Allgemeine Nutzungsbedingungen

Allgemeine Nutzungsbedingungen der Internet-Seite „www.bondinvest.eu“

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Wissenswert.

Aktuelle Meldungen

15/10/18
Hertha BSC emittiert Anleihe nach schwedischem Recht, Laufzeit 5 Jahre, Kupon 5% bis 6% erwartet

Die Hertha BSC GmbH & Co. KGaA emittiert eine Anleihe mit einem Volumen von bis zu 40 Mio. Euro und einer Laufzeit von 5 Jahren. Die Anleihe wird ausschließlich bei institutionellen Investoren platziert und nach schwedischem Recht begeben. Die Anleihe hat eine Stückelung von 1.000 Euro, die Mindestorder (bei Emission) beträgt 100.000 Euro. Erwartet wird ein Kupon von 5% bis 6%. Die Mittel aus der Anleiheemission sollen zum Rückkauf der Beteiligung des Finanzinvestors KKR genutzt werden.

2002 wurde der Spielbetrieb der Profi-, der Amateur- sowie der A-Jugend-Mannschaft von Hertha BSC in die Hertha BSC GmbH & Co. KGaA ausgegliedert. Die Hertha BSC GmbH & Co. KGaA hat im Geschäftsjahr 2017/18 einen Umsatz von 129,6 Mio. Euro erzielt, dabei wurde ein EBIT von rund 2,5 Mio. Euro erwirtschaftet. Das Netto-Ergebnis betrug -4,1 Mio. Euro. Die Anleiheemission wird von Pareto Securities AB and equinet Bank AG begleitet.

https://www.fixed-income.org/
(Screenshot: © Hertha BSC)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

15/10/18
Mogo Finance: Roadshow beginnt in dieser Woche, Anleihe 2018/22 könnte aufgestockt werden

Die Mogo Finance S.A. hat KNG Securities LLP (UK), ABG Sundal Collier AB (Schweiz), Bankhaus Scheich Wertpapierspezialist AG (Deutschland), BlueOrange Bank AS (Latvia) und Gottex Brokers SA (Schweiz) mit der Durchführung einer europäischen Roadshow beauftrag. Möglicherweise wird im Anschluss daran die im Juli 2018 platzierte 9,50%-Anleihe 2018/22 (ISIN XS1831877755) aufgestockt.

CEO Edgars Egle kommentiert: „Die Kapitalmärkte haben unsere Strategie erkannt und das Kreditpotenzial durch eine Überzeichnung unserer ersten Anleiheemission gesichert. Die Erlöse tragen bereits im zweiten Halbjahr 2018 erheblich zur Optimierung der Finanzierungskosten bei, wobei für 2019 und danach weitere Verbesserungen erwartet werden. Mogo Finance wird kontinuierlich nach Möglichkeiten zu suchen, die Finanzierungsstrukturen weiter zu optimieren.“

Die Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Jahres werden am 18. Oktober veröffentlicht. Am 23. Oktober wird es hierzu eine Telefonkonferenz geben.

Mogo Finance ist der führende Anbieter von Finanzierungen für Gebrauchtwagen in Europa. Die 2012 gegründete Gesellschaft finanziert Gebrauchtwagen und erhält als Sicherheit die Fahrzeugbriefe. Es besteht auch eine Leaseback-Option. Das Geschäftsmodell unterscheidet sich durch niedrige Finanzierungssummen und datenbasierte Kreditscorings von dem der klassischer Banken und Leasinggesellschaften. Mogo Finance ist mit 260 Mitarbeitern in aktuell zehn Ländern aktiv und bilanziert nach IFRS. Die wichtigsten Märkte für Mogo Finance sind Lettland, Litauen, Estland, Georgien, Polen, Rumänien und Bulgarien. Seit Gründung wurden Kredite im Volumen von über 250 Mio. Euro vergeben. Das Kreditportfolio umfasst aktuell 45.000 Verträge mit einem Kreditvolumen von aktuell über 100 Mio. Euro. Mogo Finance wurde von den damaligen Gründern der 4Finance S.A. gegründet.

http://www.fixed-income.org/
(Foto:
CEO Edgars Egle (links) und CFO Maris Kreics
© Institutional Investment Publishing GmbH
)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

15/10/18
paragon beschließt Begebung von neuer Unternehmensanleihe

Die Geschäftsführung der paragon GmbH & Co. KGaA hat heute beschlossen, eine neue Unternehmensanleihe mit einem Nennbetrag von 1.000 Euro je Schuldverschreibung im Wege eines öffentlichen Angebots sowie im Rahmen einer Privatplatzierung zum Erwerb anzubieten. Das Zielvolumen der Schuldverschreibung beträgt 50 Mio. Euro. Die Laufzeit beginnt voraussichtlich am 31. Oktober 2018. Rückzahlungstag soll der 31. Oktober 2023 sein.

Das Angebot erfolgt auf Grundlage eines Wertpapierprospekts, dessen Billigung am 16. Oktober 2018 durch die Luxemburgischen Wertpapieraufsichtsbehörde (Commission de Surveillance du Secteur Financier) erwartet wird und der anschließend an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gemäß Artikel 19 des Luxemburgischen Gesetzes vom 10. Juli 2005 betreffend den Prospekt über Wertpapiere notifiziert werden soll. Das Angebot besteht aus:

I. einem öffentlichen Angebot durch die Emittentin in der Bundesrepublik Deutschland und dem Großherzogtum Luxemburg über die Zeichnungsfunktionalität DirectPlace der Deutsche Börse AG im Handelssystem XETRA für die Sammlung und Abwicklung von Zeichnungsaufträgen; und

II. einer Privatplatzierung durch die Bankhaus Lampe KG (als Sole Global Coordinator und Bookrunner) an qualifizierte Anleger sowie an weitere Anleger gemäß den anwendbaren Ausnahmebestimmungen für Privatplatzierungen im Großherzogtum Luxemburg und in der Bundesrepublik Deutschland sowie in bestimmten weiteren Staaten mit Ausnahme der Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien und Japan gemäß den anwendbaren Ausnahmebestimmungen für Privatplatzierungen.

Der Angebotszeitraum für das Öffentliche Angebot beginnt voraussichtlich am 23. Oktober 2018 und endet voraussichtlich am 25. Oktober 2018 (14 Uhr MEZ) (vorzeitige Schließung vorbehalten). Vor Beginn des geplanten Angebotszeitraums wird eine Zinsspanne festgelegt und veröffentlicht. Der nominale Zinssatz und der Gesamtnennbetrag der geplanten Schuldverschreibung werden nach Ende des geplanten Angebotszeitraums (voraussichtlich am 25. Oktober 2018) festgelegt und gesondert mitgeteilt.

Das Angebot steht unter der Bedingung, dass mindestens Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von 30 Mio. Euro platziert werden. Die Einbeziehung der Schuldverschreibung in den Handel im Open Market (Freiverkehr) der Frankfurter Wertpapierbörse im Segment Scale für Unternehmensanleihen der Deutsche Börse AG erfolgt am Ausgabetag, d. h. voraussichtlich am 31. Oktober 2018 (vorbehaltlich eines Handels per Erscheinen vor dem Ausgabetag).

Über die paragon GmbH & Co. KGaA

Die im Regulierten Markt (Prime Standard) der Deutsche Börse AG in Frankfurt a.M. notierte paragon GmbH & Co. KGaA (ISIN DE0005558696) entwickelt, produziert und vertreibt zukunftsweisende Lösungen im Bereich der Automobilelektronik, Karosserie-Kinematik und Elektromobilität. Zum Portfolio des marktführenden Direktlieferanten der Automobilindustrie zählen im Segment Elektronik innovatives Luftgütemanagement, moderne Anzeige-Systeme und Konnektivitätslösungen sowie akustische High-End-Systeme. Im Segment Mechanik entwickelt und produziert paragon aktive mobile Aerodynamiksysteme. Darüber hinaus ist der Konzern mit der ebenfalls im Regulierten Markt (Prime Standard) der Deutschen Börse AG in Frankfurt a.M. notierten Tochtergesellschaft Voltabox AG (ISIN DE000A2E4LE9) im schnell wachsenden Segment Elektromobilität mit selbst entwickelten und marktprägenden Lithium-Ionen Batteriesystemen tätig.

Neben dem Unternehmenssitz in Delbrück (Nordrhein-Westfalen) unterhält die paragon GmbH & Co. KGaA bzw. deren Tochtergesellschaften Standorte in Korntal-Münchingen und St. Georgen (Baden-Württemberg), Landsberg am Lech und in Nürnberg (Bayern), in Aachen (Nordrhein-Westfalen), in Bexbach und Saarbrücken (Saarland), in Suhl (Thüringen) sowie in Kunshan (China) und in Austin (Texas, USA).

https://www.fixed-income.org/
(Foto: © Voltabox)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

15/10/18
Bechtle platziert Schuldscheindarlehen über 300 Mio. Euro

Die Bechtle AG hat ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 300 Millionen Euro erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Der Schuldschein hat eine durchschnittliche Laufzeit von 7,5 Jahren und wurde sowohl mit fester als auch variabler Verzinsung angeboten. Die hohe Nachfrage führte dazu, dass das Orderbuch deutlich überzeichnet war und damit das Gesamtvolumen von anfänglich 200 auf 300 Millionen Euro erhöht werden konnte. Mit insgesamt gut 140 nationalen und internationalen Investoren beteiligten sich sehr viele Kapitalgeber an der Transaktion. Bechtle nutzt die Emission in erster Linie zur Finanzierung der jüngsten Akquisitionen von Inmac Wstore in Frankreich sowie von BT Stemmer in Deutschland.

"In einem hochkompetitiven Kapitalmarktumfeld mit zahlreichen parallel vermarkteten Transaktionen ist es uns gelungen, das Schuldscheindarlehen zu sehr attraktiven Konditionen zu platzieren. Das zeigt das große Vertrauen der Investoren in das Geschäftsmodell und die nachhaltig positive Geschäftsentwicklung von Bechtle", sagt Dr. Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender der Bechtle AG.

Die Transaktion wurde von der BayernLB, der Commerzbank und der Landesbank Baden-Württemberg LBBW (Technical Lead) begleitet. Es ist das erste Schuldscheindarlehen der Bechtle AG. "Der hohe Bekanntheitsgrad von Bechtle sowie die vom Markt als sehr gut wahrgenommene Unternehmensbonität sorgten für eine enorm stabile Ordernachfrage und eine mit rund 140 verschiedenen Investoren außergewöhnlich hohe Streuung. Insgesamt eine äußerst erfolgreiche Debüttransaktion", so die gemeinsame Bewertung der arrangierenden Banken.

Über Bechtle:

Die Bechtle AG ist mit rund 70 IT-Systemhäusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv und zählt mit E-Commerce-Gesellschaften in 14 Ländern zu den führenden IT-Handelsunternehmen in Europa. Gegründet 1983, beschäftigt der Konzern mit Hauptsitz in Neckarsulm derzeit rund 9.000 Mitarbeiter. Seinen 70.000 Kunden aus Industrie und Handel, öffentlichem Dienst sowie dem Finanzmarkt bietet Bechtle herstellerübergreifend ein lückenloses Angebot rund um IT-Infrastruktur und IT-Betrieb aus einer Hand. Bechtle ist im MDAX notiert. 2017 lag der Umsatz bei rund 3,6 Milliarden Euro.

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(Foto: Bechtle Logistik, Neckarsulm © Bechtle AG)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

15/10/18
Fidelity Fixed Income Monatsbericht: Haushaltsstreit in Italien sorgt für Unruhe an den Anleihemärkten

Italien steht bei vielen Anlegern auch weiterhin im Zentrum der Aufmerksamkeit. Andrea Iannelli, Investment Director für Anleihen bei Fidelity International, diskutiert vor diesem Hintergrund die Aussichten für bonitätsstarke Unternehmensanleihen aus Europa und den USA.

Europa: Italienischer Haushalt macht Anlegern zu schaffen
„Italien bleibt im Mittelpunkt des Interesses, und die Folgen dürften wohl noch mindestens ein weiteres Quartal nachhallen. Der von Rom vorgelegte Haushalt macht Anlegern, die in italienische Staatsanleihen investieren, weiter zu schaffen, sorgt er doch für große Renditeunterschiede und hohe Schwankungen. Allerdings zeigen sich Unternehmensanleihen von den Problemen bei italienischen Staatspapieren bislang wenig beeindruckt.

Ungeachtet der Turbulenzen bei Vermögenswerten aus Italien fielen die Risikoaufschläge europäischer Investment-Grade-Unternehmensanleihen im September um fünf Basispunkte. Diese robuste Wertentwicklung in Anbetracht des veritablen Sturms, den die Haushaltsdebatte in Italien ausgelöst hat, finden wir beruhigend. Lässt sie doch vermuten, dass die Anfang des Jahres beobachtete Marktkorrektur die Anlageklasse widerstandsfähiger gegen Bewegungen bei italienischen Staatsanleihen gemacht hat.

Höhere Staatsanleiherenditen werden sich bei den Gesamtrenditen bemerkbar machen: Schon jetzt schneiden globale Investment-Grade-Anleihen gegenüber ihren Pendants aus dem Hochzinssegment deutlich schwächer ab. Schlagzeilen über Italien werden weitere Schwankungen mit sich bringen. Inzwischen gab es aber bereits auf breiter Front Kursanpassungen. Europäische Investment-Grade-Unternehmensanleihen sind deshalb mittlerweile im Vergleich zu ihren Pendants aus den USA relativ günstig bewertet.

Auch die Angebotsüberhänge sollten der Vergangenheit angehören, was auf günstigere technische Rahmenbedingungen hoffen lässt. Relative Stabilität, eine klare Positionierung und günstigere Bewertungen sprechen für eine konstruktivere Haltung.“

USA: Warnsignale mahnen zur Vorsicht gegenüber Unternehmensanleihen
„Vom Konjunktur- und Gewinnausblick geht nach wie vor Rückenwind für US-Unternehmensanleihen mit Investment Grade aus. Es gibt jedoch einige Warnsignale, die uns zu mehr Vorsicht gegenüber der Anlageklasse mahnen.

Die starken Quartalsergebnisse, mit denen die Risikobereitschaft im letzten Quartal zunahm, sind kein Thema mehr. Frühindikatoren zur globalen Gewinnentwicklung, wie beispielsweise die koreanischen Exporte, lassen auf eine weitere weltweite Abschwächung des Gewinnwachstums unter die Zehn-Prozent-Marke aus der Konsensprognose für 2019 schließen.

Mit einer gewissen Enttäuschung ist daher zu rechnen, die aber noch nicht in den Kursen eingepreist ist. Und das in einer Zeit, in der die Kapitalkosten insbesondere für stärker verschuldete Unternehmen weiter steigen, und nach dem starken Anstieg der M&A-Aktivitäten, den wir im vergangenen Jahr gesehen haben.

Zu guter Letzt ist nach der jüngst überdurchschnittlichen Wertentwicklung das relative Wertpotenzial von US-Unternehmensanleihen mit Investment Grade gegenüber ihren europäischen Pendants nicht mehr ganz so offensichtlich. Hinzu kommen die wieder gestiegenen Währungsabsicherungskosten für Euro-Anleger.“

http://www.fixed-income.org/
(Foto: Andrea Iannelli © Fidelity International)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

14/10/18
DWS: Steigende Realzinsen und ihre Auswirkungen auf die Märkte

Am Mittwoch gab Präsident Donald Trump der US Federal Reserve (Fed) die Schuld für den Ausverkauf an den Aktienmärkten. "Die Fed macht einen Fehler. Sie sind so eng. Ich denke, dass die Fed verrückt geworden ist", sagte er, laut der Financial Times. Unser Chart der Woche zeigt, dass die Dinge doch etwas komplizierter sein dürften.

In den letzten Wochen haben die Renditen für 10-jährige US Treasuries den höchsten Stand seit sieben Jahren erreicht. Was steckt dahinter? Da hilft es zunächst einmal, die Rendite in Realzinsen und Inflationserwartungen zu zerlegen, gemessen an der aus inflationsgeschützten Wertpapieren (TIPS) abgeleiteten Breakeven-Inflationsrate. Wie unser Chart der Woche zeigt, war der Großteil der jüngsten Renditeanstiege auf steigende Realzinsen zurückzuführen, die nun ebenfalls ein 7-Jahres-Hoch erreichten. Dies deutet auf eine solide wirtschaftliche Dynamik hin, die mit Beginn der Gewinnsaison auch einige Nerven an den Aktienmärkten wieder beruhigen könnte. Es impliziert auch, dass die US-Notenbank vorerst im richtigen Tempo die Zinszügel strafft, also in etwa gerade schnell genug, um die Inflationserwartungen nicht aus dem Ruder zu laufen zu lassen.

Und wie sehr kann man sich darauf verlassen? Drei Gründe mahnen zur Vorsicht. Erstens dürften US Treasuries auf dem derzeitigen Niveau überverkauft sein. Mehrere technische Faktoren, von einem der vorübergehende Anstieg der Kosten für die Währungsabsicherung bis zum Auslaufen einer Steuererleichterung Mitte September, dürften zur schwachen Nachfrage der US Treasuries und dem daraus resultierenden stetigen Anstieg der Renditen beigetragen haben. Diese Faktoren dürften bereits nachlassen; nach jüngsten Umfrageergebnissen dürfte die Shortpositionierung inzwischen wieder so extrem sein wie zuletzt Mitte September. Zweitens erscheinen steigende Realzinsen wie ein seltsamer Auslöser für den Ausverkauf der Aktienmärkte. Theoretisch sollten sie gleichzeitig sowohl das Gewinnwachstum steigern, als auch die Rate, mit der Investoren diese Gewinne diskontieren. Vielleicht sind die US Treasuries ja weniger Auslöser als Sündenbock für sonstige Sorgen der Aktienanleger, angefangen mit dem schwellenden globalen Handelskonflikt. Und drittens gibt es natürlich keine Garantie dafür, dass die Rentenmärkte die Dinge richtig gemacht haben. Weder Rentenanleger noch Zentralbanker sind so allwissend, wie man es sich manchmal wünschen würde.

https://www.fixed-income.org/
(Chart: © DWS)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

12/10/18
DEAG emittiert Anleihe zur Finanzierung weiteren Wachstums, Kupon 5,25% bis 6,00%

Die im Prime Standard notierte DEAG Deutsche Entertainment AG beabsichtigt eine Unternehmensanleihe in Höhe von bis zu 25 Mio. Euro zu begeben (ISIN DE000A2NBF25). Der für das Angebot erforderliche Wertpapierprospekt wurde heute von der Luxemburgischen Finanzaufsichtsbehörde Commission de Surveillance du Secteur Financier gebilligt und wird der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht im Wege der Notifizierung übermittelt. Der Prospekt wird auf der Investor Relations-Webseite der DEAG veröffentlicht. Die Emission wird begleitet von der IKB Deutsche Industriebank AG.

Auch zukünftig beabsichtigt DEAG weiter zu wachsen und in allen Feldern von margen- und umsatzstarken Projekten zu profitieren. Insbesondere die Geschäftsfelder Arts+Exhibitions, Family-Entertainment und Ticketing bieten überproportionales und sehr profitables Wachstumspotenzial. Entsprechend dient der Erlös aus der Anleihe zur Finanzierung des Wachstums der DEAG in den Kernmärkten bei gleichzeitiger Optimierung der Finanzierungsstruktur.

Prof. Peter Schwenkow, Vorstandsvorsitzender und Gründer der DEAG: "Wir haben die DEAG in den vergangenen Jahren rund um unser Kerngeschäft als Konzertveranstalter erfolgreich strategisch weiterentwickelt. Als diversifizierter Entertainment-Dienstleister mit 40 Jahren Branchenerfahrung veranstalten wir heute mit über 800 Künstlern rund 4.000 Events pro Jahr. In unseren Geschäftsfeldern Rock/Pop, Classics & Jazz, Family-Entertainment und Arts+Exhibitions bieten wir erstklassige Veranstaltungen, für die wir jährlich über fünf Millionen Tickets verkaufen. Zu unseren internationalen Künstlern und Shows zählen unter anderem beispielsweise Ed Sheeran, Kiss oder Disney on Ice. Diese Top-Veranstaltungen können wir in unserem fünften Geschäftsfeld Ticketing über unsere eigene Plattform MyTicket zusätzlich vermarkten."

In dieser diversifizierten Marktpositionierung mit klarem Fokus auf profitable Formate sieht sich das Unternehmen angesichts der jüngsten Umsatz- und Ergebnisentwicklungen bestätigt. Im ersten Halbjahr 2018 verzeichnete der DEAG-Konzern einen Umsatzanstieg um 34,2 % auf 118,0 Mio. Euro nach 87,9 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 8,1 Mio. Euro gegenüber 2,2 Mio. Euro im Vorjahr.

Die auf den Inhaber lautenden Schuldverschreibungen mit einem Nennbetrag von je 1.000,00 Euro werden in Deutschland und Luxemburg öffentlich angeboten und können während des Angebotszeitraums vom 22. Oktober 2018 bis voraussichtlich zum 26. Oktober 2018 (14:00 Uhr (MEZ)) über die Zeichnungsfunktionalität "DirectPlace" der Deutschen Börse AG gezeichnet werden, wobei im Falle einer Überzeichnung eine vorzeitige Schließung möglich ist. Daneben wird die Anleihe auch im Rahmen einer internationalen Privatplatzierung qualifizierten Anlegern angeboten, die direkt über die IKB Deutsche Industriebank AG zeichnen können. Der jährliche feste Zinssatz der Schuldverschreibungen liegt innerhalb der Zinsspanne von 5,25 bis 6,00 % und wird am Ende des Angebotszeitraums auf der Grundlage der Zeichnungsaufträge im Rahmen eines sogenannten Bookbuilding-Verfahrens festgelegt und per Preisfestsetzungsmitteilung bekannt gegeben. Es ist geplant, die Anleihe in den Handel im Open Market der Deutsche Börse AG (Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse) einzubeziehen.

https://www.fixed-income.org/ (Sreenshot: © MyTicket.de)

Tab. 1: Eckdaten der Anleihe

Emittentin

DEAG Deutsche Entertainment AG

Kupon

5,25% – 6,00%

Zeichnungsfrist

22.10.-26.10.2018

Laufzeit

31.10.2023 (5 Jahre)

Emissionsvolumen

25 Mio. Euro

Stückelung

1.000 Euro

ISIN / WKN

DE000A2NBF25 / A2NBF2

Sole Lead Manager

IKB Deutsche Industriebank AG

Internet

https://www.deag.de/ir

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

11/10/18
NN IP: MIT-Studie – Institutionelle Anleger sollten Allokation in Schwellenländeranleihen erhöhen

Im laufenden Jahr sind die Kurse von Schwellenländeranleihen durch den starken US-Dollar und andere technische Faktoren niedrig gehalten worden. Bietet die Anlageklasse nun eine gute Kaufgelegenheit, auch angesichts steigender Zinsen und der Normalisierung der Geldpolitik in den entwickelten Märkten?

Eine kürzlich von Studenten der Sloan School of Management am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Zusammenarbeit mit NN Investment Partners (NN IP) durchgeführte Studie zeigt, dass der optimale Anteil von Schwellenländeranleihen in einem Fixed-Income-Portfolio in einem Umfeld mit steigenden Zinsen zwischen 8% und 35% liegt, abhängig von nach Risikotoleranz der Investoren.

Im Rahmen der Studie wurden die Risiko-Ertrags-Profile verschiedener Fixed-Income-Anlagen in Zinsanstiegsphasen in den vergangenen 15 Jahren miteinander verglichen. Anschließend wurde ermittelt, wie hoch die optimale Allokation eines Fixed-Income-Portfolios in Schwellenländeranleihen bei unterschiedlichen, fest definierten Verlusttoleranzen für das Gesamtportfolio ausfallen müsste. Die Studie kam zu dem Schluss, dass selbst Anleger mit der niedrigsten Drawdown-Toleranz (0% auf Sicht von einem Jahr) von einer Allokation von 8% in Schwellenländeranleihen profitieren würden. Bei einer moderaten Drawdown-Toleranz von -5% steigt die Allokationsempfehlung deutlich auf 26%. Und für Anleger, die ein Drawdown-Risiko von -15% in Kauf nehmen können, liegt der optimale Anteil bei 35%.

Tatsächlich können Schwellenländeranleihen gute risikobereinigte Renditen bieten: Die Rendite von Schwellenländerstaatsanleihen in Lokalwährung war zum Ende des vergangenen Jahres praktisch genauso hoch wie die von US-Hochzins-Unternehmensanleihen, aber das aggregierte Rating war um sieben Stufen besser. Und die Rendite von Unternehmensanleihen aus Schwellenländern war knapp 2% höher als die von US-Investment-Grade-Unternehmensanleihen, obwohl das Rating der Schwellenländeranleihen nur zwei Stufen niedriger war.

Darüber hinaus weisen Schwellenländeranleihen nach Auffassung von NN IP strukturelle Vorteile auf. So lag die durchschnittliche Recovery-Quote nach einem Zahlungsausfall von Staatsanleihen aus Schwellenländern in den Jahren von 1983 bis 2016 bei vergleichsweise sehr hohen 54%. Außerdem kam es pro Jahr höchstens zu zwei Zahlungsausfällen bei Schwellenländer-Staatsanleihen, und trotz einer tendenziell hohen Korrelation der Credit Spreads mit den US-Aktienkursen stieg die Zahl der Zahlungsausfälle bei Schwellenländer-Staatsanleihen während der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 nicht wesentlich an.

Obwohl Schwellenländeranleihen mittlerweile eine sehr große Anlageklasse darstellen, ihr Risiko-Ertrags-Profil in den vergangenen 15 Jahren günstig war und die Fundamentaldaten solide sind, sind die Allokationen in Schwellenländeranleihen nach wie vor gering. Eine Studie von NN IP zur Stimmung institutioneller Investoren gegenüber Schwellenländeranleihen vom März 2018 hat ergeben4, dass institutionelle Anleger in der Regel lediglich 1 – 5% ihrer Assets in Schwellenländeranleihen investieren. Die Studie hat darüber hinaus ergeben, dass über die Hälfte aller Befragten ihre geringe Allokation in Schwellenländeranleihen damit begründen, dass sie nicht genug von dieser Anlageklasse verstehen. Drei Viertel führen außerdem die allgemeine Risikowahrnehmung als Grund für die geringe Allokation an. Zudem dürfte auch die Tendenz der Anleger zu Investitionen in den Heimatmärkten hemmend wirken.

Aber nicht nur in der Portfolioallokation der Investoren, auch in wichtigen globalen Anleiheindizes ist der Anteil von Schwellenländern niedrig: Beim Citi WGBI liegt er bei nur 2%, beim Bloomberg Global Treasury bei 3,1% und beim Bloomberg-Barclays Global Treasury bei 6,0%. Der wesentliche Grund, warum Schwellenländeranleihen in globalen Anleiheindizes nur unterproportional vertreten sind, ist, dass eine Reihe von Anleihen und Ländern die Aufnahmekriterien nicht erfüllen.

Marcelo Assalin, Head of Emerging Market Debt bei NN Investment Partners:
„Schwellenländeranleihen sind eine unterschätzte Anlageklasse. Viele Investoren haben nach wie vor unbegründete Bedenken, die sich mit einem Blick auf die Daten jedoch leicht widerlegen lassen. Schwellenländeranleihen haben in der Vergangenheit sehr attraktive Risiko- und Ertragseigenschaften aufgewiesen, und ihre höhere Verzinsung kann als Puffer dienen, wenn an den Märkten wegen des Zinsanstiegs Gegenwind herrscht.

Tendenziell werden die Risiken gerade von Schwellenländer-Staatsanleihen am Markt überschätzt. Das Risiko-Ertrags-Verhältnis ist aber für geduldige Anleger günstiger als bei sehr vielen anderen Fixed-Income-Anlageklassen.

Insgesamt bin in überzeugt, dass vor allem Schwellenländerhochzinsanleihen in Hartwährung, aber auch kurz laufende Schwellenländeranleihen und Frontier-Market-Anleihen ein sehr gutes Potenzial besitzen, andere Anleiheklassen bei steigenden Zinsen zu schlagen. Auch kürzer laufende Lokalwährungsanleihen sollten gut abschneiden.“

https://www.fixed-income.org/
(Foto:
Marcelo Assalin © NN Investment Partners)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

11/10/18
BNY Mellon IM zu Hochzinsanleihen: Aktuelles Umfeld günstig für B-Anleihen

Ein interessanter Trend am europäischen Markt für Hochzinsanleihen war dieses Jahr die gegenüber BB-Anleihen klar überdurchschnittliche Entwicklung von Emittenten aus dem B-Segment. Dr. Ulrich Gerhard, Manager des BNY Mellon Global Short-Dated High Yield Bond Fund und Senior Manager bei Insight Investment – einer Boutique von BNY Mellon IM (Foto anbei), erwartet, dass sich dieser auch künftig fortsetzen wird. Die Gründe dafür seien steigende Kupons, Zinsen, niedrige Ausfallraten und ein hoher Anteil an üblicherweise nicht im Segment tätigen Anlegern, die ihre BB-Engagements im Hochzinssegment langsam verringern:

„Der Blick auf die von Intercontinental Exchange (ICE) bereitgestellten europäischen Hochzinsindizes zeigt, dass der B-Index dieses Jahr um 1,56% gestiegen ist, während der BB-Index 0,17% verloren hat. Zudem war das B-Segment weniger volatil als BB-Titel.

Diese überdurchschnittliche Entwicklung beruht zu großen Teilen auf niedrigen Ausfallraten – dank ordentlichen Wachstums und guter Liquidität verfügen die Unternehmen über solide Fundamentaldaten. Die Ausfallraten in Europa und den USA liegen fast auf zyklischen Tiefständen und dürften auch zukünftig niedrig bleiben.

Steigende Zinsen beeinträchtigen das BB-Segment wegen der gegenüber B-Anleihen niedrigen Kupons und deutlich höheren Laufzeiten stärker. Ein Trend, den wir 2018 sowohl in den USA als auch in Europa beobachten konnten.

In den letzten Jahren waren Anleger im Segment Investmentstatus (Investment Grade/IG) gezwungen, für Renditen ins BB-Segment auszuweichen, weil die Renditen im IG-Segment durch die quantitative Lockerungspolitik der EZB stark geschrumpft oder komplett verschwunden sind. Diese Anleger kennen sich mit Hochzinsanleihen in der Regel nicht aus. Dadurch sind die BB-Renditen auf nur 2,5% gesunken, während sie im B-Segment bei 4,8% liegen. Bei diesen BB-Renditen werden Anleger aus unserer Sicht für die Volatilität nicht angemessen entschädigt. Zudem ist die rechtliche Dokumentation bei BB-Anlegern wegen des hohen Anteils an IG-Anlegern geringer als bei B-Papieren.

Wir selbst halten derzeit sowohl in EU- als auch in US-Hochzinsanleihen höhere B-Engagements und halten uns bei BBs stark zurück. Anlagen in Unternehmen mit B-Bonität sind arbeitsintensiv und erfordern detaillierte Kreditanalysen, mithin ein genaues Verständnis des jeweiligen Unternehmens und eine sehr genaue Prüfung der Dokumentation. Die korrekte Titelauswahl ist nämlich von entscheidender Bedeutung.

Während eines konjunkturellen Abschwungs mit sinkenden Zinsen und steigenden Ausfallquoten würden wir BB-Papiere gegenüber B-Anleihen favorisieren. Im aktuellen Umfeld allerdings ist das Risiko/Ertragsprofil von B-Titeln deutlich besser als das von BB-Papieren – sofern die erforderliche Fundamentalanalyse erfolgt.“

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(Foto: Dr. Ulrich Gerhard © BNY Mellon)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

11/10/18
Volkswagen Financial Services emittiert Anleihen über 2,6 Milliarden Euro

Die Volkswagen Financial Services AG hat drei Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 2,6 Milliarden Euro platziert. Es wird erwartet, dass Standard & Poor’s diese mit BBB+ und Moody’s mit A3 bewerten. Die Transaktion war insgesamt mehr als 1,7-fach überzeichnet.

Wir sind mit dieser volumenstarken Emission sehr zufrieden. Die positive Entwicklung unseres Vertragsbestands wird durch unsere gute Refinanzierungsbasis getragen. Allein in diesem Jahr haben die Volkswagen Finanzdienstleistungen bereits fast zehn Milliarden Euro mit Unternehmensanleihen am Euro-Kapitalmarkt refinanziert und den Vertragsbestand im ersten Halbjahr weltweit um mehr als sieben Prozent erhöht“, sagt Frank Fiedler, CFO der Volkswagen Financial Services AG.

Anleihen tragen einen bedeutenden Anteil zum Refinanzierungsvolumen der Volkswagen Finanzdienstleistungen bei. Zum 30. Juni 2018 machten Anleihen in Höhe von 34,6 Mrd. Euro (Ende 2017: 32,7 Mrd. Euro) etwa 18 Prozent der Refinanzierung des Geschäftsbereichs Volkswagen Finanzdienstleistungen aus. Weitere bedeutende Anteile waren Asset Backed Securities mit 37,3 Mrd. Euro (rund 19 Prozent) und Kundeneinlagen mit 33,6 Mrd. Euro (rund 17 Prozent).

Die Anleihen im Überblick:

 

Anleihe 1

Anleihe 2

 Anleihe 3

Emittent

 Volkswagen Financial Services AG

Volumen

1,0 Mrd. Euro

850 Mio. Euro

750 Mio. Euro

Stückelung

1.000 Euro

1.000 Euro 

1.000 Euro 

Laufzeit

2,0 Jahre

5,0 Jahre 

8,0 Jahre 

Kupon

0,25%

1,375%

2,25%

Emissionskurs

 99,881

99,914

99,993

ISIN

 XS1893632221

XS1893631330

XS1893631769


Die Anleihen wurden von einem Bankenkonsortium bestehend aus Bank of America Merrill Lynch, Barclays, Santander, Société Générale und UniCredit vermarktet.

Die Volkswagen Finanzdienstleistungen sind ein Geschäftsbereich der Volkswagen AG (Konzern) und umfassen die Volkswagen Financial Services AG mit ihren Beteiligungsgesellschaften, die Volkswagen Bank GmbH, die Porsche Financial Services sowie die direkt oder indirekt der Volkswagen AG gehörenden Finanzdienstleistungsgesellschaften in den USA, Kanada und Spanien – mit Ausnahme der Marken Scania sowie der Porsche Holding Salzburg. Die wesentlichen Geschäftsfelder umfassen dabei die Händler- und Kundenfinanzierung, das Leasing, das Bank- und Versicherungsgeschäft, das Flottenmanagementgeschäft sowie Mobilitätsangebote. Weltweit sind bei Volkswagen Finanzdienstleistungen 15.770 Mitarbeiter beschäftigt – davon 6.670 allein in Deutschland. Die Volkswagen Finanzdienstleistungen weisen eine Bilanzsumme von rund 186,9 Milliarden Euro, ein operatives Ergebnis von 2,5 Milliarden Euro und einen Bestand von rund 19,7 Millionen Verträgen aus (Stand: 31.12.2017).

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(Foto: VW Arteon © Volkswagen AG)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

10/10/18
T. Rowe Price: Kombination verschiedener Schwellenländer-Anleihetypen verspricht Erfolg

Schwellenländeranleihen sind keine homogene Anlageklasse. Dies kann für die Vermögensallokation von Vorteil sein. Für Kunden, die auf der Suche nach stetigem Alpha sind, untersucht T. Rowe Price bisweilen verschiedene Kombinationen von EM-Staatsanleihen in Hartwährungen (EMH), EM-Unternehmensanleihen in Hartwährungen (EMC) und EM-Anleihen in Lokalwährungen (EML).

In den vergangenen 15 Jahren haben EMH besser abgeschnitten als EMC und EML. Die Renditen sind jedoch zyklisch. Wenn man eine Mischstrategie entwirft, sollte man sich im Hinblick auf die möglichen Renditen eher die Erwartungen für die Zukunft anschauen als die historische Performance. So haben die Renditen von EM-Anleihen in Lokalwährungen in den vergangenen Jahren ständig unter dem starken Dollar gelitten. Sollte sich der Greenback künftig schlechter entwickeln, könnte dies für den Sektor positiv sein.

„Im Hinblick auf die Diversifikation haben sich die EMC und EML besser entwickelt als die EMH. Die Korrelation zwischen diesen drei Sektoren war in der Vergangenheit unvollkommen“, sagt (, Head of Multi-Asset Solutions, EMEA bei T. Rowe Price. Beispielsweise schwankte die Korrelation zwischen EMC und EML über die gleitenden 36-Monatszeiträume seit 2005 etwa zwischen 0,39 und 0,85. Die Korrelation zwischen EMH und EML hat sich in etwa zwischen 0,52 und 0,85 bewegt.

Lustig: „Wir haben uns drei hypothetische strategische Allokationen angesehen, in denen wir EM-Anleihe-Sektoren miteinander kombinierten. Erstens: Geringes Risiko, 60:30:10 (EMH:EMC:EML). Zweitens: Mittleres Risiko, 33:33:33: (EMH:EMC:EML). Und drittens: Hohes Risiko, 15:15:70 (EMH:EMC:EML). Auf Basis der Daten des Indexlevels (mit anderen Worten: ohne Alpha aus dem aktiven Management) über gleitende 12-Monatszeiträume von Januar 2003 bis Mai 2018 fanden wir Folgendes heraus: Erstens: Das risikoarme Portfolio hätte in 50 Prozent der Zeit die beste Performance geliefert. Zweitens: Das Portfolio mit mittlerem Risiko hätte in fünf Prozent der Zeit die beste Performance erzielt. Und drittens: Das risikoreiche Portfolio hätte in 45 Prozent der Zeit die beste Performance gebracht.“

Durch die Kombination der verschiedenen EM-Anleihen ist eine Diversifikation der Alpha-Quellen erreichbar. So kann ein Manager, der einen Schwerpunkt auf das Risikomanagement legt, das Alpha stark erhöhen, wenn der Markt fällt – bei einem steigenden Markt erzielt er jedoch eine Underperformance.

Wie funktioniert das in der Praxis? Eine Möglichkeit das Problem anzugehen, ist mit einer langfristigen strategischen Allokation zu starten und die gewünschten neutralen Allokationen in EMH, EMC und EML zu definieren. Eine solche Ausgangsallokation für jede Anlageklasse kann helfen, die Auswirkungen des Timings zu minimieren. Falls gewünscht, kann dies die zusammengesetzte Benchmark für das kombinierte EM-Anleiheportfolio bilden. Die nächste Mehrwertquelle bei der taktischen Vermögensallokation ist die dynamische Rotation der EMH/EMC/EML. Die dritte und in manchen Fällen bedeutendste Mehrwertquelle ist auf der Ebene der Wertpapierauswahl zu finden, in Form eines individuellen Bottom-up-Ansatzes der Portfoliomanager.

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(Foto:
Yoram Lustig © T. Rowe Price)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

10/10/18
Nordex Group erneut mit starkem Auftragseingang: Abschluss des dritten Quartals mit 974 Megawatt

Die Nordex Group hat ihr drittes Quartal 2018 mit einem Auftragseingang in Höhe von 974 Megawatt (MW) abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Volumen der fest vereinbarten Neuaufträge fast um ein Fünffaches (Q3/2017: 203,4 MW).

Kürzlich hat das Unternehmen in den USA Aufträge über 122 Turbinen der Modelle AW125 und AW132 mit unterschiedlichen installierten Kapazitäten erhalten. Das Gesamtvolumen des Auftragseingangs in Nordamerika beläuft sich im dritten Quartal auf 405 MW.

Darüber hinaus hat die Nordex Group auch ein Projekt über 99 MW aus Argentinien verbucht. Aus Südafrika hat das Unternehmen zudem zwei Großaufträge über insgesamt 252 MW erhalten.

Die Nachfrage in Europa belief sich im Zeitraum auf rund 218 MW. Die stärksten Einzelmärkte waren hier Deutschland, Belgien, Frankreich und Finnland. In Finnland konnte sich die Nordex Group dabei den ersten größeren Auftrag für die neue Turbine N149/4.0-4.5 mit einem Volumen von 81 MW sichern.

"Mit fast einem Gigawatt Auftragseingang im dritten Quartal hat die Nordex Group das vierte Quartal in Folge einen sehr soliden und stabilen Auftragseingang gezeigt. Das ist ein Ergebnis unserer globalen Ausrichtung, die es uns ermöglicht, Kundenanforderungen flexibel und zügig in allen Märkten zu bedienen. Darüber hinaus belegen die ersten Aufträge für unsere neue Turbine N149/4.0-4.5, dass unsere Produktstrategie greift.", sagt José Luis Blanco, CEO der Nordex SE. Produktseitig konzentrierte sich das Neugeschäft auf die Turbinen AW125, AW132 und N149/4.0-4.5. Insgesamt hat die Nordex Group im laufenden Jahr bereits feste Aufträge über 3.070 MW erhalten.

Die Nordex Group im Profil
Die Gruppe hat mehr als 23 GW Windenergieleistung in über 25 Märkten installiert und erzielte im Jahr 2017 einen Umsatz von knapp 3,1 Mrd. EUR. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 5.000 Mitarbeiter. Zum Fertigungsverbund gehören Werke in Deutschland, Spanien, Brasilien, den USA und in Indien. Das Produktprogramm konzentriert sich auf Onshore-Turbinen der 1,5- bis 4,8-MW-Klasse, die auf die Marktanforderungen von Ländern mit begrenzten Ausbauflächen und Regionen mit begrenzten Netzkapazitäten ausgelegt sind.

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(Foto: © Nordex)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

09/10/18
Aquila Capital plant Emission eines Green Bonds durch Småkraft in Höhe von 50 Mio. EUR für weitere Expansion des norwegischen Wasserkraftwerksbetreibers

Das auf alternative Anlagen spezialisierte Investmentunternehmen Aquila Capital plant über Småkraft AS die Auflegung eines Green Bonds in Höhe von 50 Mio. EUR zur Finanzierung des weiteren Wachstums des norwegischen Wasserkraftwerksbetreibers. Aquila Capital hat Småkraft AS 2015 für seine Anleger erworben und im Jahr 2017 mit Norsk Grønnkraft fusioniert. Das in Bergen ansässige Unternehmen ist mit einer Jahresstromerzeugung von mehr als 1 TWh der größte Betreiber kleiner Wasserkraftwerke in Europa.

Das niederländische Pensionswerk APG ist der mehrheitliche Anteilseigner von Småkraft AS und hat sein Wasserkraft-Investment kürzlich auf 300 Mio. EUR erhöht. Im September 2018 verkündete Småkraft AS das Ziel, die jährliche Stromerzeugung auf 2 TWh auszubauen, wobei das Wachstum sowohl aus dem Bau neuer als auch dem Zukauf bestehender Laufwasserkraftwerke stammen wird. Momentan betreibt das Unternehmen bereits mehr als 100 Kraftwerke in ganz Norwegen.

ABG Sundal Collier, Nordea und SEB sind als Joint Lead Manager damit beauftragt, vom 9. bis 19. Oktober 2018 in Nordeuropa und Deutschland Investorenmeetings zu arrangieren. Vorbehaltlich des Marktumfelds und anderer Faktoren soll ein vorrangig besicherter Green Bond über 50 Mio. EUR mit einer Laufzeit von fünf Jahren ausgegeben werden. Das mit diesem Bond eingesammelte Kapital soll für die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten, das Investment in neue Wasserkraftwerke, den Zukauf bestehender Wasserkraftwerke oder für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden.

Über Aquila Capital:
Aquila Capital entwickelt innovative Investmentlösungen für institutionelle Investoren weltweit. Seit der Gründung 2001 versteht sich die eigentümergeführte Gesellschaft als Treuhänder ihrer Kunden und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz in der Verwaltung von Sachwert- und Finanzmarkt-Anlagen. Kunden der Aquila Gruppe sind maßgeblich institutionelle Investoren in Europa.

Über 200 Mitarbeiter arbeiten an zehn Standorten weltweit an der Umsetzung effizienter Investmentstrategien in Fondsstrukturen und individuellen Mandaten. Zur Aquila Gruppe gehören sowohl die in Deutschland von der BaFin als Service-KVG lizenzierte Aquila Capital Investmentgesellschaft mbH als auch die in Luxemburg von der CSSF als AIFM und UCITS Management Company zugelassene Alceda Fund Management S.A.

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(Foto: © pixabay)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

09/10/18
SRV Group Plc – Turnaround wahrscheinlich

Der finnische Projektentwickler SRV Group ist am deutschen Kapitalmarkt bekannt durch die Platzierung der 6,875%-Anleihe 2016/21 (ISIN FI4000198122) sowie der 4,875%-Anleihe 2018/22 (ISIN FI4000315395). In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie des Unternehmens etwa 40% an Wert verloren. Dies liegt insbesondere am enttäuschenden Halbjahresergebnis. Der Umsatz ging von 507,5 Mio. Euro auf 451,5 Mio. Euro zurück. Das EBIT war mit -14,2 Mio. Euro deutlich negativ. Maßgeblich hierfür waren höhere Kosten in Höhe von 20,3 Mio. Euro beim REDI-Projekt. Analysten erwarten den Turnaround für das 2. Halbjahr 2018. Behalten die Analysten recht, dann könnte jetzt ein günstiger Einstiegszeitpunkt sein.

REDI
REDI ist die größte Immobilienprojektentwicklung in Finnland. Neben einem Shoppingcenter mit 200 Shops, das am 20. September 2018 eröffnet wurde, entstehen acht Wohntürme mit insgesamt 1.500 Wohneinheiten. SRV hält 40% am Shopping-Center. Zurzeit ist der erste Turm kurz vor Fertigstellung, der zweite Turm kurz vor Baubeginn. Der letzte Turm soll 2023 oder 2024 fertiggestellt werden. REDI hat eine eigene Metro-Station, die Metro hält über 500-mal täglich direkt am Shopping-Center.

Aktuelle Entwicklung
Für das laufende Geschäftsjahr musste SRV die Prognose senken. Beim Umsatz wird ein Rückgang erwartet. Beim EBIT wird ein negatives Ergebnis erwartet. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen werden im laufenden Jahr voraussichtlich weniger Wohneinheiten fertiggestellt als im letzten Jahr (526 Wohneinheiten, nach 782 Wohneinheiten 2017). Zum anderen waren beim REDI-Projekt die Kosten höher als erwartet. Umsätze können mit der Shopping-Mall erst seit Eröffnung am 20. September erzielt werden. Die Umsätze aus der Shopping-Mall kommen erst im kommenden Jahr voll zum Tragen. Verkauft werden soll das Shopping-Center 2021 oder 2022. SRV dürften dann über 100 Mio. Euro zufließen.

Die Gesellschaft hat eine Eigenkapitalquote (Stand: 30.06.2018) von 29,7% (Vorjahr 33,5%). Der Auftragsbestand ist von knapp 1,6 Mrd. Euro auf über 1,7 Mrd. Euro gestiegen. Bis Mitte nächsten Jahres wird mit dem Verkauf des Shopping-Centers Pearl Plaza in St. Petersburg gerechnet, an dem SRV 50% hält. Beim Verkauf dürften SRV rund 30 Mio. Euro zufließen.

Fazit:
SRV hat trotz der aktuellen Ertragsdelle einen positiven Track Record am Kapitalmarkt. Der hohe Auftragsbestand von über 1,7 Mrd. Euro entspricht etwa dem 1,7-fachen Jahresumsatz. CFO Ilkka Pitkänen betont, dass im kommenden Jahr wieder ein positives Ergebnis erzielt werden soll, das auch das Ergebnis von 2017 übertreffen soll. Analysten von Inderes erwarten einen Anstieg beim Umsatz auf über 1,1 Mrd. Euro und ein Netto-Ergebnis von 28,6 Mio. Euro. Für 2020 wird ein Umsatz von 1,1 Mrd. Euro und ein Netto-Ergebnis von 32,9 Mio. Euro erwartet. Auf Basis der Analystenprognosen wäre die Aktie mit einem KGV von 5,0 für 2020 bewertet. Die Dividende soll 2020 bereits 0,15 Euro/Aktie betragen, was einer Dividendenrendite von 6,0% entsprechen würde. Die Analysten von EVLI sind etwas konservativer und erwarten für 2020 eine Dividende von 0,10 Euro, was einer Rendite von 4,0% entsprechen würde.

Christian Schiffmacher, https://www.fixed-income.org/
Foto: REDI (Visualisierung) © SRV Group


SRV – Geschäftsentwicklung

 

2017

2018e

2019e

2020e

Umsatz

1.114

983

1.129

1.099

EBIT adj.

28,0

6,5

46,9

53,3

Netto-Ergebnis

5,9

-15,2

28,6

32,9

Gewinn je Aktie adj.

0,23

-0,15

0,43

0,50

Dividende je Aktie

0,06

0,00

0,13

0,15

KGV adj.

15,8

negativ

5,8

5,0

Dividenden-Rendite

1,7%

0%

5,2%

6,0%

Angaben in Mio. Euro bzw. Euro, Quelle: Inderes

SRV – Eckdaten

Gesellschaft

SRV Group Plc

Schwerpunkt

Bau

ISIN

FI0009015309

Marktkapitalisierung

151,2 Mio. Euro

Kurs

2,50 Euro (03.10.2018)

Erwartete Dividende

keine Dividende

Dividendenrendite

Internet

www.srv.fi

 

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

08/10/18
DEAG erwirbt weitere 50% an The Classical Company AG und stockt Anteil auf 100% auf

Die im Prime Standard notierte DEAG Deutsche Entertainment (ISIN: DE000A0Z23G6) erwirbt über ihre 100%ige Tochter DEAG Classics AG von der Schweizer Ringier AG 50% der Anteile an der The Classical Company AG (Schweiz) und hält damit zukünftig 100% an der Gesellschaft. Auch in den kommenden Jahren bis 2020 wird die Ringier AG die Geschäftsaktivitäten in der Schweiz als Medienpartner unterstützen. Die Transaktion ist ein weiterer Schritt, Minderheiten sukzessive zu reduzieren mit dem Ziel, das auf die Aktionäre der DEAG entfallende Ergebnis je Aktie zu steigern. Bereits in den vergangenen Monaten hatte DEAG Minderheitenanteile in den Geschäftsfeldern Classics & Jazz sowie Ticketing konsequent abgebaut. Gleichzeitig ist es für die DEAG eine ausgezeichnete Gelegenheit das Auslandsengagement im Geschäftsfeld Classics & Jazz, das von langfristig angelegten, exklusiven Künstlerbeziehungen und guter Visibilität geprägt ist, zu verstärken. Potenziale aus Synergien sowie Eventtransfers zwischen den jeweiligen Gesellschaften können zudem noch effektiver genutzt werden als in der Vergangenheit.

Gegründet 2010 ist The Classical Company AG (Schweiz) einer der führenden Veranstalter von klassischen Konzerten in der Schweiz. Nach einer erfolgreichen Konzertsaison 2010/11 mit Lang Lang, David Garrett, dem italienischen Ausnahmetenor Vittorio Grigolo, Nigel Kennedy und Simone Kermes folgten in den darauffolgenden Jahren zahlreiche Highlights u.a. mit Anna Netrebko, Erwin Schrott, David Garrett, The Piano Guys oder Rolando Villazón. Auch für die Zukunft stehen weitere Highlights an, wie etwa im Februar 2019 der Auftritt von Anna Netrebko in Luzern.

Über DEAG
Die DEAG Deutsche Entertainment Aktiengesellschaft (DEAG) ist ein führender Entertainment-Dienstleister und Anbieter von Live-Entertainment in Europa und mit Konzerngesellschaften in ihren Kernmärkten präsent. DEAG produziert und veranstaltet profitabel ein breites Spektrum an Events und Konzerten. Als Live-Entertainment-Dienstleister mit integriertem Geschäftsmodell verfügt DEAG über umfassende Expertise in der Organisation, Vermarktung und Durchführung von Events sowie im Ticketvertrieb über die eigene Ticketing-Plattform "MyTicket" für eigenen und Dritt-Content. Das hoch skalierbare Geschäftsmodell von MyTicket stärkt die DEAG auf ihrem Weg zu steigender Profitabilität. Rund 4.000 Konzerte und Events führt DEAG pro Jahr durch und setzt dabei aktuell über 5 Mio. Tickets um – davon ein beständig wachsender Anteil über die ertragsstarken Ticketing-Plattformen von MyTicket.

Gegründet 1978 in Berlin und börsennotiert seit 1998, umfassen die Kern-Geschäftsfelder der DEAG die Bereiche Rock/Pop, Classics & Jazz, Family-Entertainment sowie Arts+Exhibitions. Insbesondere Family-Entertainment und Arts+Exhibitions sind elementare Bausteine für die Weiterentwicklung des eigenen Contents. Mit ihrem starken Partnernetzwerk ist DEAG hervorragend im Markt als international tätiger Live-Entertainment-Dienstleister positioniert. Die Aktien der DEAG (ISIN: DE000A0Z23G6 | WKN: A0Z23G | ERMK) notieren im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse, dem Qualitätssegment der Deutschen Börse.

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(Screenshot: myticket.de)

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08/10/18
UBM Development sichert sich Nachfolgeprojekt für QBC

UBM Development, der führende Hotelentwickler Europas, erweitert die Projekt-Pipeline um ein bedeutendes Großprojekt in Wien: In Top-Lage fußläufig zur Innenstadt akquiriert das Unternehmen über eine 90%-Beteiligung an der Projektentwicklungsgesellschaft Donauhof GmbH & Co. KG Eine Entwicklungsfläche von über 23.000 qm von der Reitenburg Gruppe – auf dieser Fläche soll Hotel- und Wohnbau entstehen. „Damit sichern wir uns zeitgerecht vor Fertigstellung des Quartier Belvedere Central (QBC) ein Nachfolgeprojekt, das sowohl hinsichtlich Größe als auch Qualität eine nahtlose Fortsetzung darstellt“, kommentiert Gerald Beck, Geschäftsführer UBM Development Österreich und Mitglied des Executive Committee.

Nur wenige Immobilienentwickler können Projekte dieser Größenordnung und Qualität umsetzen, sowohl bezüglich Know-how als auch Finanzierung. UBM Development steht aktuell – mit Rekordwerten bei Eigenkapitalausstattung und Nettoverschuldung – finanziell so gut da wie noch nie und nützt diese Stärke, wie auch zahlreiche Projektakquisitionen in den vergangenen Monaten beweisen.

Die Reitenburg GmbH, die das Grundstück im Juli 2017 erworben und zwischenzeitlich entwickelt hat, bleibt mit 10% an der Projektgesellschaft beteiligt. Auf dem Areal von 23.000qm am Donaukanal im zweiten Bezirk, das derzeit teilweise von A1 genutzte Büroimmobilien und eine Hochgarage umfasst, sollen neue Hotel- und Wohnbau-Entwicklungen entstehen. „Mit diesem Großprojekt decken wir die derzeit wohl heißesten Asset-Klassen Hotel und Wohnen ab“, ergänzt Beck.

Die Investorennachfrage nach Immobilien ist ungebrochen groß. Insbesondere für den Wiener Hotelmarkt werden deutliche Wachstumsraten prognostiziert, die sogar über den historischen Steigerungsraten der vergangenen fünf Jahre liegen.

UBM Development ist der führende Hotelentwickler in Europa. Der strategische Fokus liegt auf den drei klar definierten Assetklassen Hotel, Büro und Wohnen sowie auf den drei Kernmärkten Deutschland, Österreich und Polen. Mit 145 Jahren Erfahrung konzentriert sich UBM auf ihre Kernkompetenz, die Entwicklung von Immobilien. Von der Planung bis hin zur Vermarktung der Immobilie werden alle Leistungen aus einer Hand angeboten. Die Aktien der UBM sind im Prime Market Segment der Wiener Börse gelistet.

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Bild: Quartier Belvedere Central (Visualisierung) © UBM Development AG

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

08/10/18
DIC Asset AG hebt FFO-Guidance für 2018 nach starkem dritten Quartal an

Die DIC Asset AG, eines der führenden deutschen börsennotierten Immobilienunternehmen, erwartet auf Basis vorläufiger Zahlen im Neunmonatszeitraum 2018 ein operatives Ergebnis (Funds from Operations, FFO) von rund 49 Mio. Euro (Vorjahr: 48,1 Mio. Euro). Hierzu tragen die Erträge aus den Fonds, u.a. die Setup-Fee für den Ende Juni aufgelegten Fonds DIC Office Balance V, bei. Der Konzernüberschuss nach neun Monaten 2018 wird voraussichtlich leicht über dem Vorjahr liegen (Vorjahr: 33,4 Mio. Euro).

Die DIC Asset AG rechnet damit, dass aufgrund von Transaktionen in der zweiten Jahreshälfte der FFO-Beitrag des Segments Fonds höher ausfallen wird als zu Jahresbeginn prognostiziert. Auf dieser Grundlage wird nun ein konzernweiter FFO von rund 68 Mio. Euro für 2018 erwartet, der über der bisherigen Spanne von 62 bis 64 Mio. Euro liegt. Für die Bruttomieteinnahmen werden 98 bis 100 Mio. Euro statt bisher 95 bis 98 Mio. Euro prognostiziert. Bestätigt werden das Ankaufsziel von 450 bis 500 Mio. Euro für alle Segmente und das Verkaufsziel von 100 bis 120 Mio. Euro aus dem Eigenbestand (Commercial Portfolio).

"Der voraussichtlich höher ausfallende Beitrag unseres Fondsgeschäfts zum operativen Ergebnis belegt eindrucksvoll, dass unser hybrides Geschäftsmodell vielfältige Ertragschancen bietet, die über das reine Bestandsgeschäft hinausgehen. Wir sehen, dass sich DIC Asset zunehmend als Trading-Plattform im Fondsgeschäft etabliert", kommentiert Sonja Wärntges, Vorstandsvorsitzende der DIC Asset AG.

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(Foto: © DIC Asset AG)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

08/10/18
FCR Immobilien AG vermeldet größten Ankauf der Unternehmensgeschichte

Die FCR Immobilien AG, ein dynamisch wachsender, bundesweit aktiver Immobilieninvestor, hat das Einkaufszentrum "Schlossgalerie" in Rastatt, Baden-Württemberg, erworben und verzeichnet damit die bis dato größte Immobilientransaktion der Unternehmensgeschichte. Die Schlossgalerie befindet sich auf einem rd. 9.100 m² großen Grundstück und weist eine vermietbare Gesamtfläche von über 21.600 m² auf. Im dazugehörigen Parkhaus stehen rd. 370 Parkplätze zur Verfügung. Als Ankermieter fungieren mehrere bekannte und bonitätsstarke Einzelhandelsketten aus dem Bekleidungs- und Lebensmittelbereich, die insgesamt über 80 Prozent der aktuellen Mieteinnahmen erwirtschaften. Das Objekt generiert derzeit Mieteinnahmen von rd. 3 Mio. Euro pro Jahr. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Das Objekt wurde im Jahr 2015 errichtet, der Vermietungsstand beträgt zurzeit rd. 77 Prozent. Das Heben signifikanter Entwicklungs- und Wertsteigerungspotenziale im Rahmen eines aktiven Asset Management ist fester Bestandteil des etablierten, ertragsstarken FCR-Geschäftsmodells. Durch das wertschaffende Asset Management der FCR Immobilien AG soll der Leerstand somit äußerst zügig abgebaut werden, es finden bereits Gespräche mit namhaften Mietern statt. Das Unter- und Erdgeschoss des Einkaufszentrums wurde als Shopping Mall konzipiert, die etwas über 14.000 m² Fläche aufweist. In den Obergeschossen gibt es weitere Einzelhandels-, Service-, Sozial- und Büroflächen, wobei sich der Großteil der Büroflächen in einem eigenen Gebäudeteil befindet und langfristig an das Landratsamt vermietet ist. Durch die zentrale Innenstadtlage direkt an einer Fußgängerzone wird die Schlossgalerie stark frequentiert. Im direkten Umfeld sind zahlreiche Wohn-, Hotel und Gastronomieprojekte in der Umsetzung, die künftig für zusätzliches Kundeninteresse sorgen werden. Dabei werden allein über 1200 Neubauwohnungen in insgesamt 6 modernen Quartieren entstehen. Die knapp 50.000 Einwohner große Stadt Rastatt liegt im strukturstarken Bundesland Baden-Württemberg. In der Region selbst sind namhafte Arbeitgeber aus dem produzierenden Gewerbe ansässig, in unmittelbarer Nähe zur Schlossgalerie befindet sich beispielsweise ein Produktionswerk der Daimler AG.

Durch den Erwerb der Schlossgalerie wächst das Portfolio der FCR Immobilien AG auf 44 Objekte. Die vermietbare Gesamtfläche des Portfolios steigt insgesamt auf rd. 200.000 m² nach 158.000 m² zum Halbjahr 2018. Die jährlichen Gesamtmieteinnahmen erhöhen sich auf über 13 Mio. Euro nach 9,3 Mio. Euro zum 30. Juni 2018. Der Net Asset Value (NAV) der Gesellschaft wurde von 72,1 Mio. Euro zum Halbjahr 2018 auf aktuell 78,2 Mio. Euro gesteigert. Dies entspricht auf Basis von aktuell 4.219.588 Aktien einem NAV pro Aktie von 18,50 Euro.

Falk Raudies, Gründer und Vorstand der FCR Immobilien AG: "Mit dem Erwerb der Schlossgalerie stoßen wir in eine andere Dimension vor, es ist bisher der größte Zukauf der Unternehmensgeschichte. Die Transaktion zeigt auch, auf welches Netzwerk wir zurückgreifen können und wie positiv wir mittlerweile am Markt wahrgenommen werden. Bei der Schlossgalerie sehen wir weiteres Entwicklungspotenzial, das wir mit unserem erfahrenen Asset Management Team heben möchten."

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(Foto: © FCR Immobilien AG)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

08/10/18
“Wir versuchen den Fonds so auszurichten, dass er in zukunftsfähige Immobilien investiert“, Thomas Körfgen, Savills Investment Management

Der internationale Immobilien-Investmentmanager Savills Investment Management (Savills IM) hat im März mit dem Savills IM Real Estate Securities Income Fund einen Fonds aufgelegt, der weltweit in ausgewählte REITs (Real Estate Investment Trusts) investiert und eine Ausschüttungsrendite von über 5% p.a. anstrebt. Neben den kontinuierlichen Ausschüttungen in Form von Dividenden achtet Thomas Körfgen, Leiter indirekte Immobilienanlage bei Savills Investment Management, aber auch darauf, dass die Immobilien der REITs zukunftsfähig sind, wie er im Gespräch dem REAL ESTATATE INVESTMENT GUIDE erläutert.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Sie haben in diesem Jahr den Savills IM Real Estate Securities Income Fund gegründet, der global in REITs investiert. Welche Ziele verfolgt der Fonds?

Körfgen: Das liquide handelbare Produkt der Core-Immobilie heißt REIT. Da REITs das gleiche Underlying haben, kann ich sie von der Immobile her analysieren.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Ja, natürlich.

Körfgen: Sie sagen ja. Wir werden aber häufig nach der Volatilität gefragt. Unser REIT-Fonds ist Ende März 2018 an den Start gegangen. Die Volatilität ist aufgrund des kurzen Zeitraums nicht ganz aussagekräftig, aber sie lag in dem Zeitraum bei 6,5. Wir haben also durchaus eine gewisse Volatilität, man sieht aber auch, dass die Immobilie einen dämpfenden Charakter hat. Wir wollen ordentliche Erträge generieren – über Unternehmen, die konservativ orientiert sind. Unsere Zielrendite über Dividendenausschüttungen beträgt mindestens 5%, die wir wiederum unserem Investor geben. Mit unserem Portfolio, das lediglich in konservative REITs investiert, sind wir über diesem Zielwert.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Und wie ist derzeit die Ländergewichtung?

Körfgen: Wir investieren derzeit 50% in Europa, 25% in Nordamerika und 25% in Asien/Pazifik. Eine Quote von 50% für Europa wiederspricht dem globalen Ansatz nicht. Es gibt zwei Gründe, weshalb wir 50% in Europa investieren. Wir können 50% in Europa investieren und Unternehmen finden, die die Mindestrendite von 5% erreichen. Und der zweite Grund ist, dass man doch recht viele Investoren hat, die gerne stärker in ihrem eigenen Kontinent, also Europa, investiert sein möchten.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Und in welchen Sektoren investieren Sie?

Körfgen: Wir investieren in alle Sektoren, also Büro, Wohnimmobilien, Einkaufscenter aber auch Self Storage oder Datenzentren. Häufig werden wir gefragt, weshalb wir 30% in Retail investieren. Wir versuchen den Fonds so auszurichten, dass er in zukunftsfähige Immobilien investiert.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Was sind zukunftsfähige Immobilien?

Körfgen: Zukunftsfähige Immobilien im Retail-Bereich sind die Immobilien, die Daten und Logistik mit Retail verbinden. Nicht jedes Unternehmen, das im Retail-Bereich tätig ist, ist ein schlechtes Unternehmen. Je besser Unternehmen Daten und Logistik in den Griff bekommen, um so zukunftsfähiger sind sie. Es geht um Daten. Unibail-Rodamco hat kürzlich die Westfield-Shoppingcenter übernommen. Nicht verkauft wurde das Unternehmen One Market. Es handelt sich um einen Datenanbieter für Einzelhändler. Verkauft wurden lediglich 10% von One Market. Der Verkäufer ist also „Long Daten“ und „Short Shoppingcenter“. Neben 30% Retail haben wir auch 20% Logistik im Fonds. Das ist auch ein automatischer Hedge. Unser Chefvolkswirt hat ausgerechnet, dass man pro Milliarde Onlineumsatz 77.000 m2 Logistikflächen benötigt.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Einige Unternehmen aus dem Retail-Segment notieren deutlich unter NAV. In welche Unternehmen investieren Sie im Bereich Retail?

Körfgen: Beispielsweise in Unibail-Rodamco und Simon Property. Beide haben international eine große Marktmacht. Auf den NAV schauen häufig Generalisten. NAV ist aber eine Größe, die das Management nicht vollständig beeinflussen kann. Wenn die Immobilienwerte zurückgehen, weil die Märkte zurückgehen, dann kann man dies nicht beeinflussen. Man kann natürlich die Fremdkapitalquote beeinflussen. Die meisten Unternehmen haben in den letzten Jahren die Verschuldung deutlich reduziert. In den letzten acht Jahren ist der LTV im Durchschnitt um 10 Prozentpunkte zurückgegangen. Den NAV schauen wir uns daher nur auf der Portfolioebene an. Wir möchten einen kontinuierlichen Cashflow, und der muss nachhaltig sein. Der Cashflow muss in den nächsten Jahren mindestens gleichbleiben. Wir schauen uns daher auch keine Benchmark an. Schauen wir uns mal den Office-Sektor an. Was ist denn die zukunftsfähige Büroimmobilie? Die zukunftsfähige Büroimmobilie ist meines Erachtens diejenige, die Coworking und flexibles Arbeiten zumindest mitanbietet. In London sind schon ca. 10% der Büroflächen Coworking.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Und wie ist die Quote in Deutschland?

Körfgen: Die Quote ist in Deutschland noch sehr gering. Insbesondere in Berlin wächst der Markt aber sehr stark. Wir schauen uns an, wie zukunftsfähig die Unternehmen sind. Es gibt Unternehmen, die ignorieren diese Trends komplett, es gibt aber auch Unternehmen, die wollen nur in diesem Bereich tätig sein.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Sind solche Unternehmen, beispielsweise im Coworking-Sektor nicht viel zu teuer? Ist es hier möglich, die Zielausschüttung zu erreichen?

Körfgen: Ja, das ist es! Ich glaube, das Thema wird von vielen Investoren noch gar nicht so gesehen. Bei Unternehmen, die den Bereich ausbauen, gibt es bei den Bewertungen noch keinen Unterschied. Ein Beispiel ist Castellum aus Schweden. Durch Coworking und Digitalisierung verschwimmen zunehmend auch die Sektorgrenzen. Es ist vorstellbar, dass man Hotel und Büro verbindet. Gerade für Berater ist es interessant, wenn im gleichen Gebäude auch ein Hotel ist. Büro geht immer mehr in Richtung Hospitality. Und Hospitality bedeutet, dass man immer mehr Ertrag erwirtschaften kann. Denn der Ertrag ist, auf die Mietfläche gerechnet, viel höher. Wir investieren aber auch in REITs, die Datacenter haben.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Ja, das ist ein sehr spannender Markt. Aber es gibt nur in den USA einige börsennotierte REITs in dem Sektor, oder?

Körfgen: Die Unternehmen in den USA sind teilweise sehr hoch bewertet. In Bezug auf die Ausschüttungsrendite würden die überhaupt nicht in unseren Fonds passen. Wir schauen natürlich auch, in welchen Ländern man Investments zu einem angemessenen Preis bekommt. In Asien/Pazifik haben wir viel Logistik, wir erzielen dort Renditen von über 5%. In Singapur gibt es einen REIT, der sich seit 2014 nur auf Datencenter fokussiert: Keppel DC. Die Gesellschaft besitzt Datacenter sowohl in Europa als auch in Asien.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Wie gehen Sie beispielsweise in Asien bei der Recherche vor?

Körfgen: Wir haben in Deutschland ein vierköpfiges Team, das bereits seit 11 Jahren zusammenarbeitet. Wir haben einen quantitativen Ansatz, aber auch einen qualitativen. Savills Investment Management hat 18 Standorte weltweit (außerhalb der USA). Ich habe Kollegen in Hongkong, in Singapur und Shanghai. Die gehören zwar nicht zum Team, sind aber teilweise schon sehr lange in der Immobilienbranche tätig. Mit diesen Kollegen kann ich mich einerseits austauschen und andererseits auch deren Infrastruktur vor Ort nutzen und die Unternehmen beispielsweise über Videokonferenzen vor Ort treffen.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Und welche Investoren sprechen Sie mit dem Fonds an?

Körfgen: Wir möchten all diejenigen Investoren ansprechen, die ordentliche Erträge brauchen. Das sind insbesondere Pensionskassen, Versicherungen, Stiftungen, Family Offices. Rödl & Partner bescheinigt auch die Transparenz unseres Fonds. Das geht weit über das Fonds-Factsheet hinaus. Ein solcher Transparenzbericht ist beispielsweise für Stiftungen wichtig.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Mögliche Auswirkungen von Zinserhöhungen auf Immobilienaktien und REITs werden häufig thematisiert. Wie sehen Sie dieses Thema?

Körfgen: Für REITs ist es die beste aller Zeiten, wenn Zinsen steigen. Schauen Sie sich beispielsweise die Entwicklung 10-jähriger Anleihen in den letzten zwei Jahren in den USA an. Die Anleiherenditen haben sich etwa verdoppelt – von 1,6% auf 3,0%. REITs haben im gleichen Zeitraum 6% gewonnen. Es gab also keinen negativen Effekt. Es lässt sich aber auch akademisch begründen. Denn in Zeiten steigender Zinsen gibt es auch ein hohes Wirtschaftswachstum. Damit steigt die Nachfrage z.B. nach Büroimmobilien und die Mieten steigen. Im Retail-Bereich ist es ähnlich. Auf der anderen Seite hätte man den negativen Effekt höherer Refinanzierungskosten. Doch in Nordamerika und in Europa sind die Unternehmen so langfristig finanziert, wie sie es noch nie waren, im Durchschnitt 7 bis 8 Jahre.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Der Aufschwung dauert nun schon sehr lange an. Befürchten Sie nicht, dass sich ein Top bilden könnte?

Körfgen: Viele Investoren möchten noch immer in gewerbliche Immobilen investieren. Auf dem teilweise hohen Niveau sind die Steigerungsraten in der Form nicht mehr so vorhanden. NAV-Steigerungen dürften damit niedriger ausfallen. Zudem müssen die Unternehmen bei hohen Preisen keine Immobilien kaufen, sondern können ggf. auch zu hohen Preisen verkaufen, um wieder anderweitig zu investieren. Wenn wir bei 5% laufende Erträge haben und kein NAV-Wachstum haben, aber vielleicht eine Inflation von 1,5%, und es gelingt den Gesellschaften durch aktives Management nochmals 2% zu erwirtschaften, dann komme ich auf einen Return von 7 bis 8%. Entscheidend für uns sind die laufenden Erträge von 5%, wir schütten zweimal pro Jahr aus.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Haben Sie in Ihrem Fonds auch Investoren, die eher in Anleihen investiert haben, jetzt aber nicht mehr ihre Zielrendite erwirtschaften können und nach Alternativen suchen?

Körfgen: Es gibt ein Problem in Deutschland: Sprechen wir mit Immobilieninvestoren, dann blicken die auf die Volatilität und schicken uns zu dem Kollegen, der für Aktien zuständig ist. Für Aktieninvestoren sind es aber Immobilieninvestments und man schickt uns wieder zu den anderen Kollegen. Rentenfonds-Manager verstehen uns extrem gut, viele sind im Multi-Asset-Bereich. Und diese sehen unsere kontinuierlichen zinsähnlichen Erträge.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Und in welchen Regionen und Sektoren sehen Sie derzeit noch Chancen für Investoren?

Körfgen: Bei konservativ finanzierten Unternehmen, die zukunftsfähige Immobilien haben, sehe ich keine großen Risiken. Das trifft auf viele Unternehmen in Europa zu. In den USA investieren wir beispielsweise in Health Care. Es gibt sehr langfristige Mietverträge und die Unternehmen haben teilweise Ausschüttungen von 7,5%. In Asien investiere ich in Datacenter und Logistik. In Europa bevorzuge ich Office, aber auch Retail und Health Care.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Vielen Dank für das Gespräch

Das Interview führte Christian Schiffmacher, https://www.fixed-income.org/

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

07/10/18
„Der Cashflow der Deutsche Konsum ist im Ergebnis viel zu hoch für das Risiko“, Rolf Elgeti, CEO, Deutsche Konsum REIT-AG und Deutsche Industrie REIT-AG

Der ehemalige Investmentbanker Rolf Elgeti hat die Deutsche Konsum REIT-AG und die Deutsche Industrie REIT-AG gegründet und leitet diese als CEO. Beide Unternehmen wurden gezielt auf hochprofitable Nischen ausgerichtet, in denen andere Investoren weniger aktiv sind, wie er im Gespräch mit dem REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE erläutert. Er geht davon aus, dass beide Gesellschaften für mehr als 100 Mio. Euro pro Jahr weiter zukaufen können. Im Interview erläutert er die Strategie.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Bitte erläutern Sie die Strategie der Deutsche Konsum REIT-AG und Deutsche Industrie REIT-AG.

Elgeti: Beide Gesellschaften haben wir komplett neu gegründet. Wir haben sehr gründlich und sauber analysiert, was wir tun wollen. Beide sind in klar definierten Nischen am Immobilienmarkt tätig, die es für Anleger sonst am Kapitalmarkt in dieser Form nicht gibt. Bei beiden haben wir die Form eines REIT gewählt, um eine Steuerfreiheit der Erträge zu erreichen, aber auch eine Kompromisslosigkeit in Bezug auf Transparenz und Bilanzkennzahlen. Beide Gesellschaften sind beim Ankauf in Größenordnungen tätig, die für private Anleger zu groß sind, andererseits für die ganz großen institutionellen Investoren, also unsere Konkurrenten, zu klein sind. Wir kaufen vom kleinen einstelligen Millionenbereich bis hin zum unteren zweistelligen Millionenbereich. Typischerweise kaufen wir Objekte zwischen 8 und 12 Mio. Euro, in diesem Bereich haben wir wenig Konkurrenz und es ist auch nicht so einfach, Bankfinanzierungen zu bekommen. Denn für die regionalen Banken ist das Finanzierungsvolumen zu groß und für die spezialisierten Immobilienfinanzierer ist das Volumen zu klein. Wir kaufen bei beiden Gesellschaften zunächst mit Eigenkapital und refinanzieren später, wenn wir mehrere Objekte zu einem Paket zusammenschnüren und eine größere Refinanzierung durchführen. Unsere Anleger würden die Objekte niemals direkt kaufen, sie kaufen aber unsere Aktien.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Weshalb würden Ihre Investoren die Objekte nie direkt kaufen?

Elgeti: Wir haben beispielsweise belgische und finnische Pensionskassen unter unseren Aktionären. Die würden niemals direkt ein Objekt in Deutschland für z. B. 3 Mio. Euro kaufen, und Privatanleger können es nicht. Zudem ist das Gesamtportfolio wesentlich risikoärmer als die Einzelbausteine. Die Deutsche Konsum REIT-AG ist am Ende die viel risikoärmere Idee, weil wir die großen internationalen Einzelhandelsketten als Mieter haben wie Aldi, Edeka, REWE usw. Das Hauptrisiko ist hier, dass die Mietverträge nicht verlängert werden. Das ist vielleicht das einzige echte Risiko der Assetklasse. Zudem kann man mit den Einzelhandelsketten auf Augenhöhe sprechen, wenn man z. B. 100 Immobilien besitzt, die die Einzelhandelskette gemietet hat. Wenn ein Investor einen Markt an eine Einzelhandelskette vermietet hat, dann ist er viel stärker von diesem Mieter abhängig, als wir es sind. Zudem kaufen wir typischerweise auch größere Fachmarktzentren mit mehreren Einzelhändlern, die ohnehin weniger von einem Mieter abhängig sind. Die Baugenehmigung für größere Fachmarktzentren dürfen nicht die Gemeinden allein genehmigen. Baugenehmigungen für größere Fachmarktzentren zu bekommen ist folglich sehr, sehr schwer geworden. Der Cashflow der Deutsche Konsum ist im Ergebnis viel zu hoch für das Risiko. Bei der Deutsche Industrie REIT-AG ist die Idee eine andere. Wir bekommen Anfangsmietrenditen von 10% und das auf Basis von Mieten, die sehr gering sind, bei rund 3 Euro/m2. Wir kaufen unsere Mietflächen zu etwa 350 Euro/m2 ein, und es gibt Grundstücksflächen, die etwa dem doppelten der Mietfläche entsprechen. Denn auf Logistik- und Industriestandorten benötigt man große Freiflächen. Wir bekommen also zwei Optionen quasi gratis dazu: die Möglichkeit des Mietwachstums, die meiner Meinung nach sehr groß ist. Denn zu den aktuellen Bestandsmieten kann man solche Objekte nicht bauen, entsprechend kommt auch kein neues Angebot auf den Markt. Im Ergebnis müssen die Mieten steigen. Die Nachfrage nach Lagern steigt auch, u. a. durch e-Commerce. Die andere Option ist, dass Light Industrial die Grundstücksnutzung mit dem geringsten Wert ist – es handelt sich häufig um Leichtbauhallen. Wenn man irgendwann einmal ein anderes Baurecht bekommt, dann hat man eine Vervielfachung des Wertes geschaffen.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Lassen Sie uns nochmals auf die Deutsche Konsum REIT-AG zu sprechen kommen. Es gibt mit der DEFAMA AG und der FCR Immobilien AG auch zwei andere notierte Gesellschaften (bei FCR mit Anleihen). Was unterscheidet Sie von diesen?

Elgeti: Schon die zwei Gesellschaften sind sehr unterschiedlich. Uns unterscheidet einiges von diesen Unternehmen: Wir sind ein REIT, im Prime Standard notiert. D. h. wir erfüllen die allerhöchsten institutionellen Anforderungen. Gerade die Steuerfreiheit des REIT (auf Gesellschaftsebene) ist für internationale institutionelle Investoren, die selbst steuerbefreit sind, wie z. B. Pensionskassen, sehr spannend. Diese bleiben sonst in allen möglichen Doppelbesteuerungsabkommen stecken. Zudem haben wir einen geringeren Verschuldungsgrad von aktuell 47%. Das ist bewusst so gewählt. Wir wollen etwas konservativer sein. Und auf Portfolioebene versuchen wir eher die größeren Objekte zu kaufen, was zu einer deutlichen Reduzierung der Risiken und einer geringeren Abhängigkeit von einzelnen Mietern führt. Wie erläutert, sind wir weniger gefährdet durch Neubau. Wir unterscheiden uns meines Erachtens durch ein deutlich geringeres Risiko. Dafür sind wir natürlich nach oben nicht so stark gehebelt.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Sie haben kürzlich bei zwei Wandelanleihen der Deutsche Konsum REIT-AG die Laufzeit verlängert, den Kupon verringert und den Wandlungspreis angehoben. Das müssen Sie mir erklären. Denn welcher unabhängige Anleger sollte sich auf diese Änderung der Konditionen – und das noch in der Kombination – einlassen? Bei den Investoren handelt es sich um Personen aus Ihrem Umfeld und Sie selbst, oder?

Elgeti: Wir haben u. a. die Laufzeit verlängert, und eine Option mit einer längeren Laufzeit hat einen höheren Wert. Es ist daher für den Anleger schon auch interessant. Sie haben aber natürlich recht, es ist für die Gesellschaft in jedem Fall gut, wenn alle drei Variablen in die richtige Richtung gehen. Für die Aktionäre bedeutet es eine geringere Verwässerung und eine deutliche Reduzierung der Finanzierungskosten. Durch die längere Laufzeit tritt die Verwässerung dazu auch noch später ein und die Gesellschaft kann in dieser Zeit noch weitere Werte schaffen und so aus den Wandelanleihen noch ein bisschen mehr „herauswachsen“.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Beide Gesellschaften befinden sich in einer Wachstumsphase. Welches Volumen möchten Sie bei der Deutsche Konsum REIT zukaufen und welches Volumen können Sie mittelfristig erreichen?

Elgeti: Das ist ganz schwer zu sagen. Wir haben in diesem Jahr für 125 Mio. Euro zugekauft, also nur einen sehr kleinen Teil der Pipeline. Wir schauen, was angeboten wird und was in unsere Investmentkriterien passt. Das ist vor allem eine Preisfrage. Das Marktpotenzial ist riesig – wir haben einen Marktanteil von 0,3% und wir sind damit schon einer der größten Player. Je größer das Unternehmen ist, desto attraktiver sind die Bewertungen. Der Wachstumskurs ist für Anleger daher sehr positiv. Die Verfügbarkeit von attraktiven Objekten ist der einzige Engpass. Ich gehe aber davon aus, dass wir weiterhin mit über 100 Mio. Euro pro Jahr wachsen werden.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Ist es bei der Deutsche Industrie REIT-AG leichter Objekte zu finden?

Elgeti: Das ist eine ganz schwierige Frage.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Auf Einzelhandelsobjekte fokussieren sich doch viel mehr Investoren als auf Industrial.

Elgeti: Damit haben Sie natürlich recht, das ist so. Wir kaufen im Einzelhandel gerne Objekte mit mittleren Laufzeiten bei den Mietverträgen. Da tummeln sich nicht so viele Käufer. Wir versuchen in Nischen zu kaufen, in denen die anderen nicht so aktiv sind – auch in Bezug auf die Größe. Bei der Industrie ist das aber natürlich anders. Es gibt viel weniger Player, die sich überhaupt für die Assetklasse interessieren. Aktienanleger lieben die Deutsche Industrie REIT-AG. Der Megatrend Logistik ist offensichtlich. Es gibt viel weniger Fonds, die Objekte kaufen und wir sind einer der wenigen bekannten Player in diesem Markt. Auch bei der Deutsche Industrie REIT haben wir eine Pipeline, die größer als 100 Mio. Euro pro Jahr ist.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Die Deutsche Industrie REIT-AG notiert deutlich über NAV. Können Sie das erklären?

Elgeti: Ja, das ist ganz einfach. Wir kaufen die Industrieimmobilien mit Anfangsrenditen von 10 bis 12%. Wir zahlen also weniger als das 10-Fache der Jahresmiete. Die Gutachter sagen, dass diese Objekte etwa die 10-fache Jahresmiete Wert sind. Der NAV basiert auf der Annahme, dass man unser Portfolio mit einer Anfangsverzinsung von 10% bekommt. Der Kapitalmarkt sagt, wir müssen eine Anfangsverzinsung von 6,5% haben. Amerikanische Light Industrial REITs notieren bei 3%. Das wäre ungeleveraged doppelt so teuer. Unsere Anleger sehen das enorme Wachstumspotenzial bei den Mieten. Professionelle Aktienanleger schauen eher auf den Cashflow und den FFO und nicht so sehr auf den NAV. Die großen Peers notieren bei ganz anderen Yields. Von daher ist die Aktie eher günstig. Ein Gutachter sagt aber, dass die Immobilien einzeln weniger wert sind. Die Objekte sind einzeln natürlich auch günstiger als im Portfolio.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Beide Gesellschaften sind REITs. REITs haben gewisse Vorteile, die haben wir bereits angesprochen. Weshalb haben sich in Deutschland REITs überhaupt nicht durchgesetzt?

Elgeti: Es gibt zwei Hauptgründe: Im deutschen REIT-Gesetz wurden Wohnimmobilien wahnwitzigerweise ausgeschlossen und dies aus politischen Gründen. Wohnimmobilien-AGs haben sich ohne REIT-Status etabliert. Der Druck vom Kapitalmarkt ist daher jetzt nicht da. Der andere Grund ist, dass der steuerliche Vorteil bei der Einführung des REIT-Gesetzes sehr klein war. Denn die deutsche Immobilienwirtschaft war damals eher unprofitabel. Inzwischen ist die Immobilienbrache wesentlich professioneller. Die Branche ist effizienter geworden, der Leverage und die Zinsen sind zurückgegangen. Es ist jetzt also deutlich interessanter, ein REIT zu sein als noch 2007. REITs haben daher eine Zukunft.

REAL ESTATE INVESTMENT GUIDE: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, https://www.fixed-income.org/

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

04/10/18
Investec AM: Wahlsieg Haddads erhöht die Gefahr einer Schuldenkrise für Brasilien

Am Sonntag wählt Brasilien seinen Präsidenten. Mike Hugman, Porfolio Manager des Investec EM Fixed Income Teams kommentiert die Ereignisse:

„Aktuellen Umfragen zufolge dürfte es am kommenden Sonntag ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Jair Bolsonaro, einem rechtsgerichteten Nationalisten und Fernando Haddad, dem Kandidaten der Arbeiterpartei PSDB, geben. Nach dem aktuellen Stand liegt Bolsonaro im ersten Wahlgang vorne, wobei Haddad im zweiten Wahlgang die Wahl gewinnen würde. Die Umfragen in Brasilien sind allerdings historisch betrachtet volatil: 2014 stiegen zwei Wochen vor der Wahl die Umfragewerte des Mitte-Rechts-Kandidaten der PSDB um 20 Prozent. Überraschungen sind also durchaus möglich, zumal Haddad und Bolsonaro versuchen werden, in der zweiten Runde ins politische Zentrum zu wechseln.

Brasilien droht eine Schuldenkrise. Das BIP liegt bei über 80 Prozent und trotz finanzpolitischer Konsolidierungsbemühungen dürfte das gesamtstaatliche Haushaltsdefizit 2018 über sieben Prozent liegen (Primärdefizit von 2,4% des BIP). Es braucht eine dringende Rentenreform und eine Verpflichtung zu weiteren Ausgabenkontrollen, um sicherzustellen, dass sich die Schulden und das BIP stabilisieren. Die mediale Aufmerksamkeit konzentriert sich auf Bolsonaros illiberale soziale Ansichten, doch seine Wirtschaftspolitik ist moderater. Er hat mit Paulo Guedes einen relativ marktfreundlichen Finanzsprecher ernannt, der in Gesprächen mit Investoren die richtigen Signale gesetzt hat.

Wir sind hingegen skeptisch, ob auf der anderen Seite Haddad in der Lage und bereit sein wird, die entsprechenden steuerlichen Anpassungen vorzunehmen, insbesondere angesichts der Geschichte der Partei mit ihren Steuerexzessen. Sollte Haddad die Wahl gewinnen, gehen wir davon aus, dass dies das Land viel näher an eine Schuldenkrise in den Jahren 2019-2020 heranführen wird, da es an Engagement für die dringend erforderliche Rentenreform mangelt und andere Elemente der Haushaltskonsolidierung zurückverfolgt.“

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(
Foto: Mike Hugman © Investec AM)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

04/10/18
Nordex baut ersten größeren Windpark mit neuen N149-Turbinen in Finnland

Im September hat die Nordex Group vom Projektentwickler Neoen den Auftrag über die Errichtung des 81-MW-Windparks "Hedet" erhalten. Das Projekt umfasst 18 Anlagen der neuen Baureihe N149/4.0-4.5, die die Nordex Group schlüsselfertig für seinen Kunden errichtet. Nach Abschluss der Installation aller Turbinen werden die beiden Unternehmen langfristig kooperieren und haben einen Premium-Servicevertrag mit einer Laufzeit von fünfzehn Jahren abgeschlossen.

"Dieser erste Großauftrag für die N149/4.0-4.5 mit einem langfristigen Servicevertrag ist ein sehr positives Zeichen für die Resonanz unserer neuesten Turbinengeneration im Markt", erläutert Nordex-CEO José Luis Blanco.

Die vorbereitenden Infrastrukturarbeiten, wie Wegebau und Fundamentierung, startet Nordex in Kürze. Mitte 2019 wird die erste Turbine errichtet und im Laufe des Jahres wird der Park dann ans Netz gehen.

Der Standort "Hedet" liegt im Westen Finnlands nahe der Stadt Närpes, 15 Kilometer von der Küste des Bottnischen Meerbusens. Die Anlagen werden mit einer Nabenhöhe von 135 Metern errichtet.

Im September 2018 haben Google und Neoen einen Vertrag (Corporate PPA) zum Bezug des Windstroms aus "Hedet" zur Versorgung eines Rechenzentrums geschlossen.

Neoen im Profil
Neoen wurde 2008 gegründet und ist einer der führenden unabhängigen Stromerzeuger, (IPP) mit erneuerbaren Energien in Frankreich sowie weltweit. Mit einer aktuellen Kapazität von fast 2 GW, die bereits in Betrieb oder im Bau ist, und weiteren 1 GW an Projekten, die formell vergeben und gesichert wurden, hat sich Neoen in nur 24 Monaten verdoppelt. Neoen ist in Frankreich, Australien, El Salvador, Sambia, Jamaika, Portugal, Mexiko, Mosambik, Finnland und Argentinien aktiv und verfügt über Vermögenswerte in mehr als 15 Ländern. Sie betreibt Europas leistungsstärkste Solar-PV-Anlage (300 MW in Cestas, Frankreich) und die weltgrößte Lithium-Ionen-Energiereserve in Hornsdale, Australien (100 MW / 129 MWh Speicherkapazität). Ende 2017 gewann Neoen eines der größten (375 MW) und wettbewerbsfähigsten Solarprojekte in Mexiko. Neoens Hauptaktionäre sind Impala (im Besitz von Jacques Veyrat), Capenergie II und Capenergie 3 (verwaltet von Omnes Capital) und Bpifrance. Neoen zielt bis 2021 auf 5 Gigawatt Kapazität in Betrieb und im Bau.

Die Nordex Group im Profil
Die Gruppe hat mehr als 23 GW Windenergieleistung in über 25 Märkten installiert und erzielte im Jahr 2017 einen Umsatz von knapp 3,1 Mrd. EUR. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 5.000 Mitarbeiter. Zum Fertigungsverbund gehören Werke in Deutschland, Spanien, Brasilien, den USA und in Indien. Das Produktprogramm konzentriert sich auf Onshore-Turbinen der 1,5- bis 4,8-MW-Klasse, die auf die Marktanforderungen von Ländern mit begrenzten Ausbauflächen und Regionen mit begrenzten Netzkapazitäten ausgelegt sind.

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(Foto: © Nordex)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

02/10/18
Dr. Ricardo Adrogué, Leiter der Emerging Markets Debt Group bei Barings, zu den Vorteilen einer Mischstrategie bei Emerging-Markets-Anleihen

„Schwellenländer-Anleihen sind eine relativ neue Assetklasse, aber eine, die in den letzten 25 Jahren sprunghaft an Bedeutung gewonnen hat“, schreibt Dr. Ricardo Adrogué, Leiter der Emerging Markets Debt Group bei Barings, in einer aktuellen Studie. Dieses Wachstum sei zu einem großen Teil dadurch gefördert worden, dass sich die Anleger des attraktiven Risiko-Rendite-Profils der sogenannten Emerging Bonds und ihrer historisch geringen Korrelation mit traditionelleren Assetklassen zunehmend bewusst werden.

Die Anlageklasse unterscheidet sich in Unterkategorien wie Staats- und Unternehmensanleihen, die in Landeswährung oder Hartwährung begeben werden können. Für Anleger bedeute dies umfangreiche Auswahlmöglichkeiten, weshalb Adrogué eine Mischstrategie empfiehlt: „Die Chancen von Emerging Bonds lassen sich unserer Ansicht nach am besten nutzen, wenn eine aktiv gemanagte Mischstrategie verfolgt wird, also ein Ansatz, der nicht nur u?ber die verschiedenen Schwellenländer und Sektoren hinweg breit diversifiziert ist, sondern auch u?ber die Unterassetklassen und unterschiedliche Schuldtitel innerhalb jeder Unterassetklasse.“

Wenn bei der Mischstrategie überdies auf die Zwänge einer Benchmark verzichtet werde, um jeweils die besten Anlageideen verfolgen zu können, biete dies die Flexibilität, um u?ber das gesamte Emerging-Markets-Anleihespektrum hinweg zu investieren, und dadurch eine stärkere Diversifikation des Portfolios und einen besseren Zugang zur gesamten Bandbreite der Anlagemöglichkeiten zu erreichen, wie Adrogué abschließend betont.

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(Foto: Dr. Ricardo Adrogué © Barings)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

01/10/18
Janus Henderson Investors ernennt Marc Theis zum Sales Director Germany

Janus Henderson Investors, der weltweit führende aktive Vermögensverwalter, hat mit Wirkung vom 1. Oktober Marc Theis zum Sales Director Germany ernannt. Er verstärkt das Vertriebsteam im Frankfurter Büro der Gesellschaft und berichtet Daniela Brogt, Head of Sales Germany. Marc Theis wird das Team beim Ausbau der Marktposition von Janus Henderson Investors im Wholesale-Bereich unterstützen, wobei sein Vertriebsfokus auf der Weiterentwicklung der Beziehungen zu Privatbanken, Dachfonds und unabhängigen Vermögensverwaltern liegen wird. Marc Theis verfügt über sechs Jahre Erfahrung im Wholesale-Vertrieb. Er war zuletzt für die Bantleon AG tätig. Mit der Einstellung von Marc Theis wächst das deutsche Vertriebsteam von Janus Henderson Investors auf fünf Personen an. Damit unterstreicht der Asset Manager die Rolle, die der deutsche Markt in seinem weltweiten Geschäft einnimmt.

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(Foto: Marc Theis © Marc Theis)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

01/10/18
Keineswegs „dovish“ – US-Notenbank setzt die Straffung der Geldpolitik weiter fort

Für die aufmerksamen Verfolger der FOMC-Pressekonferenz am vergangenen Mittwochabend war die Botschaft klar: Die US-Notenbank Fed treibt die Normalisierung der Zinsen und die schrittweise Schrumpfung ihrer Bilanz voran.

Die Märkte konzentrieren sich jedoch auf die Streichung des Satzes „Der geldpolitische Kurs bleibt unterstützend“ aus dem Statement der Fed und nehmen dies als Zeichen dafür, dass sich die Zentralbank ihrem neutralen Zins nähert, wonach sie eine Pause bei der geldpolitischen Straffung einlegen könnte. Hieraus wurde letztendlich abgeleitet, dass das Statement „dovish“ (taubenhaft) ausgefallen sei. Mit dieser Schlussfolgerung sind wir allerdings nicht einverstanden, denn die aktuelle Fed Funds Rate (2,00% bis 2,25%) liegt unterhalb des neutralen Zinssatzes, für den jedes stimmberechtigte Mitglied einen höheren Wert sieht. Auch in den sogenannten Dot Plots gab es eine leichte Verschiebung nach oben, doch der Median deutet immer noch auf vier weitere Zinserhöhungen bis Ende 2019 hin. Das sieht nicht nach einer Lockerung der geldpolitischen Maßnahmen aus.

Über Nacht und Donnerstagmorgen kam es zu einer kleinen Rally bei den Renditen von US-Treasuries mit längerer Laufzeit. Dadurch gelangte die Zinskurve in den Fokus, die sich erneut auf nur 23 Basispunkte verflachte. Die zuletzt gesehene Steilheit wurde vielleicht nur als ein kurzes Aufblitzen betrachtet, bevor es nun wieder flacher weitergeht. Dies mag zwar richtig sein, aber aus unserer Sicht ist weder die Fed noch die Inflation der Grund für die Abflachung.

Das kurze Ende der Kurve folgt der Fed recht genau, wobei die Zweijahresrenditen mit 2,80% gerade neue Nach-Krisen-Höchststände erreichen. Das lange Ende der Kurve hat jedoch andere Treiber, die einfach ausgedrückt die Nachfrage nach einem Risk-off-Vermögenswert mit negativer Korrelation widerspiegeln. Diese Nachfrage wird durch geopolitische Sorgen und Stärke des US-Dollars getrieben.

Die wichtigsten geopolitischen Themen sind eine Kombination aus einem Beben in der Eurozone durch Italien und natürlich bezüglich des Brexits, eine eskalierende Handelskriegsrhetorik (die nicht mehr nur Rhetorik ist) und eine Schwäche in den Emerging Markets (kurz EM), hauptsächlich in der Türkei und Argentinien, die sich aber auch auf alle anderen EM-Länder ausweitet, die ein hohes, in US-Dollar finanziertes Defizit aufweisen. Bei diesen Themen gibt es ein Auf und Ab, und seit Ende des Sommers fallen die Nachrichten etwas besser aus, sodass die Renditen von Treasuries mit länger Laufzeit angezogen haben. Dies fällt auch mit einer Phase moderater Dollarschwäche zusammen, die sich natürlich direkt in der Erholung der EM auswirkt. Tatsächlich korreliert die Dollarschwäche fast perfekt mit dem jüngsten Anstieg der Renditen, eine Entwicklung, die es sicherlich zu verfolgen gilt. Hätten diese geopolitischen Belastungen nicht nachgelassen, hätten wir Donnerstagmorgen wahrscheinlich auf eine flache Zinskurve gestarrt, da 10-jährige Treasuries am 24. August bei nur 2,81% standen.

In diesem Umfeld hat die Fed keine Mine verzogen, und dabei ist die Erwartungshaltung bezüglich einer Verschnaufpause derzeit recht hoch. Wir sehen die Haltung der Fed nicht als „dovish“ an, und vor allem sind wir nicht der Meinung, dass die Fed im Moment die Renditen am langen Ende treibt. Die Form der Kurve wird vom Markt bestimmt. Ohne die geopolitischen Risiken und den schwächeren US-Dollar könnten die Renditen von 10-jährigen US-Staatsanleihen sehr leicht auf 3,25% bis 3,50% steigen, aber sollten diese beiden Einflussfaktoren noch ausgeprägter werden, werden wir in den nächsten Wochen einer flachen Kurve gefährlich nahe kommen.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Mark Holman © TwentyFour Asset Management)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.