwachs- und Ertragschancen des Kapitalmarkts können die Anleger ihr Erspartes jedoch umso stärker vermehren, wobei sich insbesondere über mittel- bis langfristige Zeiträume die Schwankungen ausgleichen. Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld und bei aktuell wieder anziehender Inflation müssen Sparer dagegen mit realem Kapitalverlust rechnen. So wird die vermeintliche Sicherheit teuer und endet in einer schleichenden Enteignung.“

Zum Income-Barometer 2018 von J.P. Morgan Asset Management
Das Income-Barometer von J.P. Morgan Asset Management basiert auf einer repräsentativen Befragung durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 2.097 deutschen Frauen und Männern ab 18 Jahren. Insgesamt wurden im März und April 2018 8.198 Privatanleger in Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Österreich und Spanien befragt. Die Studie erfasst das aktuelle Spar- und Anlageverhalten der Privatanleger sowie Aspekte wie ihre Zufriedenheit mit verschiedenen Anlageformen, ihren Anlagehorizont, ihre Risikobereitschaft sowie ihre Einstellung zu und Wissen über Zinsen, Fondslösungen und regelmäßige Erträge („Income“).

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(Foto: © pixabay)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

08/08/18
Benchmarks für Anleihen – Messlatte oder Gehhilfe?

Marktindizes sind von Natur aus ineffizient. Diese Tatsache stellt Fondsmanager, die sich zum Vergleich von Performance und Risiken zu stark auf Benchmarks verlassen, vor ein Problem. Als Vermögensverwalter unterstützen wir Kunden, bestimmte Investmentziele zu erreichen, indem wir erwartete Ergebnisse und Renditen liefern. Diese Ergebnisse sind nicht unbedingt an einen Vergleichsindex gebunden. Trotzdem sind Benchmarks eine nützliche Messlatte, um den Erfolg von Fondsmanagern ablesen zu können.

Ein Weg, wie Investoren und Fondsmanager Vergleichsindizes zur Performancemessung nutzen, ist die Messung vom Tracking Error oder wie stark die Rendite eines Portfolios über einen bestimmten Zeitraum von der Benchmark abweicht. Allzu oft gilt der Tracking Error als das Risiko, das ein Manager auf sich nimmt, um die Anlageziele des Portfolios zu erreichen. In Wirklichkeit misst diese Kennzahl allerdings das Abweichungsrisiko des Portfolios gegenüber der Zusammensetzung des Vergleichsindex. Angezeigt wird also, ob das Portfolio mehr oder weniger riskant ist als die Benchmark.

Der Tracking Error bewertet, um wie viel und an welcher Stelle die Portfolios der aktiven Manager von der Benchmarkallokation abweichen. Einige Vermögensverwalter stützen sich jedoch so stark auf den Tracking Error, dass er nicht mehr als Messlatte, sondern viel mehr als Gehhilfe dient. Statt sich auf ihre eigenen Ideen zu verlassen und mit Überzeugung zu investieren, lassen sich diese Fondsmanager aus Angst, zu weit von der Benchmarkrendite abzuweichen, viele Entscheidungen bezüglich des Portfolios von einer externen Kennzahl diktieren.

Der Tracking Error kann eine nützliche Überprüfung von Portfolioabweichungen zur gewählten Benchmark sein, doch darf man die Grenzen dieses Instruments nicht vergessen. Anleiheinvestoren sollten zusätzliche Kennzahlen für die Messung und Risikoallokation bei ihrer Portfoliostrukturierung entwickeln. Kennzahlen, die weniger vom Tracking Error abhängen und sich mehr auf die Volatilität des Portfolios konzentrieren.

Das Ziel verfehlt

Die Ineffizienz der Anleiheindizes, hauptsächlich bedingt durch die Größe und Struktur der Anleihemärkte, zählt zu den wesentlichen Herausforderungen der Anleiheinvestoren. Insbesondere in den USA werden Anleihen größtenteils außerbörslich gehandelt. Die Preisfeststellung ist also kompliziert und führt zu hohen Unterschieden bei Kursänderungen. Auch die Liquidität ist herausfordernd, vor allem im aktuellen Niedrigzinsumfeld. Anleiheinvestoren sorgten sich in den letzten Jahren infolge der quantitativen Lockerung nicht allzu stark um die Liquidität, weil die großen Zentralbanken in bestimmten Marktbereichen Anleihen im großen Umfang kauften. Stellen jedoch die US-Notenbank und andere Zentralbanken die wahllosen Anleihekäufe ein, dürfte die Ineffizienz der Marktindizes wieder deutlicher hervortreten.

Darüber hinaus haben Anleiheindizes mit einem Gewichtungsproblem zu kämpfen. In Aktienindizes, die nach Marktkapitalisierung gewichtet sind, wie etwa der S&P 500, hängt die Größe einer Aktie hauptsächlich vom Marktpreis ab. Die am höchsten bewerteten Unternehmen haben deshalb oft den größten Einfluss auf den Index. In Anleiheindizes hingegen hängt die Größe von den ausstehenden Schulden ab. Am höchsten gewichtet sind also Emittenten, die hochverschuldet sind bzw. viel Fremdkapital einsetzen. Das ist per se nicht unbedingt problematisch. Viele dieser Unternehmen können gut gemanagt sein und starke Bilanzen aufweisen, insbesondere im Investment-Grade-Markt. Dennoch sind höhere Schulden meistens mit höheren Risiken verbunden, weshalb der Umfang der Emissionen in Anleiheindizes möglicherweise Ineffizienzen verursachen kann.

Anleiheinvestoren, die sich zu stark auf den Tracking Error stützen, können durch diese Ineffizienzen sogar in große Schwierigkeiten kommen. Wenn Benchmarks ineffizient sind, ist eine Abweichung von ihnen theoretisch ein positives Zeichen, das zu geringerem Risiko oder höheren Renditen führen sollte. Dennoch beobachten wir oft das Gegenteil. Die Manager bleiben zu stark an ihrem Vergleichsindex und Abweichungen gelten als zusätzliches Risiko, während das Gesamt-Beta oder die Volatilität im Portfolio gegenüber der Benchmark kaum beachtet wird.

Tracking Error: Das Gute und das Schlechte

Anleihemanager können den Tracking Error auf zweierlei Weise einsetzen: auf eine gute und eine schlechte. Ein Anleihemanager, der sich zu stark auf die Benchmark konzentriert und den Tracking Error reduzieren will, hält möglicherweise ein Wertpapier, das er negativ einstuft, weil ein erheblicher Anteil des Vergleichsindex darauf entfällt. Vielleicht zeigt er seine Abneigung, indem er die Anleihe im Portfolio untergewichtet. Dennoch bleibt sie weiter im Portfolio, auch wenn sie nicht zu den besten Anlageideen gehört. In diesem Fall würden wir die Verringerung des Tracking Errors als schlecht ansehen. Dem Manager könnte es gelingen, seinen Tracking Error durch eine starke Nähe zur Benchmark zu senken, aber diese Sicherheit dürfte die Überschussrendite kaum erhöhen und vielleicht sogar die Gesamtperformance belasten.

Auf der anderen Seite kann die Berücksichtigung des Tracking Errors jedoch auch die Portfoliorendite begünstigen. In diesem Beispiel vermeidet ein Anleihemanager eine Emission, deren Ausblick seines Erachtens negativ ist. Er sieht sich nach einer anderen Chance um, die ein ähnliches Risiko- und Volatilitätsniveau aufweist. Eine solche Abweichung von der Benchmark gilt als zusätzliches Risiko, weil der Tracking Error dadurch steigt. Falls die Entscheidung jedoch das vom Manager erwartete Ergebnis hat, sprich wenn die Vermeidung des in Ungnade gefallenen Wertpapiers die Verluste erfolgreich minimiert und die bevorzugte bessere Idee einen positiven Beitrag zur Performance leistet, sollte die risikobereinigte Rendite trotz des höheren Tracking Errors steigen.

Letztlich fahren Anleger mit einem Fondsmanager besser, der eine robuste Assetallokation aufbaut, die Portfolios mit seinen besten Ideen strukturiert und Investitionen basierend auf seinen Überzeugungen auswählt.

Eine bessere Benchmark erstellen

Jeder Fondsmanager, ob nun bei Anleihen oder anderen Anlageklassen, folgt bei der Portfoliostrukturierung und der Risikoallokation einem Prozess. Wenn Anleger sie und ihre Prozesse bewerten, sollten sie sich eine wichtige Frage stellen: Erzielt ihr Prozess eine höhere Rendite mit niedrigerem Risiko oder die gleiche Rendite mit einem niedrigeren Risikoprofil als der Vergleichsindex? Das ist die Definition von Alpha. Anders gesagt, wenn es einem Fondsmanager nur gelingt, in Hausse-Phasen eine Outperformance zu erzielen, ist die Wahrscheinlichkeit weitaus höher, dass er lediglich Beta hinzufügt, um eine Überschussrendite zu erzielen.

Eine ideale Portfoliokonstruktion sollte sowohl bei einem geringeren oder ähnlichen Risiko eine höhere Rendite erzielen als auch konsequent bei allen Marktbedingungen eine risikobereinigte Rendite erwirtschaften, nicht nur bei anziehenden Märkten. Die Umsetzung dieses Ziels erfordert wohl einen komplexeren Ansatz als die üblichen Bottom-up-Prüfung und das Due-Diligence-Verfahren. Bottom-up- oder Top-down-Methoden sind nicht unbedingt falsch, dürften jedoch nicht genügen, um während eines vollständigen Kreditzyklus eine Überschussrendite zu verbuchen. Eine besser durchdachte Taktik könnte zusätzliche Alphaquellen aufdecken, die eine grob vereinfachende Technik übersieht.

Fondsmanager brauchen neben dem Tracking Error weitere Instrumente, die bei der Risikoallokation während der Portfoliokonstruktion helfen. Wenn ein Anleiheinvestor den Tracking Error nicht länger als Gehhilfe, sondern mehr als Messlatte benutzt, kann er sich auf die Suche nach einer höheren risikobereinigten Rendite und auf eine verringerte Volatilität konzentrieren.

Aviva Investors ist einer der weltweit größten Asset Manager in den Bereichen Immobilien, Fixed Income, Equity, Multi-Asset und Alternative Investments, mit 398 Milliarden Euro an Assets under Management in 15 Ländern im asiatisch-pazifischen Raum, Europa, Nordamerika und Großbritannien (Stand: 31. Dezember 2017). Zudem gehört Aviva Investors seit 1972 zu den größten Managern europäischer Immobilienvermögen. Darüber hinaus ist Aviva Investors die globale Asset Management-Businesseinheit der Aviva plc. Das Unternehmen liefert weltweit Kundenlösungen, Dienstleistungen und kundenorientierte Performance.

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(Foto: Josh Lohmeier© Aviva Investors)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

08/08/18
VW Leasing emittiert Anleihe mit Laufzeiten von 2,5 Jahren, 4,5 Jahren und 7 Jahren (Multi Tranche)

Die Volkswagen Leasing GmbH emittiert eine EUR Benchmark-Anleihe mit Laufzeiten von 2,5 Jahren, 4,5 Jahren und 7 Jahren (Multi Tranche). Die Anleihe wird von der Volkwagen Financial Services AG garantiert. Die Transaktion wird von BBVA, Commerzbank, Credit Agricole CIB und HSBC begleitet.

Eckdaten der neuen Volkswagen Leasing-Anleihe:
Emittent: 
Volkswagen Leasing GmbH
Garant: 
Volkswagen Financial Services AG
Erwartete Ratings:  A3 (durch Moody´s), BBB+ (durch S&P)
Emissionsvolumen:  jeweils EUR Benchmark
Währung:  Euro
Laufzeiten:  16.02.2021, 16.02.2023, 15.08.2025
Settlement:  16.08.2018
Kupons:  noch nicht bekannt
Guidance:  2,5 Jahre: Mid Swap +60-65 bp (ca. 0,60 bis 0,65%)
4,5 Jahre: Mid Swap +95 bp (ca. 1,1 bis 1,3%)
7 Jahre: Mid Swap +130 bp (ca. 1,9%)
Stückelung:  1.000 Euro
Listing:  Luxemburg
Bookrunner:  BBVA, Commerzbank, Credit Agricole CIB und HSBC

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(Foto: VW Arteon © Volkswagen AG)

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08/08/18
PORR: Neuer Infrastruktur-Auftrag in Polen, Auftragsvolumen: rd. 163,6 Mio. Euro

Am 6. August wurde der Vertrag über die Planung und den Bau des letzten Teilabschnitts der Schnellstraße S61 in der Woiwodschaft Ermland-Masuren mit der PORR unterzeichnet. Die 23 km lange Strecke von Szczuczyn nach E?k wird von einem Konsortium aus der PORR und UNIBEP S.A. Bielsk Podlaski realisiert. Das Auftragsvolumen beträgt rund 163,6 Mio. Euro. Als Bauzeit sind 29 Monate veranschlagt.

Das Projekt wird nach dem „Design and Build“-Prinzip umgesetzt. Zunächst erstellt die PORR die gesamten Planungsunterlagen und holt die notwendigen Genehmigungen und Entscheidungen ein. Im Anschluss daran erfolgen die Bauarbeiten, die im 3. Quartal 2021 abgeschlossen sein sollen. Neben dem Neubau der Schnellstraße werden auch ausgewählte lokale Straßen renoviert sowie technische Strukturen und Umweltschutzeinrichtungen errichtet.

„Das PORR Team in Polen hat mit diesem Auftrag ein weiteres prestigeträchtiges Projekt gewonnen“, betont Karl-Heinz Strauss, CEO der PORR AG. „Diese Strecke ist als Teil der Via Baltica, der wichtigsten Straßenverbindung zwischen den Baltischen Staaten und Westeuropa, besonders bedeutsam.“

Daten und Fakten auf einen Blick:

Projektart

Infrastruktur

Projektname

Schnellstraße S61 Szczuczyn – E?k

Leistungsumfang

Design & Build

Auftragnehmer

Konsortium aus PORR S.A., PORR Bau GmbH, UNIBEP S.A. Bielsk Podlaski

Auftragssumme

163,6 Mio. Euro (699,5 Mio. PLN)

Fertigstellung

3. Quartal 2021


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(Foto: Karl-Heinz Strauss © PORR)

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08/08/18
Dr. Holger Horn in den Vorstand der MünchenerHyp berufen

Der Aufsichtsrat der Münchener Hypothekenbank eG hat beschlossen, Dr. Holger Horn zum Mitglied des Vorstands der MünchenerHyp zu berufen. Die Berufung erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung der Bankenaufsicht. Herr Dr. Horn soll zum 1. Januar 2019 seine Tätigkeit in München aufnehmen. Er folgt im Vorstand damit Bernhard Heinlein, der in den Ruhestand treten wird.

Dr. Holger Horn kommt von der Depfa Bank, wo er seit Ende 2014 als Risikovorstand der Depfa Gruppe tätig ist. Zuvor war er Mitglied der Geschäftsleitung der FMS Wertmanagement. Darüber hinaus war er in verantwortlichen Positionen bei Fitch Ratings und der WestLB.

„Wir freuen uns, dass wir Herrn Dr. Horn mit seiner ausgewiesenen Expertise und internationalen Erfahrung für den Vorstand gewinnen konnten“, sagte Wolfhard Binder, Aufsichtsratsvorsitzender der MünchenerHyp.

Dem Vorstand der MünchenerHyp gehören aktuell an: Dr. Louis Hagen (Vorsitzender), Bernhard Heinlein, Michael Jung.

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(Foto: Dr. Holger Horn © MünchenerHyp)

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07/08/18
Donner & Reuschel: Mumm kompakt – Naht die konjunkturelle Abschwächung?

Der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), Maurice Obstfeld, fordert den Abbau des deutschen Exportüberschusses. Der Anstoß könnte von der Politik in Berlin demnächst leichter umgesetzt werden, denn es mehren sich die Anzeichen einer baldigen konjunkturellen Abschwächung. Zuletzt fielen die Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland im Juni überraschend deutlich um vier Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die Aufträge für Investitionsgüter aus dem Nicht-Euroraum sanken sogar um 6,4 Prozent. Ursache dürfte vor allem der Handelskrieg sein. In einer solchen Phase ist es ökonomisch sinnvoll, staatliche Investitionen – beispielsweise in (digitale) Infrastruktur – zu tätigen sowie Anreize für erhöhte private Konsum- und Investitionsausgaben zu schaffen. Deutsche Importe würden automatisch anziehen und der Handelsbilanzüberschuss sinken.

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(Foto: Carsten Mumm © Donner & Reuschel)

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06/08/18
EYEMAXX erreicht Vollplatzierung der Anleihe 2018/2023 mit insgesamt 30 Mio. Euro

Die EYEMAXX Real Estate AG (General Standard; ISIN DE000A0V9L94) hat ihre Unternehmensanleihe 2018/2023 (ISIN DE000A2GSSP3) mit einem Volumen von insgesamt 30 Mio. Euro vollständig ausplatziert. Seit dem Ende der Zeichnungsfrist des öffentlichen Angebots am 24. April 2018 wurden somit im Rahmen einer Privatplatzierung weitere rund 10 Mio. Euro von institutionellen Investoren gezeichnet. Die nun platzierten Stücke werden in die bestehende Notierung im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse (Quotation Board) einbezogen.

Die Unternehmensanleihe 2018/2023 ist eingeteilt in 30.000 auf den Inhaber lautende Teilschuldverschreibungen mit einem Nennbetrag von je 1.000 Euro. Die Anleihe verfügt über eine Laufzeit bis 25. April 2023 und einen Zinskupon von 5,50 Prozent p.a. Die Zinszahlung erfolgt halbjährlich, jeweils am 26. Oktober und 26. April eines Jahres – erstmals am 26. Oktober 2018.

EYEMAXX nutzt die Mittel aus der Anleiheemission in Kombination mit anderen Finanzierungsbausteinen für das weitere Unternehmenswachstum. Es sollen neue und bestehende Immobilienprojekte forciert und der Immobilienbestand ausgebaut werden. Vor diesem Hintergrund bekräftigt EYEMAXX noch einmal die Prognose für das Geschäftsjahr 2017/2018 mit einer deutlichen Gewinnsteigerung im Vergleich zum Vorjahr.

Dr. Michael Müller, CEO der EYEMAXX Real Estate AG, kommentiert: "Mit den zusätzlichen Mitteln aus der Anleihe werden wir unser Wachstum noch forcieren. Wir sehen weiterhin attraktive Marktopportunitäten, die wir gewinnbringend nutzen wollen, und wir werden bereits gesicherte Projekte zügiger umsetzen. Die Milliarden-Marke bei unserer Projektpipeline haben wir dabei wie geplant fest im Blick. Gleichzeitig bestätigen wir unsere Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr."

Über die EYEMAXX Real Estate AG
Die EYEMAXX Real Estate AG ist ein Immobilienunternehmen mit langjährigem, erfolgreichem Track Record mit dem Fokus auf Wohnimmobilien in Deutschland und Österreich. Darüber hinaus realisiert EYEMAXX Pflegeheime in Deutschland und Gewerbeimmobilien in Zentraleuropa. In der jüngsten Firmengeschichte sind Stadtquartiersentwicklungen in Deutschland ebenfalls Teil der Unternehmensstrategie.

Die Geschäftstätigkeit von EYEMAXX basiert auf zwei Säulen. Dazu gehören zum einen renditestarke Projekte und zum anderen ein fortschreitender Aufbau eines Bestands an vermieteten Gewerbeimmobilien, der laufende Mieterträge und damit stetige Zahlungsströme generiert. EYEMAXX baut dabei auf die Expertise eines erfahrenen Managements gemeinsam mit einem starken Team von Immobilienprofis und auf ein etabliertes und breites Netzwerk, das zusätzlichen Zugang zu attraktiven Immobilien und Projekten eröffnet. So konnte die Projektpipeline auf aktuell rund 890 Mio. Euro ausgebaut werden.

Die Aktien der EYEMAXX Real Estate AG notieren im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Das Unternehmen hat außerdem mehrere Anleihen begeben, die ebenfalls börsengelistet sind.

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Foto: © EYEMAXX Real Estate AG

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06/08/18
Marktkommentar Vontobel: Die Abflachung der Zinskurse legt eine Atempause ein

Das rasche Abflachen der US-Zinskurve wird wohl vorerst innehalten. Zuletzt schrumpfte das Gefälle zwischen den Renditen für zwei- und zehnjährige Treasuries bis auf 24 Basispunkte.

Das deutliche Abflachen begann, als die US-Notenbank Fed mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik begann. Für das Kalenderjahr 2018 wird inzwischen mit vier Zinserhöhungen gerechnet, womit die Obergrenze des Leitzinses bis zum Jahresende bei 2,5 Prozent liegen würde. Da der sogenannte Dot Plot, der die anonymisierten Zinserwartungen der Fed-Mitglieder umfasst, für 2019 weitere vier Zinserhöhungen signalisiert, ist es durchaus möglich, dass die Zinskurve in den nächsten zwölf Monaten invertiert. Der Abstand zwischen den zweijährigen Renditen und dem Leitzins liegt gegenwärtig bei 66 Basispunkten und lag auch seit geraumer Zeit bei mindestens 50 Basispunkten – denn die Märkte erkannten, dass die US-Notenbank ihre Prognosen tatsächlich umsetzte. Sollte die Steilheit dieses kurzen Endes der Kurve anhalten, wäre bis zum Jahresende bei einem Leitzins von 2,5 Prozent eine invertierte Kurve mit zweijährigen Renditen von über 3 Prozent und zehnjährigen Renditen von weiterhin unter 3 Prozent möglich.

Es ist wohl etwas verfrüht, um von einer invertierten Kurve zu sprechen, solange wir uns mitten in einer sehr beeindruckenden Gewinnsaison befinden. Das vierteljährliche Bruttoinlandprodukt der USA wird wohl seinen Höchststand dieses Zyklus erreichen. Warum kam es also zu dieser Verflachung der Kurve?

Im Grunde sind dafür zwei Kräfte verantwortlich. Das vordere Ende ist mit jeder Zinserhöhung kontinuierlich gestiegen, während sich das lange Ende erholte. Dabei gaben die zehnjährigen Renditen von ihrem Höchststand von 3,12 Prozent im Mai auf 2,80 bis 2,90 Prozent nach und verharrten im letzten Monat auf diesem Niveau. Diese beiden entgegengesetzten Kräfte waren für das massive Abflachen der Kurve verantwortlich.

In den letzten Tagen haben sich die zehnjährigen Renditen jedoch von diesem Niveau gelöst und sind wieder auf knapp unter 3 Prozent gestiegen; auch der Abstand zwischen der Zwei-Jahres- und Zehn-Jahres-Kurve liegt wieder bei 30 Basispunkten.

Das lange Ende war in den letzten drei Monaten einem kontinuierlichen Strom schlechter Nachrichten von den Märkten ausgesetzt, wodurch langfristige Treasuries wieder in Mode kamen. Eine explosive Mischung aus Sorgen über einen Handelskrieg, Schwierigkeiten der Schwellenländer (Türkei, Argentinien und Brasilien) und politischer Unsicherheit in Europa hat die Märkte erschreckt. Die US-Notenbank bleibt jedoch entschlossen und sieht über all diese Entwicklungen hinweg. Damit signalisiert sie eine robuste anhaltende Erholung, eine Verbesserung auf den Arbeitsmärkten und einen allmählichen, aber keinesfalls besorgniserregenden Anstieg der Inflation. Kurz gesagt: Die US-Notenbank sieht keine Probleme, die Märkte hingegen schon. Die perfekte Kombination für ein Verflachen der Zwei- und Zehn-Jahres-Kurve.

Der Strom schlechter Nachrichten versiegt jedoch inzwischen. Stattdessen treten positive Fundamentaldaten auf Unternehmensebene in den Vordergrund, und gute Nachrichten auf Makroebene werden sicherlich mit dem erwarteten Höchststand des US-Bruttoinlandprodukts folgen. Zudem scheinen bereits negative Neuigkeiten aus den Schwellenländern eingepreist zu sein.

Aus diesem Grund rechnen wir damit, dass längerfristige Zinsen im Sommer Spielraum nach oben haben und das Abflachen der Zinskurve, zumindest vorerst, eine Atempause einlegt. Natürlich könnte es immer zu „neuen Neuigkeiten“ kommen – die Anlegerstimmung dürfte jetzt aber von den Fundamentaldaten bestimmt werden.

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(Foto: Mark Holman © Vontobel Asset Management)

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06/08/18
T. Rowe Price: Handelskrieg und schwächelndes Wirtschaftswachstum – welche Folgen hat dies für die USA und China?

Die globale Wirtschaft schwächelt. Waren die Wirtschaftsdaten zu Beginn des Jahres noch stark, sind sie seit kurzem eher negativ. „Einer der Gründe für die schwächelnde Wirtschaft ist sicherlich der gestiegene Ölpreis, welcher einer Verbrauchssteuer gleichkommt“, meint Nikolaj Schmidt, Chief International Economist bei T. Rowe Price. In der Vergangenheit sei der Effekt höherer Ölpreise auf die Verbraucher durch steigende Investitionsausgaben von Energieunternehmen ausgeglichen worden, doch sei dies aktuell nicht der Fall. „Energieunternehmen konzentrieren sich lieber auf die Generierung ihres freien Cashflows“, so Schmidt.

Darüber hinaus hätten die Unternehmen nicht mehr so hohe Gewinne wie im Vorjahr eingestrichen und die Investitionsaktivitäten in Folge zurückgefahren. „Ein weiterer Gegenwind für die Vermögensbildung und dementsprechend für Wachstum liefert die höhere Marktvolatilität und die konstante Drohung eines Handelskrieges“, kommentiert der Ökonom. „Wir erwarten ein globales Wachstum, das unter dem Marktkonsens liegt.“

Wie stehe es um die USA?
Durch die Steuersenkungen habe der bereits starke Konsum in den USA angezogen, obwohl die Realeinkommen nicht besonders schnell gestiegen seien. Die Anzeichen deuten darauf hin, dass die fiskalischen Maßnahmen von Präsident Trump die größten Auswirkungen auf die US-Wirtschaft im vierten Quartal dieses Jahres haben werden, bevor sie bis 2019 nachlassen.

„Insgesamt scheint die USA zurzeit in einer guten Verfassung zu sein. Doch vermutlich wird es eine Verlangsamung in der US-Wirtschaft geben – es wird wahrscheinlich kein dramatischer Rückgang sein, aber die Unsicherheit über die Handelsbeziehungen wird das Geschäftsklima beeinträchtigen“, schätzt Schmidt ein.

Und wer verliere am meisten bei einem Handelskrieg? Die USA oder andere Staaten?
Von einem Handelskrieg profitiere keine Nation. Wer am meisten leide, hinge davon ab, wie viele Kämpfe Präsident Trump führe. „In einem direkten Handelskrieg zwischen den USA und China wird China am meisten leiden, da die chinesische Wirtschaft kleiner ist und sich bereits verlangsamt hat. Erhebt Trump jedoch Zölle auf die ganze Welt, wird die US-Wirtschaft wahrscheinlich am meisten darunter leiden – je mehr Kämpfe man führt, desto mehr Schmerzen fügt man sich selbst zu“, argumentiert Schmidt.

Nicht die direkten Auswirkungen der Zölle selbst richteten den größten Schaden an, sondern die Angst, die von ihnen ausgehe. „Wenn ein Unternehmen eine Milliarde US-Dollar für irreversible Investitionen ausgeben will, möchte es wissen, ob es in sechs Monaten noch mit beispielsweise Mexiko Handel treiben kann und unter welchen Bedingungen dieser Handel durchgeführt wird“, meint Schmidt. Ohne diese Klarheit sei es schwierig, Verpflichtungen einzugehen.

„Der indirekte Verlust an globalem Wachstum durch verringerte Investitionsausgaben könnte viel größer sein als der Verlust, der durch die Tarife selbst verursacht wird“, resümiert Schmidt.

Wie wird China mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums umgehen?
Die Kreditvergabe in China schwinde. „Die Behörden haben schon seit einiger Zeit versucht, den Verschuldungsgrad zu senken, aber dies hatte nicht sofort negative Auswirkungen auf das Wachstum, was viele Menschen überraschte“, so der Experte. Wahrscheinlich habe es in Erwartung des Führungswechsels auf dem Nationalen Volkskongress in der ersten Jahreshälfte einen starken Rückenwind seitens des Fiskus gegeben, der die negativen Auswirkungen der Entschuldung wirksam kompensiert habe. Jetzt seien die Auswirkungen der Fiskalausgaben verblasst und der Effekt der Entschuldung beginne sich wirklich zu zeigen.

Eine sinkende Kreditvergabe in Kombination mit steigenden Ölpreisen spiegele sich dort in einer schwindenden Kaufkraft wider, da China überwiegend Öl importiere. „Meiner Erwartung nach wird die Regierung weiterhin reaktiv statt proaktiv bleiben – sie wird nicht das tun, was sie sonst getan hat, nämlich riesige Infrastrukturprojekte zu starten, um das Wachstum anzukurbeln“, schätzt der Experte ein.

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(Foto: Nikolaj Schmidt © bei T. Rowe Price)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.