Allgemeine Nutzungsbedingungen

Allgemeine Nutzungsbedingungen der Internet-Seite „www.bondinvest.eu“

Die Nutzung des unter dem Domain-Namen „http://www.bondinvest.eu“ erreichbaren In-ternet-Auftritts der Wolfgang Steubing AG einschließlich aller unter diesem Domain-Namen hinterlegten Internet-Seiten unterliegt den nachfolgenden Nutzungsbedingungen. Die Nutzung des Internet-Auftritts ist erst möglich, nachdem Sie diesen Nutzungsbestimmungen ausdrücklich durch Betätigen des „akzeptiert“ – Feldes am Ende der Nutzungsbedingungen zugestimmt haben und diese damit als verbindlich für die Nutzung des Internet-Auftritts akzeptiert haben. Bitte lesen Sie daher die nachstehenden Nutzungsbedingungen ausführlich durch.

§ 1 Leistungen des Anbieters

(1) Die Wolfgang Steubing AG, Goethestraße 29, 60313 Frankfurt am Main (nachfolgend als „Steubing“ bezeichnet) betreibt den Internet-Auftritt unter dem Domain-Namen „http://www.bondinvest.eu“ und den darüber abrufbaren Internet-Seiten (nachfolgend als „Internet-Auftritt“ bezeichnet). Über den Internet-Auftritt stellt Steubing Informati-onen über die auf der elektronischen Handelsplattform „Bond Invest“ handelbaren An-leihen sowie deren jeweilige Marktpreise zur Verfügung. Der Abruf der Informationen ist für die Nutzer des Internet-Auftritts kostenlos.

(2) Die Informationen werden von Steubing ausschließlich privaten Nutzern mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung gestellt. Eine Nutzung des Internet-Auftritts durch professionelle Markteilnehmer ist ausgeschlossen.

(3) Als Betreiber des Internet-Auftritts ist Steubing gemäß § 5 des Telemediengesetzes („TMG“) für eigene Inhalte nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Die Inhalte der Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt.

§ 2 Hinweise zu den bereitgestellten Informationen

(1) Der Internet-Auftritt und die darüber abrufbaren Daten dienen ausschließlich zur Information über die auf der elektronischen Handelsplattform „Bond Invest“ handelbaren Anleihen sowie deren jeweilige Marktpreise. Die Daten und Informationen stellen insbesondere keine Werbung, Empfehlung, Finanz- oder sonstige Beratung seitens Steubing dar. Sie sind kein Angebot oder Aufforderung zu einem Kauf oder Verkauf für die über die elektronische Handelsplattform „Bond Invest“ handelbaren Anleihen. Anlageziele, Erfahrung, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse der Nutzer des Internet-Auftritts können bei dessen Erstellung und Pflege nicht berücksichtigt werden.

(2) Die in dem Internet-Auftritt enthaltenen Anleihen sind möglicherweise nicht für jeden Nutzer als Anlageinstrument geeignet. Möglicherweise ist der Kauf dieser Anleihen als riskant anzusehen. Insbesondere können Zins- und Wechselkursänderungen den Wert, Kurs oder die Erträge der Anleihen negativ beeinflussen. Angaben zur Wertentwicklung sind immer vergangenheitsbezogen. Für die Prognose zukünftiger Wert- und Preisent-wicklungen sind historische Kursentwicklungen nur eine unzulängliche Basis und stellen keine Garantie dar. Ferner repräsentieren die in dem Internet-Auftritt dargestellten Werte und Preise möglicherweise nicht den Preis oder Wert, der auf dem jeweiligen Markt zu dem Zeitpunkt erhältlich ist, zu dem ein Nutzer ein bestimmtes Wertpapier o-der Währung kaufen oder verkaufen möchte. Weiterhin berücksichtigen die Informationen in dem Internet-Auftritt nicht die aufgrund der Größe einer konkreten Transaktion möglicherweise abweichenden Werte oder Preise. Steubing übernimmt keine Verantwortung für:

  • a) die Geeignetheit der in dem Internet-Auftritt dargestellten Anleihen für den Anleger
  • b) die buchhalterischen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in die darge-stellten Anleihen, sowie
  • c) die zukünftige Wertentwicklung der Anleihen.

Steubing rät dringend dazu, vor Anlageentscheidungen unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen. Durch die Nutzung des Internet-Auftritts sowie des Ab-rufs der enthaltenen Informationen wird der Nutzer weder zum Kunden von Steubing, noch entstehen Steubing dadurch irgendwelche Verpflichtungen oder Verantwortlich-keiten diesem Nutzer gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen Steubing und dem Nutzer dieser Internetseiten zustande.

(3) Steubing behält sich ausdrücklich vor, unter dem Internet-Auftritt zum Ausdruck gebrachte Meinungen, einzelne Internet-Seiten oder den gesamten Internet-Auftritt einschließlich der angebotenen Dienste, Informationen, Eigenschaften oder Funktio-nalitäten, die im Rahmen der bestimmungsgemäßen Benutzung des Internet-Auftritts zugänglich sind, ohne vorherige Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen. Steubing übernimmt keine Verpflichtung, die enthaltenen Informationen zu aktualisieren oder auf dem neu-esten Stand zu halten.

Steubing ist als Market-Maker für die Anleihen, die auf den Internet-Seiten des Inter-net-Auftritts dargestellt werden, tätig und betreibt die elektronische Handelsplattform „Bond Invest“. Diesbezüglich können bei Steubing Interessenkonflikte bestehen. Durch die Market-Maker-Tätigkeit und den Betrieb der elektronischen Handelsplattform „Bond Invest“ kann Steubing Positionen in diesen Anleihen halten. Daraus können sich mögli-cherweise Auswirkungen auf den Wert der hier dargestellten Anleihen ergeben.

§ 3 Disclaimer, Haftung für Links

Der Internet-Auftritt enthält Verweise („Links“) zu Internet-Seiten, die weder von Steu-bing erstellt wurden noch von Steubing betrieben werden und auf deren Inhalte Steu-bing daher keinen Einfluss hat. Aus diesem Grund kann Steubing für diese fremden In-halte dieser Anbieter keine Gewähr im Hinblick auf die Richtigkeit und Vollständigkeit der dort angebotenen Informationen übernehmen. Für die Inhalte dieser Internet-Seiten ist der jeweilige Anbieter verantwortlich.

Die Internet-Seiten wurden zum Zeitpunkt der Erstellung des Verweises auf offensicht-liche Rechtsverstöße überprüft. Eine permanente Kontrolle der in Bezug genommenen Internet-Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte weder praktisch machbar noch sinnvoll möglich. Sollten Steubing Rechtsverletzungen bekannt werden, so wird Steu-bing die Verweise Links umgehend entfernen. In diesem Punkt bittet Steubing die Nut-zer des Internet-Auftritts um einen Hinweis, sofern entsprechende Rechtsverletzungen durch den Nutzer festgestellt werden.

§ 4 Gewerbliche Schutzrechte

(1) Die gewerblichen Schutzrechte für die von Steubing erstellten eigenen Inhalte des In-ternet-Auftritts (z.B. Grafiken, Sounds, Texte, Datenbanken) sowie die Rechte an den Kennzeichen „BOND INVEST“ und „Wolfgang Steubing AG“ liegen bei Steubing. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte in anderen (auch elektronischen oder gedruckten) Publikationen oder eine Verwendung der Kennzeichen ist ohne ausdrückli-che Zustimmung von Steubing nicht gestattet. Eingriffe in die Schutzrechte von Steu-bing werden bei Kenntnisnahme unverzüglich verfolgt.

(2) Sämtliche Veröffentlichungen unter dem Internet-Auftritt unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwer-tung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustim-mung des jeweiligen Verfassers. Beiträge Dritter sind als solche gekennzeichnet. Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht aber für den kom-merziellen Gebrauch gestattet.

§ 5 Haftung

Für die von Steubing unter dem Internet-Auftritt kostenlos bereitgestellten Leistungen und Informationen gelten, soweit diese nicht kostenpflichtig angebotenen Dienstleistungen betreffen, folgende Haftungsbestimmungen:

(1) Steubing übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen.

(2) Schadenersatzansprüche sind ausgeschlossen, sofern kein grobes Verschulden oder Vorsatz von Steubing vorliegt. Insbesondere sind Ersatzansprüche gegen Steubing we-gen solcher Schäden ausgeschlossen, die aufgrund der Verwendung der Informationen oder durch fehlerhafte und unvollständige Informationen verursacht wurden. Soweit die Haftung von Steubing ausgeschlossen oder beschränkt ist, gilt dies auch für die persönliche Haftung seiner Angestellten, Arbeitnehmer, Mitarbeiter, Vertreter und Er-füllungsgehilfen.

§ 6 Sonstiges

(1) Diese Nutzungsbestimmungen unterliegen in sämtlichen Bestandteilen ausschließlich deutschem Recht.

(2) Sollten einzelne Bestimmungen dieser Nutzungsbedingungen rechtsunwirksam sein oder werden, so berührt dies nicht die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen.

Wissenswert.

Aktuelle Meldungen

20/03/19
BNP Paribas Asset Management setzt unternehmensweit auf Nachhaltigkeit

BNP Paribas Asset Management richtet sich unternehmensweit auf Nachhaltigkeit aus. Bis 2020 werden ESG-Faktoren in alle Investmentprozesse integriert. Zudem will BNP Paribas Asset Management durch eine aktive Einflussnahme auf Unternehmen und Branchen die Rolle der Finanzindustrie auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft schärfen.

Die Nachhaltigkeitsstrategie ist auf drei wichtige Nachhaltigkeitsthemen ausgerichtet: Energiewende, Umwelt und Gleichberechtigung, die „3E“ (Energy Transition, Environment und Equality). Damit werden bei Research, der Titelauswahl für die Portfolios und dem politischen Engagement konkrete Ziele verfolgt, wie etwa eine niedrige CO2-Intensität, Schutz der Wälder, sauberes Trinkwasser oder die Erhöhung des Frauenanteils in den Vorstandsetagen.

Die Umsetzung dieser Strategie sieht vor, dass die ESG-Faktoren bis 2020 in alle Investmentprozesse für Fonds und Mandate integriert werden, angefangen von der Anlageidee, über Research, Risikomanagement bis hin zur Portfoliokonstruktion und Berichterstattung. Zudem wird BNP Paribas Asset Management aktiven Einfluss auf die jeweiligen Portfoliounternehmen, auf Behörden und Branchenverbände nehmen, um Themen wie Ressourcennutzung und Klima zu stärken. Dazu unterstützt BNP Paribas Asset Management Initiativen wie die Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG) der EU-Kommission, die Task Force on Climate-related Financial Disclosure (TCFD) oder die Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC).

BNP Paribas Asset Management hat zudem Richtlinien eingeführt, die für alle Publikumsfonds regeln, wann ein Investmentmanager in eine konkrete Branche investieren darf und wann nicht. Jüngstes Beispiel ist die neue Ausschlussrichtlinie für Kohleförderer und Kohleverstromer. Mit diesen Branchenregeln hält BNPP AM weiterhin die Grundsätze des UN Global Compact ein.

Das Nachhaltigkeitsengagement ist für BNP Paribas Asset Management nicht neu. 2002 legte das Unternehmen seinen ersten sozialverantwortlichen Investmentfonds auf. Die PRI (Principles of Responsible Investing, eine Initiative der UNO) haben BNP Paribas Asset Management in den letzten drei Jahren das höchstmögliche Rating von A+ zuerkannt.

Der Ansatz von BNPP AM zeigt sich auch in der Marktführerschaft im nachhaltigen Investieren. Auch die gesamte BNP Paribas Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, die Wirtschaft auf ethische Weise zu finanzieren, die Entwicklung ihrer Mitarbeiter zu fördern, Initiativen mit sozialem Einfluss zu unterstützen und eine wichtige Rolle beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu spielen. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung.

Frederic Janbon, CEO von BNP Paribas Asset Management, sagt dazu:
„Wir stehen an einem Scheideweg. Der Finanzsektor muss jetzt handeln und Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft übernehmen. Die Global Sustainability Strategy ist unser Aktionsplan für mehr Nachhaltigkeit bei allen unseren Aktivitäten: in den Investmentprozessen, aber auch bei der Einflussnahme auf Unternehmen, die Politik, unsere Mitarbeiter und die Gesellschaft als Ganzes. Das ist der Kern unserer Unternehmensstrategie und maßgeblich dafür, wie wir nachhaltige Langfristerträge für unsere Kunden erzielen.“

Jane Ambachtsheer, Global Head of Sustainability bei BNP Paribas Asset Management, fügt hinzu:
„Als Assetmanager können wir die Welt beeinflussen und die Zukunft gestalten. Mit unserer Global Sustainability Strategy wollen wir den Standard für Marktführerschaft im nachhaltigen Investieren setzen. Mit ihr definieren wir klare Ziele und Kennzahlen, an denen wir unseren Erfolg und die Auswirkungen auf unsere Kunden und die Wirtschaft messen. Ich bin stolz, dass BNPP AM diese ehrgeizige Strategie einführt und freue mich auf die Zusammenarbeit mit unseren Teams, Kunden und Wettbewerbern – damit wir unseren Teil zu einer CO2-armen, inklusiven Zukunft beitragen können.“

https://www.green-bonds.com/
(Foto: Frederic Janbon, CEO © BNP Paribas Asset Management)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

20/03/19
Grüne Anleihen – zwei Schritte vorwärts, einen zurück?

Grüne Anleihen sind gefragt wie nie, müssen jedoch noch einige Herausforderungen überwinden. Nun, da die weltweite Ausgabe grüner Anleihen die 500-Milliarden-Dollar-Marke durchbrochen hat, stellt sich die Frage, in welche Richtung der Markt sich künftig bewegen wird.

Für einen Markt, der nicht viel älter als zehn Jahre ist, ist das Volumen der ausgegebenen grünen Anleihen durchaus beeindruckend. Die Anlageklasse wird von Investoren immer stärker nachgefragt. Nach Angaben von Credit Agricole machen grüne Anleihen inzwischen über 5 Prozent des gesamten Angebots in Euro aus, ohne Berücksichtigung von Staatsanleihen. Dies ist eine erfreuliche Nachricht. Gerade angesichts der großen Hoffnungen, dass der Markt für grüne Anleihen eine zentrale Rolle bei der Schließung der großen Finanzierungslücke spielen kann, um beispielsweise dringende Klimaschutzziele zu erreichen. Allein in der EU werden schätzungsweise rund 180 Milliarden Euro pro Jahr an zusätzlichen Investitionen für Energieeffizienz und erneuerbare Energien benötigt, um die Klimaziele 2030 zu erfüllen.

Hier ist noch ein weiter Weg zu gehen. Seit der Marktentstehung für grüne Unternehmensanleihen im Jahr 2013 beschäftigen wir uns mit diesem Markt und investieren in ihn. Wir sind der Meinung, dass sich die schwierigen Teenagerjahre als entscheidend für die Beantwortung der Frage erweisen werden, ob der Markt sein Potenzial voll entfalten kann.

Forderung nach „zusätzlichem Kapital“

Quantität ist nicht gleich Qualität. Wenn man davon ausgeht, dass der Zweck von grünen Anleihen darin besteht, die Finanzmittel für umweltverträgliche Investitionen aufzustocken, um die Wirtschaft nachhaltiger zu machen, dann wird man eine Enttäuschung erleben, wenn die Marktteilnehmer diesen Anspruch nicht erfüllen und unter Beweis stellen können. Ein zentraler Aspekt dieser Problematik ist die Zusätzlichkeit – also die Frage, ob die von grünen Anleihen finanzierten Aktivitäten auch ohne deren Ausgabe umgesetzt worden wären und ob diese Anleihen entscheidend zur Bewältigung von Problemen wie dem Klimawandel beitragen.

Diese Überlegungen mögen vielen offensichtlich erscheinen, aber der Begriff der Zusätzlichkeit beginnt gerade erst zu den wichtigsten Marktteilnehmern vorzudringen. Wir begrüßten daher den Schwerpunkt auf Zusätzlichkeit bei der letzten jährlichen Green Bond Principles (GBP) Consultation. Auffällig ist jedoch, dass unter den GBP-Mitgliedern – diejenigen, die grüne Anleihen ausgegeben, gezeichnet oder darin investiert haben – mehr als drei Viertel glauben, dass grüne Anleihen zusätzliches Kapital liefern. Bei den allgemeinen Beobachtern der GBP sinkt diese Zahl dagegen auf etwas mehr als die Hälfte der Befragten. Da die nicht direkt zur Branche gehörenden Akteure also doppelt so häufig der Meinung sind, dass Defizite bezüglich der Zusätzlichkeit überwunden werden müssen, tut sich nach unserem Verständnis eine besorgniserregende Glaubwürdigkeitslücke auf. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem die langfristigen Zukunftsziele des Marktes im Fokus stehen.

Wohlwissend um diese Problematik erklärte die Technical Expert Group, die zur Umsetzung des EU-Aktionsplans für nachhaltige Finanzierungen (einschließlich eines EU-weiten Standards für grüne Anleihen Ende 2019) geschaffen wurde, bei Aufnahme ihrer Arbeit, dass „Zusätzlichkeit und Anreize für die Ausgabe grüner Anleihen einer weiteren Bewertung unterzogen werden“. Die beiden Themen Zusätzlichkeit und Anreize sind unserer Meinung nach eng miteinander verbunden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Anreize für die Ausgabe grüner Anleihen nicht mit den übergeordneten Nachhaltigkeitszielen in Einklang stehen, ist groß, wenn man zuvor nicht die Möglichkeit eines „Greenwashings“ einschränkt. Doch dieser Aspekt soll gemäß des Aktionsplans gezielt angegangen werden.

Langfristige Klimaziele im Fokus

Mit Blick auf die nächste Ausgabewelle sind wir überzeugt, dass diese Probleme gar nicht früh genug gelöst werden können. Betrachten wir beispielsweise den Telekommunikationssektor, wo Telefonica und Verizon kürzlich grüne Anleihen ausgegeben haben. Deren Erlöse tragen zur Finanzierung der Umstellung der Telekommunikationsinfrastruktur von Kupfer auf Glasfaser und zur Modernisierung des Netzes auf 5G bei. Obwohl die Anleihen in beiden Fällen an den Green Bond Principles ausgerichtet sind, bezweifeln wir, dass beide viel dazu beigetragen haben, die Finanzierungslücke, welche die EU zu schließen hofft, zu verkleinern. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die geschätzten 137 Milliarden Euro, die für den Anschluss der EU-Haushalte an Glasfaser-Breitbandnetze erforderlich sind, vollständig finanziert werden, und zwar unabhängig von nachhaltigen Finanzierungsinitiativen wie dem Markt für grüne Anleihen.

Darüber hinaus entspricht diese Zahl etwa drei Vierteln des jährlichen neuen Kapitals, das für Projekte im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz benötigt wird, wenn eine realistische Chance bestehen soll, die EU-Klimaziele für 2030 zu erreichen. Glasfaser-Breitband wird sicherlich eine Rolle im Gesamtkonstrukt der Lösungen spielen, die zur Erreichung dieses Ziels erforderlich sind. Zum Beispiel bei der Verbindung intelligenter Geräte, die mehr Energieeffizienz ermöglichen können. Angesichts der neuen Bedenken hinsichtlich der Zusätzlichkeit wird unserer Meinung nach jedoch zunehmend erwartet, dass Investoren die relativen Auswirkungen solcher Projekte mit denjenigen Projekten vergleichen sollten, die möglicherweise eine wichtigere Rolle bei der Erreichung langfristiger Klimaziele spielen werden. Die Investition in grüne Anleihen für Projekte, die möglicherweise nicht mehr als „Business as usual“ sind, erfolgt zu den Opportunitätskosten von nicht finanzierten Projekten.

Zusätzlichkeit als Wachstumstreiber

Unsere Zusammenarbeit mit Emittenten grüner Anleihen in verschiedenen Branchen und Regionen stimmt uns zuversichtlich, dass die Frage der Zusätzlichkeit nicht mehr nur als ein nettes Konzept behandelt wird. Der EU-Aktionsplan für nachhaltige Finanzierungen trägt dazu bei, sie weiter in den Mittelpunkt zu rücken. Marktteilnehmer haben die Hoffnung, dass grüne Anleihen aufgrund ihrer potenziell zentralen Rolle bei der Lösung dringender globaler Herausforderungen im Bereich nachhaltiger Entwicklung breite Anerkennung finden. Die größte Herausforderung für den Markt wird darin bestehen, dem Eindruck entgegenzuwirken, dass Zusätzlichkeit in gewisser Weise ein Hindernis für weiteres Wachstum ist. Unserer Ansicht nach wird Zusätzlichkeit – wenn sie nachgewiesen werden kann – angesichts des Umfangs der jährlichen Finanzierungslücke vielmehr ein wichtiger Wachstumstreiber auf dem Markt für grüne Anleihen sein.

Unser Ansatz

Insgesamt begrüßen wir die Expansion des Marktes in den letzten Jahren sehr. Als „grün“ gekennzeichnete Anleihen machen mittlerweile 23 Prozent des Vermögens des Jupiter Global Ecology Diversified Fonds aus. Außerdem ergänzen sie die Kernbeteiligungen des Portfolios an Unternehmen, die Lösungen im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit anbieten. Zur Verdeutlichung: Grüne Anleihen finanzieren in der Regel keine grünen Projekte, sondern Unternehmen, die ihrerseits versprechen, in grüne Projekte zu investieren. Zur Bestimmung der tatsächlichen Auswirkung ist diese feine Unterscheidung wichtig und deshalb haben wir die Investmentkriterien für grüne Anleihen im Zuge der vorschreitenden Marktreife weiter verschärft. Zusätzlich zu unserer Finanzanalyse suchen wir nach grünen Anleihen von Organisationen mit robusten ökologischen Nachhaltigkeitsstrategien, die direkt in ein Regelwerk für grüne Anleihen eingebunden sind. So ist ein klarer Weg zur Erreichung dieser Ziele durch weitere Projekte in der Zukunft gewährleistet.

https://www.green-bonds.com/
(Foto: Rhys Petheram
© Jupiter)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

20/03/19
Populistisches Europa

Brexit und Italien bewegen uns in dieser Kolumne häufiger. Aber in diesen Tagen wird die Angelegenheit perfide. Momentanes Motto: Populisten aus Großbritannien und Italien vereinigt Euch.

Aber systematisch: Bisher sind wir immer von einem Chicken Game zwischen der EU und Großbritannien, sprich Theresa May ausgegangen. Dies ist aber nur eine Spur, der man folgen sollte. Die Hidden Agenda der Premierministerin May ist nur schwer zu durchschauen – manche böse Kommentatoren fragen sich schon, ob es überhaupt eine gibt.

Auf der anderen Seite haben wir häufiger Italien mit der rechtspopulistischen Regierung, die seit rund einem Jahr im Amt ist zum Thema gehabt. Rechtspopulisten, die keinen Hehl daraus machen, dass Italien eigentlich aus der EU raus soll. Die gleichzeitig nur existieren können, weil die EZB durch massive Anleihekäufe die Italiener gestützt hat und weiter stützen wird. Das interessiert diese italienische Regierung aber nicht. Stattdessen werden Steuern gesenkt, um Wahlversprechungen zu erfüllen – nicht um die Konjunktur anzukurbeln. Banken werden staatlich unterstützt, entgegen aller Vereinbarungen mit der EU. Wahlkampf pur. Warum? Es stehen die Europawahlen vor der Tür. Genau diese Populisten, die gegen Europa sind, wollen unbedingt ins Parlament. Ginge es nach den Europäischen Populisten würde die EU nicht explodieren sondern implodieren.

Was hat nun Italien mit dem Brexit zu tun? Welche Rolle spielt die Europawahl im kommenden Sommer? Was hat das alles mit den Anleihemärkten zu tun?
Theresa May hat in den letzten Wochen, die verschiedensten Abstimmungen durch das Unterhaus gepeitscht. Kaum einer versteht noch was geschieht. Aber es scheint klar: Keiner möchte einen ungeordneten Brexit. Deswegen läuft alles auf eine Verschiebung des Austrittstermins hinaus. Auch da gibt es wieder zwei Möglichkeiten: Einmal die technische Verschiebung – Zeitraum ca. 2 Monate; oder die Verschiebung um mehrere Jahre. Das wäre dann exakt wieder so, dass Jemand, der eigentlich aus der EU austreten will, gedanklich schon abgeschlossen hat, noch an der Europawahl teilnimmt. Vielleicht wird es mit dem Bild deutlicher. Ein Ehepaar möchte sich scheiden lassen. Der Scheidungsvertrag wird aufgrund von Streitigkeiten nicht fristgemäß fertig. Aus Trotz beschließen die Beiden jetzt erst einmal noch ein Kind zu zeugen. Aber grundsätzlich hält man fest, dass man sich nicht mehr liebt und man sich scheiden lassen möchte.

Nun kommen die europäischen Rechtspopulisten ins Spiel: Damit London eine Verschiebung des Brexit genehmigt bekommt, müssen alle anderen EU-Mitgliedsstaaten zustimmen. Nigel Farage, der über Jahre als britischer Rechtspopulist für den Brexit gekämpft hat, möchte natürlich eine Verschiebung verhindern und hat sich schon mit den antieuropäischen Populisten aus Italien in Verbindung gesetzt, um von dort ein „no“ zu hören. Frei nach dem Motto: Alles wird gut, denn schon in ersten Sätzen der Bibel steht – am Anfang war das Chaos.

Verblüffenderweise haben diese Dinge momentan keine direkten Auswirkungen auf die Anleihekurse. Die Ausschläge nach oben und unten sind minimal. Das zeigt, alle Investoren sind momentan defensiv ausgerichtet und werden ihre Taktik, bis Klarheit herrscht, wohl kaum verändern. Das zeigt aber auch, wenn sich alles positiv geordnet entwickelt, was für ein Potential in den Märkten existiert. Momentan beherrschen zumindest nicht die Optimisten den Markt. Beobachten ist angesagt. Populisten und Nationalisten sollten zurück gedrängt werden. Dann könnte bald auch wieder mehr Rendite an den Kapitalmärkten entstehen und es erneut zu einer Renaissance Europas kommen.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Ralf Meinerzag © Steubing AG)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

20/03/19
Principal Global Investors: Wie Investoren mit den neuen Zombie-Unternehmen umgehen sollten

Die Verquickung von steigenden Zinsen und technologischem Fortschritt setzt Geschäftsmodelle im gesamten Markt unter Druck. „Die aktuelle Marktsituation trägt unter Umständen zur Entstehung einer neuen Art von Zombie-Unternehmen bei, die Investoren meiden sollten“, sagt Todd Jablonski, Chief Investment Officer (CIO) bei Principal Portfolio Strategies. Als „Zombie“ seien ursprünglich hochverschuldete Unternehmen bezeichnet worden, die von der Großzügigkeit der öffentlichen Hand abhängig waren. Jablonski beantwortet die Frage, wer die neuen Zombies sind und wie sich Anleger gegen sie wappnen können.

„In jeder Branche gibt es Firmen, die mit der Konjunkturwelle von zehn Jahren synchronisiertem, globalen Wachstum geschwommen sind, vermutlich aber Marktanteile an effizientere oder auch besser informierte Wettbewerber verloren haben“, so Jablonski.  Wie etwa stationäre Einzelhändler, die nicht mit den Online-Shopping-Verhalten der Konsumenten Schritt gehalten hätten. Das Niedrigzinsumfeld der letzten Dekade habe mit einer lockeren Geldpolitik solche Zombies gestützt. „Ist die Kapitalbeschaffung günstig, können auch schlechte Geschäftsmodelle in interessanten Wirtschaftsbranchen für eine Weile funktionieren“, so der Experte. Einige Branchen – wie die Fracking-Industrie – basierten im Wesentlichen auf einer günstigen Finanzierung. Wenn diese aber versiege und die Zinsen stiegen, enthülle das die Totenblässe des zugrunde liegenden Geschäftsmodells.

Für Investoren sei es während des jahrzehntelangen Bullenmarkt schwieriger gewesen, zwischen wirklich erfolgreichen Unternehmen auf der einen und den lebenden Toten auf der anderen Seite zu differenzieren. Zudem hätten passive Strategien dazu beigetragen, potenzielle Zombies zu unterstützen und zu verbergen. „Zum aktuellen Zeitpunkt nähren passive Produkte Zombie-Unternehmen, denn sie wenden per definitionem keine Mühe auf, angeschlagene Unternehmen zu identifizieren“, warnt Jablonski. Es gebe noch Raum für passive Smart Beta-Strategien und aktive Multi-Asset-Investitionen, aber Investoren müssten sich darüber klar werden, welche Exposure sie in den verschieden Assetklassen und Sektoren möchten. „Die Unterschiede werden für Anleger offensichtlicher, wenn sich das Wirtschaftswachstum abschwächt und Zinssätze steigen“, prognostiziert Jablonski.

Ein aktiver Management-Ansatz mit Schwerpunkt auf die Qualität der Titel ist aus Jablonskis Sicht die beste Portfoliomanagement-Waffe zur Abwehr von Zombie-Risiken. Aktive Portfoliomanager benötigten dazu ein umfassendes Research, um schwache Bilanzen zu erkennen und zu vermeiden. „Verlierer zu vermeiden, könnte künftig wichtiger sein als Gewinner auszuwählen. Die Aufmerksamkeit von Investoren sollte auf Unternehmen liegen, die sich in der Portfolioallokation gut entwickelt haben. Dabei sollten sie auch beachten, was diese Unternehmen vermieden haben, um ihre relative Performance zu steigern“, resümiert der Experte.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: © pixabay)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

18/03/19
DJE Kapital AG expandiert nach Spanien: Kooperation mit Arcano Partners

Die DJE Kapital AG expandiert weiter und baut das Auslandsgeschäft systematisch aus. Nach Italien bedient DJE nun gezielt den spanischen Markt auch aufgrund wachsenden Bedarfs nach leistungsstarken, aktiv gemanagten Fondskonzepten. Dazu kooperiert DJE mit dem spanischen Placement Agent Arcano Partners, der exklusiv mit dem Vertrieb ausgewählter DJE-Publikumsfonds beauftragt ist. Im Fokus steht dabei der Flaggschifffonds  DJE – Zins & Dividende PA (ISIN: LU0553164731).

Der auf einen breiten Anlegerkreis zugeschnittene, ausgewogen investierende und mehrfach ausgezeichnete Mischfonds wird seit Auflage im Jahr 2010 von Dr. Jan Ehrhardt gemanagt. Ziel des Fonds sind stabile Einkünfte aus Zinsen und Dividenden sowie eine möglichst nachhaltige, positive Wertentwicklung bei moderater Volatilität. In den beiden vergangenen Jahren hat sich das Fondsvolumen verdreifacht: von 442,340 Millionen Euro (Stand: 31.01.2017) auf 1,43 Milliarden Euro (Stand: 28.02.2019). Seit 2018 ist der DJE – Zins & Dividende bereits in Italien für institutionelle Anleger verfügbar.

Thorsten Schrieber, im Vorstand verantwortlich für Vertrieb, Sales Support sowie Marketing und PR, sagt: „Spanien ist ein weiterer auch strategisch sehr wichtiger Markt für uns. Aufgrund steigender Nachfragen nach unseren Investmentlösungen bieten wir spanischen Anlegern den DJE – Zins & Dividende sowie andere ausgewählte Fonds unseres Hauses an. Mit Arcano Partners haben wir einen sehr erfahrenen und renommierten Partner an unserer Seite, der regulatorische Bestimmungen, Marktbedingungen sowie lokale Kundenbedürfnisse kennt – und uns damit vertrieblich optimal unterstützen kann.“

Pedro Hamparzoumian, Partner von Arcano und Leiter der Arcano Asset Management Distribution Plattform, sagt: „Die DJE Kapital AG verfügt über mehr als 45 Jahre Branchen- und Kapitalmarkterfahrung. Das Unternehmen überzeugt regelmäßig durch seine ausgeprägte Marktkompetenz – insbesondere in volatilen Börsenphasen. Deshalb freuen wir uns, dem spanischen Markt einen klaren Mehrwert mit auserlesenen DJE-Fonds zu bieten, die unsere eigenen Anlagestrategien bestmöglich ergänzen."

Über die Dr. Jens Ehrhardt Gruppe
Die DJE Kapital AG ist seit 45 Jahren als unabhängige Vermögensverwaltung am Kapitalmarkt aktiv. Das Unternehmen aus Pullach bei München verwaltet mit über 125 Mitarbeitern (davon rund 25 Fondsmanager und Analysten) aktuell über 12,1 Milliarden Euro (Stand: 31.01.2019) in den Bereichen individuelle Vermögensverwaltung, institutionelles Asset Management sowie Publikumsfonds. Zudem bietet die DJE Kapital AG seit 2017 mit Solidvest eine einzeltitelbasierte Online-Vermögensverwaltung an – als digitale Lösung im Rahmen aktiv gemanagter Depots. Das Online-Konzept basiert auf den breiten Kompetenzen in Vermögensverwaltung und Anlagestrategie der DJE Kapital AG – und ermöglicht ein diversifiziertes Portfolio nach individuellem Rendite-Risiko-Profil mit persönlichen Themenschwerpunkten im Aktienbereich. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Jens Ehrhardt, sein Stellvertreter Dr. Jan Ehrhardt. Kern des Anlageprozesses und aller Investmententscheidungen ist die FMM-Methode (fundamental, monetär, markttechnisch), welche auf dem hauseigenen, unabhängigen Research basiert. Der Anspruch der DJE Kapital AG ist, ihren Kunden weitsichtige Kapitalmarktexpertise in allen Marktphasen zu bieten.

Über Arcano Partners
Arcano Partners, 2003 gegründet, ist eine unabhängige Finanzberatung und Vermögensverwaltung mit Büros in Madrid, Barcelona und New York. Ziel ist es, die Wertschöpfung für Kunden zu maximieren. Schwerpunkt bilden drei Hauptgeschäftsbereiche: Investment Banking, Asset Management und Wealth Management. Das Arcano-Team besteht aus über 170 qualifizierten Fachleuten mit Büros in Barcelona, Madrid und New York. Arcano entwickelte sich seit Gründung zu einer der führenden unabhängigen Experten im spanischen Finanzmarkt. Mehr zu Arcano Partners.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Thorsten Schrieber
© DJE Kapital AG)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

18/03/19
MEAG und Luxcara strukturieren weitere Projektanleihe für norwegische Windparks

Luxcara, einer der führenden europäischen Asset Manager für Investments in Erneuerbare Energien, und die MEAG, Vermögensmanager von Munich Re und ERGO, haben gemeinsam erstrangig besicherte Projektanleihen in Form von privat platzierten Namensschuldverschreibungen (Project Bond) zur Finanzierung der norwegischen Windparks Skinansfjellet und Gravdal initiiert und strukturiert.

Wie schon im Rahmen der Finanzierung des Windparks Eikeland-Steinsland im Juli 2018 wurde erneut ein niedriger dreistelliger Euro-Millionenbetrag privat platzierter Projektanleihen an Investoren von Munich Re (Gruppe), das österreichische Versicherungsunternehmen UNIQA und eine weitere europäische Versicherungsgruppe emittiert. Das Eigenkapital wird von einem Erneuerbare-Energien-Fonds für institutionelle Investoren bereitgestellt, der von Luxcara beraten wird.

Die Windparks Skinansfjellet und Gravdal liegen im windreichen Süden Norwegens und gehören zum Bjerkreim Cluster, welches Luxcara im Jahre 2016 erworben hat. Das Bjerkreim Cluster verfügt über eine Gesamtleistung von 294 MW. Grundlage der Finanzierung ist ein langfristiger Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement, PPA) mit Facebook.

„Die im Vergleich zum Windpark Eikeland-Steinsland vergrößerte Investorenbasis zeigt, dass wir mit der wiederholten Strukturierung und Platzierung einer Project-Bond-Finanzierung eines Erneuerbare-Energien-Projektes die individuellen Bedürfnisse institutioneller Investoren in diesem Bereich adressieren. Wir freuen uns bereits auf die Realisierung weiterer attraktiver Debt-Finanzierungen von Solar- und Windprojekten in naher Zukunft“, sagt Marc Brehm, Managing Partner von Luxcara.

Holger Kerzel, Geschäftsführer der MEAG: „Dieses Projekt in bewährter Partnerschaft erfüllt unsere hohen Ansprüche an ein nachhaltiges und wirtschaftlich erfolgreiches Investment. Private Finanzierungen durch die MEAG sind ein wichtiger Beitrag zur Instandhaltung und Erneuerung der Infrastruktur sowie zum Ausbau der erneuerbaren Energien.“

Dimitar Lambrev, Senior Portfolio Manager der UNIQA: „Für die UNIQA Gruppe bedeutet Nachhaltigkeit, Verantwortung in ökonomischer, gesellschaftlicher und ökologischer Hinsicht zu übernehmen. Durch die Finanzierung des Projekts Skinansfjellet/Gravdal setzen wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie konsequent weiter fort.“

Luxcara und MEAG haben die Finanzierung gemeinsam strukturiert. MEAG in der Rolle des Arrangeurs hat Munich Re’s institutionelle Investoren vertreten.

Über Luxcara
Luxcara ist ein unabhängiger Asset Manager, der institutionellen Investoren Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen Erneuerbare Energien und Infrastruktur eröffnet. Das eigentümergeführte Unternehmen wurde 2009 gegründet. Luxcara akquiriert, strukturiert, finanziert und betreibt Erneuerbare-Energien-Investments sowie Infrastrukturprojekte als langfristiger Investor und legt dabei einen Schwerpunkt auf direkte Stromabnahmeverträge.

Das Portfolio von Luxcara umfasst Solar- und Windkraftanlagen in Europa mit einer Gesamtleistung von über einem Gigawatt und einem Investitionsvolumen in Höhe von mehr als 2,3 Milliarden Euro. Mit diesem umfangreichen Track Rekord ist Luxcara einer der erfahrensten Asset Manager im Bereich der Erneuerbare Energien.

https://www.green-bonds.com/
(Logo: © Luxcara)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

18/03/19
Ferratum plant 4-jährige Anleihe mit einem Volumen von bis zu 100 Mio. Euro

Die Ferratum Oyj (ISIN: FI4000106299, WKN: A1W9NS) hat bekannt gegeben, dass die Pareto Securities AB beauftragt wurde, eine Reihe Fixed Income Investoren Roadshow zu arrangieren, die am 21. März 2019 beginnen wird. Vorbehaltlich der Marktbedingungen ist die Emission einer nicht gesicherten Anleihe mit einer Laufzeit von vier Jahren und einem Volumen von bis zu 100 Millionen können folgen.

Der Erlös aus dieser Anleihe würde zur Refinanzierung der im Juni 2019 fälligen ausstehenden Ferratum-Anleihe (ISIN: DE000A2AAR27 WKN: A2AAR2) und zur Finanzierung des weiteren Wachstums des Konzerns verwendet.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: © Ferratum App)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

18/03/19
Katjes International mandatiert Bankhaus Lampe für eine Roadshow, Anleiheemission geplant

Die Katjes International GmbH & Co. KG, die internationale Beteiligungsgesellschaft der Katjes Gruppe, hat die Bankhaus Lampe KG zur Durchführung einer Roadshow im Rahmen einer möglichen Fremdkapitaltransaktion mandatiert.

Im derzeitigen Marktumfeld prüft die Katjes International GmbH & Co. KG mögliche Refinanzierungsoptionen, inklusive der Begebung einer neuen Unternehmensanleihe.

https://www.fixed-income.org/
(Screenshot: © lutti.fr)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

15/03/19
Übersee-Anleihenmärkte als Alternative zu USD-Bonds

Vielfalt macht häufig das Leben aus. Übertragen auf die Finanzmärkte ist es die Diversifikation, die meist entscheidend ist für ein erfolgreiches Portfolio. Auch im Bereich der Währungen gibt es nicht nur US-Dollar oder Euro, sondern auch Alternativen, die insbesondere im anhaltenden Niedrigzinsumfeld sinnvolle Ergänzungen sind.

„Entsprechend lohnt sich im Bereich der Anleihen der Blick nach Übersee und deren Zinsmärkte. Im Segment der industrialisierten Staaten gehören Australien und Kanada zu den Ländern, wo Investoren bei Anleihen mit einem guten bis sehr guten Rating einen Mehrertrag gegenüber Papieren aus der Euro-Zone oder aus den USA erwarten dürfen. Mit dem australischen und kanadischen Dollar (AUD und CAD) finden Anleger zudem solide Währungen vor, die zwar jüngst gegenüber dem US-Dollar verloren, aber dennoch mittelfristig attraktiv erscheinen“, sagt Benno Weber, Anleihenexperte bei Swisscanto Invest.

Sinnvolle Risikobeimischung
Für Investoren, die die Wechselkursrisiken bewusst in Kauf nehmen, sind AUD und CAD zwei interessante Währungen, die ähnlich dem Schweizer Franken den sicheren Häfen zugeordnet werden.
Sie eignen sich sehr gut für eine Risikobeimischung, da die vielen lokalen Bondemittenten für ein einzigartiges Anlageuniversum sorgen. „Aus Diversifikationssicht und bezüglich der hohen Liquidität sind in CAD und AUD notierte Anleihen ebenfalls Alternativen zu US-Dollar-Bonds“, so Weber.

Nur noch wenige Fondsgesellschaften bieten Anlegern die gezielte Investition in diese Währungsmärkte an. Swisscanto Invest gehört dazu – und dies bereits seit dem Jahr 1994. „Bei unseren Fonds greifen Investoren auf ein Vierteljahrhundert Erfahrung zurück. Über die vergangenen zehn Jahre erzielte der AUD-Fonds eine Brutto-Wertentwicklung von 48,19 Prozent und der CAD-Fonds von 27,81 Prozent (Stand 31.01.2019). Diese Ergebnisse unterstreichen, dass unter langfristigen Gesichtspunkten beide Märkte ihren Charakter als Stabilisatoren im Portfolio unter Beweis gestellt haben. Zwar sind bisherige Wertentwicklungen keine Garantie für künftige Resultate, aber doch immerhin der Beweis für die Chancen dieser Währungsmärkte“, meint Weber.

Australien blickt nach China, Kanada auf Rohstoff-Entwicklungen
Australiens und Kanadas Volkswirtschaften gehören generell zu den stabilsten. Für Australien ist der Handel mit China von elementarer Bedeutung. Daher wäre eine Lösung der Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA ein positives Zeichen nicht nur für die Weltwirtschaft, sondern insbesondere für Australien. Und hier speziell für den AUD. Dieser sollte sich bei einer Einigung stabilisieren nach den jüngsten Verwerfungen. Im Januar fiel der AUD auf einen Kurs von 0,698 zum US-Dollar und blieb knapp über dem technisch betrachteten kritischen Level von 0,687 zum US-Dollar. Lediglich eine Eskalation der Handelsstreitigkeiten wäre kurzfristig negativ. „Wir erwarten aber eine Lösung und damit Beruhigung der Lage, so dass AUD-Anleihen weiterhin einen Mehrertrag im Portfolio liefern“, sagt Weber.

Kanada weist eine hohe Abhängigkeit bezüglich Rohstoff-Entwicklungen auf. In erster Linie vom Erdölpreis. Wenn sich die Preise aufgrund der nach wie vor positiven Weltwirtschaft stabil verhalten beziehungsweise ansteigen, wird der CAD davon profitieren und Anleihen mit guten Bonitäten in dieser Währung ebenfalls. „Unsere Swisscanto (LU) Bond Funds Vision AUD und CAD verfügen über optimierte Portfolios für Investoren, die einerseits eine breite Diversifikation in diese Anleihenmärkte wünschen und andererseits nur ein beschränktes Kreditrisiko eingehen möchten. Zu den Eckwerten der Fonds: Das Portfolio der AUD-Variante umfasst knapp 150 Positionen bei einem durchschnittlichen Kupon von 3,55 Prozent sowie einem Durchschnittsrating von AA-. Und der CAD-Fonds diversifiziert mit knapp 100 Positionen bei einem durchschnittlichen Kupon von 3,20 Prozent sowie einem Durchschnittsrating von AA“, so Weber abschließend.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Benno Weber © Swisscanto)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

14/03/19
Fidelity: Positive Einschätzung für Schwellenländeranleihen, US-Dollar hat Zenit überschritten

Andrea Iannelli, Fixed Income Investment Director von Fidelity International, ist überzeugt, dass der US-Dollar seinen Zenit überschritten hat. Er erläutert, warum sein Team den Ausblick für Anleihen aus Schwellenländern (EM) nach wie vor günstig einschätzt.

„Wir bleiben bei EM-Anleihen optimistisch, denn die positiven Faktoren, die unsere Einschätzung stützen, sind weiter intakt.

Auf die rückläufigen Wachstumserwartungen hat die US-Notenbank unverzüglich mit einer Änderung ihrer Rhetorik reagiert, obwohl die Lage am Arbeitsmarkt angespannt bleibt und der Lohndruck wächst. In den USA deuten sich inzwischen stabilere Zinsen an, zudem wurde die Verkleinerung der Zentralbankbilanz vorerst ausgesetzt. Das dürfte eine Lockerung der Geldpolitik in Schwellenländern ermöglichen und dafür sorgen, dass EM-Vermögenswerte nicht weiter an Wert verlieren. Entscheidend wird sein, ob der Fed eine weiche Landung der Wirtschaft gelingt, sodass der Konjunkturmotor weder heiß läuft, noch ins Stocken gerät.

Die gesunkenen Wachstumserwartungen in den USA geben Schwellenländerwährungen tendenziell Auftrieb gegenüber dem Dollar. Im Februar legte ihre zu Beginn des Jahres begonnene Rally jedoch eine Pause ein. Wir bleiben aber insgesamt gegenüber EM-Währungen optimistisch, da der Dollar-Höhenflug unseres Erachtens vorbei ist. Bestärkt werden wir in dieser Einschätzung durch die sich langsam schließende Wachstums- und Zinslücke zwischen den USA und dem Rest der Welt. Hinzu kommen das wachsende Doppeldefizit der Vereinigten Staaten und die Tatsache, dass die US-Devise auf handelsgewichteter Basis teuer ist. Neben dem Dollar dürften auch die Realrenditen in der größten Volkswirtschaft der Welt ihren höchsten Punkt in diesem Zyklus überschritten haben. Wir gehen daher auch in den nächsten Monaten von positiven Renditen aus EM-Vermögenswerten aus, allen voran aus Hartwährungsanleihen.

Für den Wachstumseinbruch in Schwellenländern im letzten Jahr war auch die weitere Konjunkturabkühlung in China verantwortlich, ausgelöst durch schwächeren Konsum und nachlassende Kreditimpulse. Für dieses Jahr erwarten wir zusätzliche geld- und fiskalpolitische Maßnahmen, die auf die Binnenwirtschaft abzielen, denn Peking stellt gegenwärtig den Schuldenabbau zugunsten eines stabilen Wachstums zurück. Auch im Rest der Welt ist mit eher expansiver Geldpolitik zu rechnen. In diversen Schwellenländern sind die Leitzinsen inzwischen hoch bei zugleich sinkenden Inflationserwartungen und großen Produktionslücken. Schwächt sich der Dollar wie von uns erwartet ab, könnten Länder wie die Türkei, Mexiko, Indonesien und Südafrika versuchen, ihre Zinserhöhungen vom letzten Jahr zurückzunehmen und die Finanzierungsbedingungen zu lockern. Geschieht dies mit dem nötigen Feingefühl, dürfte das Lokalwährungsanleihen zugutekommen und EM-Währungen nicht weiter belasten.

Nach den vielen Wahlen im letzten Jahr stehen die Zeichen dieses Jahr auf politische Kontinuität in vielen Schwellenländern. Die Amtsinhaber werden ihren derzeitigen politischen Kurs wohl beibehalten, was für Beständigkeit in der Politik bis 2020 spricht. Dies ist ein deutlicher Unterschied zu 2018, in dem es in mehreren Ländern Regierungswechsel gab. Nicht nur in Brasilien und Mexiko hatte der Wahlkampf viele Anleger verunsichert.

Positive Signale bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China und die Möglichkeit eines weiteren Konjunkturpakets haben unseres Erachtens den Ausblick für chinesische Unternehmensanleihen aufgehellt. Ansonsten finden wir einige Staatsanleihen aus der Ratingkategorie B attraktiv, die von IWF-Unterstützung profitieren: zum Beispiel Papiere aus Argentinien, der Ukraine und Ecuador.

Im Segment der Lokalwährungsanleihen mögen wir solche aus Ländern mit Potenzial für Zinssenkungen, mit steilen Renditekurven oder attraktiven Realrenditen. Das trifft neben Mexiko auch auf Kolumbien, Peru, Südafrika, Serbien und Indonesien zu.

Zudem finden wir Gefallen an diversen Währungen aus lateinamerikanischen Ländern wie Argentinien, Peru, Chile und Kolumbien. Ansonsten bleiben einige Märkte wie Ungarn und Malaysia attraktiv. Ferner haben wir diverse vorsichtig bemessene Positionen auf Lokalwährungsanleihen aus Grenzmärkten wie Ghana, Dominikanische Republik und Nigeria im Portfolio.“

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Andrea Iannelli © Fidelity International)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

14/03/19
M&G Investments: Green Bunds – Konjunkturmotor für Europa?

Der Wirtschaftsaufschwung in Europa ist ins Stocken geraten. Angesichts schwächerer Konjunkturdaten und trüber Aussichten fürchten sich viele Beobachter wieder vor der „Japanisierung“ der Eurozone, in der Wachstum und Zinsen auf Dauer niedrig bleiben würden. Ein beliebter Lösungsvorschlag: Die Regierungen sollen ihre Haushaltsdisziplin aufgeben und die Konjunktur aktiv ankurbeln – allen voran Deutschland als Europas größte Volkswirtschaft und langjähriger Wachstumsmotor. Bei den aktuell unschlagbar günstigen Finanzierungskosten müsse daher der deutsche Staat, dessen Gläubiger sogar negative Zinsen in Kauf nehmen, möglichst viele Bundesanleihen emittieren. Dr. Wolfgang Bauer, Fondsmanager des M&G (Lux) Absolute Return Bond Fund bei M&G Investments, hat jedoch eine bessere Idee:

„Einen schuldengetriebenen Ausgabenrausch zur Ankurbelung der Wirtschaft in Europa würden wohl viele Deutsche vehement ablehnen. Dafür gibt es natürlich sachliche Gründe: Denn wenn Deutschland das Sparsamkeitscredo und die sprichwörtliche „schwarze Null“ aufgibt, fehlen auch die Argumente, um von den anderen Ländern des Euroraums Disziplin zu verlangen. Und damit würde das Risiko steigen, in eine neuerliche Euro-Schuldenkrise zu geraten, gefolgt von teuren Rettungsaktionen und letztlich einer Schuldenunion.

Die in Deutschland weitverbreitete Schuldenaversion hat aber auch eine emotionale Ebene – vielleicht sogar verstärkt durch die sprachliche Nähe der Begriffe "Schulden" und "Schuld". Viele Menschen sind zutiefst davon überzeugt, dass eine verantwortungsbewusste Regierung im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten agieren sollte. Die Aufnahme von Fremdkapital geht ihrer Meinung nach auf Kosten zukünftiger Generationen, unabhängig von der Attraktivität der Finanzierungskosten oder der Verwendung von Erträgen.

Genau diese Haltung eröffnet aber auch neue Chancen, und zwar sowohl für Emittenten als auch für Investoren. Denn zur „typisch deutschen“ Sorge um Ethik und Nachhaltigkeit würden Green Bonds – oder vielmehr „Green Bunds“ – perfekt passen. Grüne Anleihen werden ausgegeben, um Mittel für bestimmte umweltfreundliche Projekte bereitzustellen. Zuletzt hat etwa Telefónica Ende Januar einen Green Bond im Volumen von 1 Mrd. Euro begeben. Damit soll die Energieeffizienz des Unternehmens durch die Umstellung von Kupfer- auf Glasfasernetze in Spanien verbessert werden.

Grüne Anleihen sind natürlich nicht auf den Unternehmenssektor beschränkt. In den letzten Jahren haben mehrere europäische Länder nennenswerte Volumina an Green Bonds emittiert. Frankreich ist bislang als größter Emittent dieses Segments in Erscheinung getreten, mit einem ausstehenden Volumen von 16,5 Mrd. Euro. Belgien hat erst kürzlich 4,5 Mrd. Euro über eine grüne Anleihe aufgenommen, und auch Polen zählt nach zwei Emissionen im Februar zu den größten europäischen Green-Bond-Adressen.

Die Nachfrage der Investoren nach grünen Staatsanleihen ist hoch und der Markt groß genug, um neue Milliardenemissionen aufzunehmen. Und da Green Bonds speziell im Sinne einer ethischen Finanzierung und langfristiger Nachhaltigkeit konstruiert sind, könnten sie das passende Instrument sein, um die Schuldenbereitschaft in Deutschland zu erhöhen und mit Investitionen in umweltfreundliche Projekte das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Einige deutsche Emittenten, wie die KfW, haben bereits Green Bonds eingesetzt. Der nächste logische Schritt wäre die Ausgabe grüner deutscher Staatsanleihen: Green Bunds.“

https://www.green-bonds.com/
(Foto: Dr. Wolfgang Bauer © M&G Investments)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

13/03/19
Nordwest Industrie Group GmbH prüft mögliche Anleiheemission, ist telefonisch aber nicht erreichbar

Die Nordwest Industrie Group GmbH prüft nach eigenen Angaben eine mögliche Anleiheemission. Die Gesellschaft gab zudem bekannt, dass der Umsatz im Geschäftsjahr 2017/18 um 14,9% auf 385,2 Mio. Euro gestiegen ist. Von wann bis wann das Geschäftsjahr läuft wurde nicht genannt. Das EBITDA lag mit 49,2 Mio. Euro rund 4,5% über dem Vorjahreswert. Die Gesellschaft ist eigenen Angaben zufolge in den Bereichen Zulieferindustrie Metall, Betriebseinrichtung Ladenbau, Gestellkonstruktion für Solarmodule, Antriebstechnik für Medizinprodukte, Raumakustik, Sicherheitsdienstleistungen und Spezialleasing in 11 Ländern aktiv.

Die Informationen stammen aus einer Pressemeldung, die das Unternehmen auf der eigenen Website veröffentlicht hat. Die Pressemitteilung enthält nicht die Kontaktdaten eines Ansprechpartners. Unter der auf der Website genannten Telefonnummer ist zurzeit niemand zu erreichen. Laut Bundesanzeiger endet das Geschäftsjahr am 30.06.

https://www.fixed-income.org/
(Foto:
© pixabay)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

13/03/19
Aberdeen Standard Kommentar zum weiteren Brexit-Verfahren nach der erneuten Ablehnung des Deals

Gestern Abend lehnte das Unterhaus den Vertrag von Theresa May erneut ab. Stephanie Kelly, Senior Political Economist von Aberdeen Standard Investments, kommentiert das Votum des britischen Parlamentes:

Diese Abstimmung war bereits zum Scheitern verurteilt, bevor sie überhaupt stattgefunden hat. Denn DUP und European Research Group (Zusammenschluss der Brexit-Hardliner im Parlament) haben von vornherein klargestellt, dass sie den neuen Vorschlag nicht unterstützen würden. Das Pfund Sterling dürfte in den kommenden Tagen volatil bleiben, da für die Investoren noch die Entscheidungen ausstehen, ob das Parlament auch gegen einen No Deal-Brexit stimmen wird und ob Artikel 50 verlängert werden soll.

Es ist davon auszugehen, dass das Parlament mit großer Mehrheit den No Deal-Brexit ablehnt. Damit sind dann bis Ende der Woche die Voraussetzungen für die Annahme einer Verlängerung von Artikel 50 geschaffen. Das Pfund sollte sich in diesem Szenario gut entwickeln, da das technische Risiko eines No Deal nachlässt.

Die interessante Frage ist, wie lange die Verlängerung ausfallen und welche Konditionen die EU, wenn sie überhaupt zustimmt, verlangen wird, da der Aufschub einer einstimmigen Zustimmung in Brüssel bedarf. Dies wird die Reaktion des Marktes beeinflussen.

Eine weitere Volatilität des Pfunds ist während der Verlängerungsperiode wahrscheinlich, da die britische Politik in dieser Zeit mit einer möglicherweise bedeutenden Neuausrichtung konfrontiert ist und das Potenzial für eine weitere Abstimmung besteht. Insbesondere eine Parlamentswahl würde eine Herausforderung für Investoren darstellen: Während eine Labour-Regierung wahrscheinlich einen weicheren Brexit verfolgen würde, bereitet deren verstaatlichungspolitische Agenda vielen Investoren Sorgen.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Stephanie Kelly © Aberdeen Standard)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

13/03/19
Aviva Investors ernennt Global Head of ESG Research

Aviva Investors, die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva plc, ernennt Paul LaCoursiere zum Global Head of ESG Research, eine neu geschaffene Position innerhalb seines Global Responsible Investment Teams.

LaCoursiere berichtet an Steve Waygood, Chief Responsible Investment Officer, und wird für den Forschungsprozess im Bereich Environment, Social und Governance (ESG) verantwortlich sein. Dies schließt die Integration und Überwachung der ESG-Kriterien für Aktien und Kredite mit ein. Er wird gemeinsam mit Mirza Baig, Global Head of Governance, das Forschungsteam leiten. Baig ist neben seiner Verantwortung für alle Verwaltungs-, Abstimmungs- und Engagementaktivitäten auch für die ESG-Integration in den Portfolios Multi-Asset & Macro sowie Real Assets zuständig.

LaCoursiere verfügt über 17 Jahre Erfahrung in der Vermögensverwaltungsbranche und bekleidete in den letzten drei Jahren die Position des Global Head of Corporate Research bei Aviva Investors. Von 2010 bis 2013 hatte er bereits als Fixed Income Portfolio Manager für Aviva Investors gearbeitet und kehrte 2014 in das Unternehmen zurück, nachdem er ein Jahr lang bei Chicago Equity Partners als Managing Director und Senior Fixed Income Portfolio Manager tätig war.

Steve Waygood, Chief Responsible Investment Officer bei Aviva Investors, sagt: "In den letzten zwei Jahren haben wir unsere ESG-Research-Kapazitäten erheblich erweitert, von denen wir glauben, dass sie eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Aktienauswahl, der Portfoliokonstruktion und der risikoadjustierten Rendite für unsere Kunden spielen. Paul LaCoursiere verfügt über umfangreiche Erfahrung in den Bereichen Fondsmanagement, Investment Research und quantitative Analytik sowie über etablierte Beziehungen zu Portfoliomanagern und Analysten. Dies macht ihn zum hervorragenden Kandidaten für die Leitung des Teams in Zusammenarbeit mit Mirza Baig."

Nach LaCoursieres Ernennung wurden Oliver Judd und Kevin Gaydos zu Co-Heads of Credit Research ernannt, die beide über mehr als 20 Jahre Branchenerfahrung verfügen. Oliver Judd stieß 2006 zu Aviva Investors und wird weiterhin das Finanzteam in London leiten. Kevin Gaydos, mit Sitz in Chicago, ist seit 2008 bei Aviva Investors und verantwortet weiterhin die Leitung des Commodities and Industrials Teams.

https://www.fixed-income.org/   https://www.green-bonds.com/
(Foto: Paul LaCoursiere © Aviva Investors)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

12/03/19
BayernInvest: Alexander Mertz wird Sprecher der Geschäftsführung

Alexander Mertz wird zum 1. August 2019 Sprecher der Geschäftsführung der BayernInvest, der Asset Managementtochter der BayernLB. Mertz kommt von BlackRock, wo er seit 2017 als Chief Operating Officer (COO) für Deutschland, Österreich und Osteuropa tätig ist. Er folgt auf Dr. Volker van Rüth, der auf eigenen Wunsch und im allerbesten Einvernehmen im Laufe des Sommers ausscheiden wird. Gemeinsam mit Dr. Michael Braun und Marjan Galun bildet Alexander Mertz künftig das neue Führungsteam der BayernInvest.

Ralf Woitschig, Aufsichtsratsvorsitzender der BayernInvest und Kapitalmarktvorstand der BayernLB: „Mit Alexander Mertz haben wir einen sehr renommierten und hervorragend vernetzten Asset Management Spezialisten für den Chefposten bei der BayernInvest gewinnen können. Ich bin überzeugt, dass er das Profil der Gesellschaft weiter schärfen und die anerkannte Kundenkompetenz der BayernInvest im Asset Management und Master-KVG-Geschäft erfolgreich ausbauen  wird. Gleichzeitig danke ich Dr. van Rüth herzlich für seine erfolgreiche Tätigkeit bei der BayernInvest und wünsche ihm für seine berufliche und private Zukunft alles Gute“.

Mit Alexander Mertz (45) übernimmt ein ausgewiesener Kapitalmarktexperte die Leitung der BayernInvest. Bei BlackRock war Mertz ab 2008 als Leiter Portfolio Management und als Chief Investment Officer ETF & Index Investments für Anlagen in Aktien, Renten und Rohstoffe zuständig, bevor er 2017 COO und stellvertretender CEO der BlackRock Asset Management Deutschland wurde. Das Asset Management hat Mertz von der Pike auf gelernt. Der Diplom-Kaufmann startete seine Karriere in der Produktentwicklung der genossenschaftlichen Union Investment Gruppe und übernahm dort anschließend Fonds- und Führungsverantwortung im Rentenportfoliomanagement. Danach verantwortete Mertz bei der Deka Investment, dem Wertpapierhaus der Sparkassen, das Portfoliomanagement und die Investmentstrategie von Corporate Bond-Fonds für private und institutionelle Anleger.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Alexander Mertz © BayernInvest)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

11/03/19
T. Rowe Price: Countdown zum Brexit – Mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen

Dem Zeitplan nach verlässt das Vereinigte Königreich die Europäische Union (EU) am 29. März. Mit dem Austritt weniger als einen Monat entfernt, gebe es weiterhin eine Reihe möglicher Austrittsszenarien. Quentin Fitzsimmons, Fixed Income Portfolio Manager bei T. Rowe Price und in Großbritannien ansässiger Brexit-Experte, gibt einen Überblick über den aktuellen Stand.

Nach einer weiteren bemerkenswerten Woche in der britischen Politik hätten sich die Aussichten für das von Premierministerin May ausgehandelte und für tot erklärte Austrittsabkommen verbessert. „Denn die European Research Group (ERG) und die Democratic Union Party (DUP) könnten nun den Deal unterstützen“, so der Experte. Dieser mögliche Positionswechsel gehe auf das Bestreben der DUP und ERG zurück, dass Großbritannien die EU pünktlich zum 29. März verlasse. Für den Fall nämlich, dass ihr Abkommen nicht vom Parlament akzeptiert würde, habe Premierministerin May Anfang der Woche den Parlamentsabgeordneten die Möglichkeit eingeräumt, einen No Deal-Ausgang zurückzuweisen und eine begrenzte Verzögerung des Brexits zu erzwingen.

„Inzwischen unterstützt auch die oppositionelle Labour-Partei ein zweites Referendum zum Brexit, nachdem ihr alternativer Brexit-Plan vom Parlament nicht angenommen wurde“, sagt der Portfolio Manager. Die Labour-Partei werde nun wahrscheinlich versuchen, ein zweites Referendum zu fixieren, sobald Premierministerin May ihren Brexit-Deal voraussichtlich am 12. März erneut dem Parlament zur Abstimmung vorlegen werde. Bis dahin würden die Verhandlungen mit der EU fortfahren. „Es ist eher unwahrscheinlich, dass Brüssel große Zugeständnisse zum bestehenden Vertrag machen wird“, so der Experte. Werde der Deal dann erneut abgelehnt, werden die Abgeordneten am 13. März darüber abstimmen, ob sie einen No Deal-Brexit unterstützen. Sei das dann nicht der Fall, stimmten die Parlamentarier am 14. März über eine kurze, begrenzte Verlängerung von Artikel 50 ab.

Fitzsimmons sieht damit momentan vier denkbare Szenarien:

Austritt mit Mays Deal und einer Patronatserklärung zum Backstop
Das Parlament werde der modifizierten Version des Austrittsabkommens zustimmen, dass die britische Regierung mit der EU ausgehandelt hat. Großbritannien verlasse dann den Block am 29. März. „In diesem wahrscheinlichsten Szenario werden die britischen Anleihemärkte wahrscheinlich abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bleiben. Und unabhängig vom Ausgang des Brexits wird diese kaum stark sein“, so Fitzsimmons. Auch mit einem Deal treffe ein harter Brexit die Kreditmärkte, schaffe aber auch Investitionsmöglichkeiten bei Unternehmensanleihen, deren Bewertungen im Verhältnis zur Fundamentalqualität zu weit gefallen seien. Hinsichtlich des britischen Aktienmarktes stellt Fitzsimmons fest, dass dieser bereits abgewertet habe. „Die Akzeptanz von Premier Mays Deal würde mögliches Wertsteigerungspotential im Markt freisetzen, da dieser sich bereits auf die Möglichkeit eines ungeordneten Brexits vorbereitet habe“, erläutert der Portfolio Manager. Das Pfund Sterling werde indes von den Aussichten eines Deals über Wasser gehalten. „Allerdings ist das Austrittsabkommen keine ideale wirtschaftliche Lösung. Da das Pfund der Stoßdämpfer der britischen Wirtschaft bleibt, wird es vermutlich an Wert verlieren“, unterstreicht er. Wie hoch die Verluste ausfallen, werde davon abhängen, wie schnell das Vertrauen in die Wirtschaft wiederhergestellt werden könne. Die britische Wirtschaft könne sich schneller als erwartet erholen. „Das bedeutet, jede Schwäche des Pfunds oder britischer Assets könnte insgesamt kurzlebig sein“, prognostiziert Fitzsimmons. 
Eintrittswahrscheinlichkeit: 50%

Verlängerung von Artikel 50
„Die EU könnte einer Verlängerung des Artikel 50 zustimmen, um der britischen Regierung mehr Zeit zu verschaffen, einen Deal durch das Unterhaus zu bekommen“, so der Experte. Das umfasse auch die Möglichkeit, dass die britischen Wähler über den Deal in einem zweiten Referendum abstimmen könnten.
Eintrittswahrscheinlichkeit: 25%

No-Deal-Brexit am 29. März
Die britische Regierung schaffe es nicht, die Zustimmung des Parlaments für einen Deal zu bekommen und verlasse die EU am 29. März ohne geltende Übergangsregelungen sowie ohne Übergangszeitraum, der es der Wirtschaft und Bevölkerung erlaube, sich vorzubereiten. „In diesem Fall würde der Handel Großbritanniens mit der EU sofort den Regeln der WTO unterliegen“, sagt Fitzsimmons.
Eintrittswahrscheinlichkeit: 15%

Vorgezogene Neuwahlen
Scheitere die Regierung an der Durchsetzung ihres Deals, könnte sich Premierministerin May dazu entschließen, vorgezogene Parlamentswahlen anzusetzen, um die Mehrheit der regierenden konservativen Partei auszubauen. Das könnte es einfacher machen, einen Vertrag durchzubringen. „Voraussetzung dafür wäre eine Verlängerung von Artikel 50“, erklärt Fitzsimmons.
Eintrittswahrscheinlichkeit: 10%

https://www.fixed-income.org/
(Foto: © pixabay)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

08/03/19
LFDE: SRI und Performance schließen sich nicht aus

In der Diskussion um sozial verantwortliches Investieren (SRI – socially responsible investments) kommt immer wieder die Frage auf, ob nachhaltige Investitionen die Rendite schmälern. Das SRI-Team des französischen Vermögensverwalters LFDE – La Financière de l’Echiquier kann nun mit einer aktuellen Studie belegen, dass das Gegenteil der Fall ist:

„Investiert man systematisch in Unternehmen mit den besten ESG-Ratings, generiert man dauerhaft eine höhere Performance im Vergleich zu Anlagen in Unternehmen mit schlechten Ratings“, zieht Sonia Fasolo, Fondsmanagerin und Leiterin des SRI-Team bei LFDE, ein Fazit. Im neunjährigen Untersuchungszeitraum erzielte das Portfolio mit den besten ESG-Profilen eine um das 2,3-fache höhere Performance als das mit den schlechtesten ESG-Profilen.

Eine weitere Erkenntnis aus der Studie ist, dass alle drei Nachhaltigkeitsfaktoren – Umwelt, Soziales und Governance – auf lange Sicht einen Performance-Beitrag leisten. Zusammenfassend lieferte das Kriterium „Soziales“ den größten Performancebeitrag, während andererseits schlechte „Governance“-Ratings die Performance am stärksten beeinträchtigten.

Hinsichtlich der Risikoniveaus ließen sich abschließend betrachtet keine großen Unterschiede zwischen den Portfolios mit guten ESG-Ratings und jenen mit schlechteren Ratings feststellen. Aufgrund des Performancevorteils des TOP-ESG-Portfolios ergab sich unter dem Strich jedoch ein besseres Risiko-Ertrags-Verhältnis. Bei Marktrückgängen wirkte sich das dahingehend aus, dass die Portfolios mit den besten ESG-Ratings widerstandsfähiger waren als Portfolios mit schlechteren ESG-Ratings, wie Fasolo anfügt.

https://www.fixed-income.org/    https://www.green-bonds.com/ 
(Foto: Sonia Fasolo © LFDE)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

07/03/19
Investec AM zur EZB-Sitzung: Keine Hoffnung auf Entlastung des negativen Einlagezinses

Russell Silberston, Co-Head Developed Market FX & Rates bei Investec Asset Management kommentiert die Ergebnisse der heutigen EZB-Sitzung:

„In einem allgemein erwarteten Schritt wurden die Wachstumsprognosen der Europäischen Zentralbank für die Eurozone gesenkt und mit den jüngsten Herabstufungen der Europäischen Kommission in Einklang gebracht. Ihre Forward Guidance zu den Zinssätzen, die der EZB-Rat als geldpolitisches Instrument betrachtet, wurde verlängert, so dass die Zinssätze nun voraussichtlich mindestens bis Ende 2019 unverändert bleiben werden. Vor der Sitzung gab es intensive Spekulationen über die Fälligkeit der langfristigen Rückkaufgeschäfte in 15 Monaten, deren Scheitern die finanziellen Bedingungen verschärfen würde. Der Präsident räumte diese Befürchtungen aus, indem er im Voraus ankündigte, dass diese Möglichkeit tatsächlich eingeführt wird, jedoch zu weniger großzügigen Bedingungen. Schließlich wurden die Hoffnungen des Bankensektors auf eine Entlastung des negativen Einlagenzinses der EZB zunichte gemacht, da der EZB-Rat nach wie vor der Ansicht ist, dass die Vorteile einer sehr lockeren Geldpolitik die Kosten für die Banken überwiegen, die durch die Platzierung großer Mengen überschüssiger Reserven in der Bilanz der EZB bei -0,4% entstehen.

Was die Marktreaktion betrifft, so war dies im Vergleich zu den Erwartungen gemäßigt, da viele Marktteilnehmer nicht damit gerechnet haben, dass die neuen TLROs bei diesem Treffen angekündigt werden. Der Euro ist also niedriger und die Rentenmärkte haben sich erholt, während sich die Credit Spreads leicht verringert haben.“

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Russell Silberston © Investec AM)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

07/03/19
BNP Paribas Asset Management ernennt Ingo Ahrens zum Head of Germany

BNP Paribas Asset Management hat Ingo Ahrens zum Head of Germany ernannt. In dieser Funktion wird er das Geschäft mit institutionellen, Wholesale- und Privatkunden leiten.

Ahrens berichtet an Charles Janssen, Head of Northern Europe und Co-Head of Distribution Europe, und auf lokaler Ebene an Lutz Diederichs, Chairman des Group Management Board BNP Paribas Germany. Ahrens startet am 1. April und sitzt in Frankfurt am Main.

Wir haben das Ziel, in Deutschland spürbar im Asset Management zu wachsen und die Wahrnehmung für unsere Investmentprodukte im Markt zu stärken”, erklärt Lutz Diederichs. „Deshalb freuen wir uns, mit Ingo Ahrens einen Asset-Management-Profi an Bord zu holen.

Charles Janssen kommentiert: Ingo hat langjährige Erfahrungen in unserer Industrie und verfügt über ein fundiertes Wissen über Kunden und Anlageklassen, insbesondere über Multi-Faktor-Lösungen und ESG Investments, eine Kernexpertise von BNP Paribas Asset Management.

Ahrens kommt von Robeco, wo er 11 Jahre lang als Head of Germany sowohl das institutionelle als auch das Wholesale-Geschäft aufgebaut hat. Zuvor bekleidete er unterschiedliche Positionen in der Finanzindustrie.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Ingo Ahrens © BNP Paribas Asset Management)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

06/03/19
Schaeffler plant Anleiheemission

Der weltweit tätige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler plant in Abhängigkeit von den Marktbedingungen auf Basis der Gesamtjahreszahlen 2018 die Begebung von Investment-Grade-Anleihen. Für die Begebung der Anleihen wurde ein Anleiheprogramm mit einem Volumen von bis zu 5 Milliarden Euro (Debt Issuance Programme) etabliert, über das Investment-Grade-Anleihen am Fremdkapitalmarkt platziert werden können.

Schaeffler wird seit dem vergangenen Jahr von allen drei international anerkannten Ratingagenturen Fitch ("BBB-"), Moody’s ("Baa3") und Standard & Poor’s ("BBB-") als Investment Grade eingestuft. Die Ratings bestätigen die starke Bilanz und die Kapitalkraft der Schaeffler Gruppe.

Die Konzernfinanzierung von Schaeffler besteht aktuell aus Bankkrediten sowie aus teilweise vorzeitig kündbaren High-Yield-Anleihen. Eine Transformation der Finanzierungsstruktur und die langfristige Etablierung im Investment Grade schaffen weitere operative und finanzielle Handlungsräume, mit denen die Umsetzung der Wachstumsstrategie von Schaeffler unterstützt werden soll.

Dietmar Heinrich, Finanzvorstand der Schaeffler AG, sagte: "Die Schaeffler Gruppe hat ihre Finanzierungsstruktur in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt. Mit der geplanten Begebung von Investment-Grade-Anleihen setzen wir diesen Weg fort und wollen uns langfristig in diesem Marktsegment etablieren".

https://www.fixed-income.org/
(Foto: © Schaeffler)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

05/03/19
Chinesische Offshore-Anleihen dürften 2019 mehr internationales Kapital anziehen

Auf US-Dollar lautende chinesische Anleihen sind derzeit aus mehreren Gründen attraktive Anlagen. Die Arbitrage-Möglichkeit, die sich aus der hohen Renditedifferenz zwischen chinesischen Onshore- und Offshore-Titeln (Anleihen chinesischer Unternehmen, die abseits des Marktes in Festlandchina verkauft werden) ergibt, lässt diese auf US-Dollar lautenden Unternehmensanleihen im Vergleich zu Inlandsanleihen attraktiv erscheinen. Die Renditedifferenz zwischen diesen beiden Titeln lag im Hochzinssegment mit rund 4% fast auf einem Dreijahreshoch – trotz der in letzter Zeit erfolgten Rally bei chinesischen Offshore-Hochzinsanleihen. Zudem werden die Renditen von Lokalwährungsanleihen weiter dadurch gedrückt, dass Chinas Behörden Liquidität in das Finanzsystem des Landes gepumpt haben, um die nachlassende Konjunktur anzukurbeln.

Eine wichtige Auswirkung der Renditedifferenz ist, dass Unternehmen seit dem 2. Halbjahr 2018 Zugang zu günstigeren Krediten haben. Somit war das von internationalen Anlegern wahrgenommene Risiko sehr hoch. Wir finden diese Renditedifferenz sehr beruhigend, denn nach unserer Einschätzung dürfte der Umstand, dass die Emittenten im Inland Zugang zu günstigeren Finanzierungen haben, die Befürchtungen rund um Refinanzierungsrisiken und Ausfälle zerstreuen.

Das bedeutet auch, dass wir als Anleger von potenziell höheren Renditen am Markt für USD-Anleihen profitieren können. Da sich der CNY in letzter Zeit stabil zeigte, nutzten Onshore-Käufer diese Arbitrage-Möglichkeit wie erwartet aus.

Wachsende Marktreife erhöht Attraktivität für internationale Investoren

Eine Reihe weiterer Faktoren dürften sich ebenfalls positiv auf den Markt für chinesische Offshore-Anleihen auswirken. Das Bond-Connect-Programm, über das ausländische Anleger Anleihen, die an Chinas Interbanken-Anleihenmarkt gehandelt werden, direkt über die Börse Hongkong kaufen können, feierte im vergangenen Jahr sein einjähriges Bestehen und wächst weiter dynamisch. Obwohl Bond Connect nur den Kauf von Onshore-Anleihen ermöglicht, ist es jedoch für Käufer von Offshore-Anleihen insofern bedeutsam, dass sich Unternehmen über den Onshore-Markt günstiger refinanzieren können. Dadurch sind die Refinanzierungsrisiken und Finanzierungskosten geringer. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Bonität aus. Im August ging die Abwicklung auf DVP (Delivery versus Payment)-Basis an den Start. Dadurch wurde eine hohe Hürde beseitigt, die bislang verhinderte, dass das Programm mehr ausländische Anleger anziehen konnte. Zahlungen für Anleihen sind nun zum Zeitpunkt der Auslieferung fällig, was die Abwicklungsrisiken erheblich mindert. Zuvor war bereits der Startschuss für Blocktrade-Allokationen gefallen, die es Vermögensverwaltern ermöglichen, Blocktrades mehreren Kundenkonten zuzuordnen. Zudem können Anleger an diesem Markt direkt über Bloomberg-Terminals handeln; die Kursstellung in Echtzeit erhöht die Anlegerfreundlichkeit zusätzlich.

Daneben hat Standard & Poor´s als erste ausländische Ratingagentur grünes Licht von der People´s Bank of China erhalten, künftig die Bonität der Emittenten am Onshore-Anleihenmarkt zu beurteilen. Dies verbessert die Transparenz sowie den Zugang und der Markt erreicht dadurch einen höheren Entwicklungsstand.

Ein weiteres Plus ist der Umstand, dass chinesische Anleihen ab April dieses Jahres erstmals in den Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index aufgenommen werden sollen. China wird in diesem Index letztendlich mit rund 6% gewichtet sein. Dadurch wird sich der Markt noch weiter öffnen und Mittelzuflüsse von Indexanlegern in Lokalwährung anziehen. Dies wird der Bekanntheit und Attraktivität des chinesischen Anleihenmarktes zugutekommen.

China kann es sich nach unserer Einschätzung leisten, sich vorerst nicht mit seiner Schuldenlast zu beschäftigen. Mittel- bis langfristig wird es aber erforderlich sein, dass die Unternehmen ihre Schulden abbauen. Zudem werden ein effektiverer geldpolitischer Mechanismus und effizientere Prozesse zur Reallokation von Ressourcen notwendig sein. Wir bleiben jedoch zuversichtlich, dass die Behörden das Tempo der Verlangsamung steuern können.

Wir sind überzeugt, dass ein spannender Wendepunkt in der Entwicklung des chinesischen Anleihenmarktes vor uns liegt. Mehr internationale Investments dürften zu einer höheren Glaubwürdigkeit, mehr Liquidität und einem höheren Entwicklungsstand führen – für einen Markt mit enormem Potenzial. Wir behalten die Entwicklung weiterhin sehr genau im Auge, um die sich ergebenden Chancen zu nutzen.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Amy Kam © GAM)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

04/03/19
Janus Henderson Investors legt Absolute Return Income Fund für europäische Anleger auf

Festverzinsliche Absolute Return-Anlageprodukte sind attraktiv für Anleger, die stabile Renditen bei geringer Volatilität suchen. Für diese Anleger hat Janus Henderson Investors nun den Janus Henderson Absolute Return Income Fund (EUR) aufgelegt (ISIN IE00BJ4SQF98). Der Fonds hat OGAW-Status, ist in Euro notiert und in Dublin domiziliert. Er ist in verschiedenen Märkten in ganz Europa zum Vertrieb zugelassen und ergänzt den bereits vorhandenen, auf US-Dollar basierenden Absolute Return Income Fund.

Der Fonds wird gemanagt von einem Team mit langjähriger Erfahrung in Steuerung festverzinslicher Absolute-Return-Strategien. Diese reicht zurück bis in das Jahr 2006, in welchem Nick Maroutsos und Kumar Palghat die auf globale festverzinsliche Absolute-Return-Instrumente spezialisierte Kapstream-Gruppe gründeten. Der neue Fonds wird denselben Investmentansatz nutzen wie die bestehende Absolute-Return-Income-Strategie.

Co-Manager des Fonds sind Nick Maroutsos, Co-Head of Global Bonds, und die Portfoliomanager Dan Siluk und Jason England. Unterstützt werden sie von einem Team mit einer durchschnittlichen Investmenterfahrung von 18 Jahren.

Der Fonds strebt positive Renditen unabhängig vom vorherrschenden Marktumfeld an. Niedrige Volatilität und Kapitalstabilität stehen im Fokus, werden aber nicht garantiert. Im Kern besteht der Fonds aus global diversifizierten Investment-Grade-Wertpapieren mit kürzerer Laufzeit. Diesen wird eine kleine Zahl derivatebasierter Strategien beigemischt, um die Verlustrisiken zu steuern und zusätzliche Erträge zu generieren.

Nick Maroutsos, Co-Head of Global Bonds, sagte: „Unser Ziel sind positive Erträge, wobei wir jedoch besonderen Wert auf niedrige Volatilität und eine geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen legen. Wir beginnen bei Null ohne die starren Vorgaben einer Benchmark und suchen weltweit nach Möglichkeiten, laufende Erträge zu generieren und Bewertungsunterschiede zu nutzen. Die Auflage dieses Fonds erlaubt es uns; bestehende Anlageschwerpunkte zu optimieren, dabei bestmögliche risikoadjustierte Renditen für europäische Anleger zu erzielen.“

Ignacio de la Maza, Head of Continental Europe Wholesale & LatAm, ergänzte: „Wir freuen uns, unsere bewährte Absolute-Return-Income-Strategie nun auch in einer Form anzubieten, die für Kunden in Europa attraktiv ist. Dieser Fonds ist die passende Ergänzung zu herkömmlichen benchmarkorientierten Rentenfonds für Anleger in der Eurozone, die sich nach wie vor mit Negativzinsen konfrontiert sehen.“

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Nick Maroutsos © Janus Henderson)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

04/03/19
DJE – Intercash wird DJE – Short Term Bond

Mit Beschluss der DJE Investment S.A., Tochter der DJE Kapital AG, heißt der Rentenfonds DJE – InterCash seit 1. März  DJE – Short Term Bond (ISIN: LU0159549814). Da der Investitionsschwerpunkt vorwiegend auf Anleihen, etwa Unternehmens-, Staatsanleihen und Pfandbriefe, in Euro mit kürzeren Laufzeiten liegt, entspricht der neue Name besser dem Anlagekonzept. Im Mittelpunkt steht weiterhin eine möglichst stabile Wertentwicklung. Damit ändert sich auch unter dem Namen DJE – Short Term Bond nichts an der bewährten und breit diversifizierten Anlagestrategie. Manager sind weiterhin Dr. Jens Ehrhardt und Michael Schorpp.

Thorsten Schrieber, im Vorstand verantwortlich fu?r Vertrieb, Sales Support sowie Marketing und PR, sagt: „Da uns Transparenz und Verständlichkeit auch über unsere gesamte Fondspalette hinweg sehr wichtig sind, haben wir diese Umbenennung vorgenommen. Der neue Titel sagt Anlegern direkt, was diesen Fonds auszeichnet – und dass seine Stärken insbesondere im Anleihensegment liegen.“

Über die Dr. Jens Ehrhardt Gruppe
Die DJE Kapital AG ist seit rund 45 Jahren als unabhängige Vermögensverwaltung am Kapitalmarkt aktiv. Das Unternehmen aus Pullach bei München verwaltet mit über 125 Mitarbeitern (davon rund 25 Fondsmanager und Analysten) aktuell über 12,1 Milliarden Euro (Stand: 28.02.2019) in den Bereichen individuelle Vermögensverwaltung, institutionelles Asset Management sowie Publikumsfonds. Zudem bietet die DJE Kapital AG seit 2017 mit Solidvest eine einzeltitelbasierte Online-Vermögensverwaltung an – als digitale Lösung im Rahmen aktiv gemanagter Depots. Das Online-Konzept basiert auf den breiten Kompetenzen in Vermögensverwaltung und Anlagestrategie der DJE Kapital AG – und ermöglicht ein diversifiziertes Portfolio nach individuellem Rendite-Risiko-Profil mit persönlichen Themenschwerpunkten im Aktienbereich. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Jens Ehrhardt, sein Stellvertreter Dr. Jan Ehrhardt. Kern des Anlageprozesses und aller Investmententscheidungen ist die FMM-Methode (fundamental, monetär, markttechnisch), welche auf dem hauseigenen, unabhängigen Research basiert. Der Anspruch der DJE Kapital AG ist, ihren Kunden weitsichtige Kapitalmarktexpertise in allen Marktphasen zu bieten.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Thorsten Schrieber
© DJE Kapital AG)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

04/03/19
Alexander Höptner ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Börse Stuttgart

Alexander Höptner (48) wurde mit sofortiger Wirkung zum Vorsitzenden der Geschäftsführung der Boerse Stuttgart GmbH sowie zum Vorstandsvorsitzenden der EUWAX AG bestellt. Dies haben die Aufsichtsräte der beiden Gesellschaften beschlossen. Höptner verantwortete bei der Boerse Stuttgart GmbH seit Januar 2017 das Ressort Sales/IT und seit Januar 2019 das Ressort Primärmarkt, Kommunikationspolitik und Digitalisierung. Er wurde im Januar 2018 zum Sprecher der Geschäftsführung und auch zum Sprecher des Vorstands der EUWAX AG berufen.

„Alexander Höptner bringt seit zwei Jahren mit seiner Arbeit unseren Börsenplatz voran. Neben seinen Führungsaufgaben hat er insbesondere die Endkunden- und Digitalisierungsstrategien der Gruppe Börse Stuttgart entwickelt und die Umsetzung der ersten Schritte eng begleitet. Seine Ernennung zum Vorsitzenden der Geschäftsführung unterstreicht, dass wir den eingeschlagenen Weg als die Privatanlegerbörse Deutschlands in den wesentlichen Assetklassen mit Herrn Höptner als führendem Kopf weitergehen“, sagt Dr. Michael Völter, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Boerse Stuttgart GmbH und der EUWAX AG.

Gleichzeitig wurde Stefan Bolle (44) ab sofort zum stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsführung der Boerse Stuttgart GmbH sowie des Vorstands der EUWAX AG bestellt. Er verantwortet dort jeweils das Ressort Finanzen/Compliance. Neben Alexander Höptner und Stefan Bolle gehört Dragan Radanovic beiden Leitungsgremien an und verantwortet das Ressort Märkte & Börsenbetrieb, zu dem auch die Abteilung Sales gehört.

Über die Börse Stuttgart
Die Börse Stuttgart ist die Privatanlegerbörse und der führende Parketthandelsplatz in Deutschland. Private Anleger können in Stuttgart Aktien, verbriefte Derivate, Anleihen, ETFs, Fonds und Genussscheine handeln – mit höchster Ausführungsqualität und zu besten Preisen. Im börslichen Handel mit Unternehmensanleihen ist Stuttgart Marktführer in Deutschland, bei verbrieften Derivaten europäischer Marktführer. Im hybriden Marktmodell der Börse Stuttgart sind Handelsexperten in den elektronischen Handel eingebunden. Sie spenden bei Bedarf zusätzliche Liquidität und sorgen für eine zuverlässige und schnelle Orderausführung. Für Anlegerschutz und Transparenz greifen alle Regulierungs- und Kontrollmechanismen einer öffentlich-rechtlichen Börse. Mit einem Handelsvolumen von rund 71 Milliarden Euro in allen Anlageklassen im Jahr 2018 liegt die Börse Stuttgart an zehnter Stelle in Europa.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Alexander Höptner © Börse Stuttgart)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

01/03/19
Trotz Stolpersteinen: Schwellenländer im Aufwind

2018 war auch für die Schwellenländer herausfordernd. Für 2019 bleiben wir bei einer ausgeglichenen Einschätzung, halten diese Anlageklasse aber für grundsätzlich interessant. Was steht hinter dieser Ansicht?

1. Trotz der Herausforderungen im Jahr 2018 sind die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der meisten Schwellenländer nach wie vor solide. Vor allem, wenn man sie mit der Phase nach dem Taper Tantrum im Jahr 2013 vergleicht, währenddessen es zu starken Kursverwerfungen in den Schwellenländern kam.

2. Die Außenhandelsbilanzen in der Region haben sich verbessert. In diesem Zusammenhang bewerten wir das Risiko, dass es durch straffere Finanzierungsbedingungen zu einer bedeutenden Destabilisierung kommt, als begrenzt. Die Fed wird die Zinsen voraussichtlich weiter anheben, wenngleich die Märkte momentan einen weniger straffen Kurs als noch im letzten Jahr erwarten.

3. Auch wenn der US-Protektionismus allgegenwärtig erscheint, dürfte er sich von Land zu Land sehr unterschiedlich auswirken. So haben z.B. Länder wie Mexiko durch die US-Strafzölle auf chinesische Importwaren Marktanteile hinzugewonnen. Im Wesentlichen sind die Schwellenländer weiterhin ein größtenteils binnenorientierter Markt. Viele Länder erzielen nur etwa 8 Prozent ihrer Gesamtumsätze in den USA.

Nachfolgend gehen wir beispielhaft auf zwei Schwellenländer ein, die unsere aktuelle Sicht auf die Anlageregion veranschaulichen: Indien, das nach einer heftigen Baisse im letzten Jahr wieder in die Spur zu kommen scheint, und Brasilien, dessen politische Unsicherheiten langsam nachlassen.

Länderausblick Indien

Durch das Zusammenwirken globaler und regionaler Faktoren im Verlauf des letzten Jahres wurden indische Aktien stark abverkauft. Da im Frühjahr Parlamentswahlen stattfinden, dürfte der Markt volatil bleiben und die Stimmung zumindest zum Teil vom potenziellen Wahlausgang abhängen. Das gilt, selbst wenn historische Daten nahelegen, dass Wahlergebnisse kaum Einfluss auf den langfristigen Erfolg des indischen Aktienmarktes haben. Zum jetzigen Zeitpunkt deuten die Umfragen darauf hin, dass Modi und die Bharatiya Janata Party (BJP) für eine zweite Amtszeit einen Sieg davontragen, obwohl ihre Mehrheit deutlich geringer ausfallen könnte als 2014. Natürlich müssen wir das endgültige Ergebnis und eine etwaige Bildung einer Regierungskoalition noch abwarten. Sollte die Wahl aber entsprechend ausgehen, wäre das aus unserer Sicht mittelfristig eine gute Nachricht für die indische Wirtschaft.

Viele der negativen Faktoren des vergangenen Jahres sind in letzter Zeit in den Hintergrund gerückt – die Ölpreise liegen rund 40 Prozent unter ihrem Höchststand von 2018 und der Zinsausblick in den USA ist weniger straff. Aus unserer Sicht sind die makroökonomischen Fundamentaldaten Indiens trotz der jüngsten Herausforderungen nach wie vor solide. Die beschriebenen Entwicklungen sollten dem Land im Laufe des aktuellen Jahres eine Atempause verschaffen. Was die Aktienmärkte betrifft, so sind die Ertragsaussichten immer noch günstig, weil die Binnenwirtschaft weiterhin vom Bürokratieabbau, der vereinfachten Steuerstruktur, weiteren Infrastrukturinvestitionen und umfassender fiskalpolitischer Unterstützung profitiert. Wir sind zuversichtlich, dass das Gewinnwachstum indischer Unternehmen wieder zum historischen Durchschnitt von rund 15 Prozent zurückfindet. Von daher ist es ermutigend, dass die Unternehmensergebnisse der letzten Quartale besser ausgefallen sind, als der Markt erwartet hatte.

Die Schlussfolgerungen für die Anlagestrategie:

• Im Vergleich zum Large-Cap-Segment haben Small- und Mid-Cap-Aktien kurzfristig nachgelassen. Wir sehen dort aber immer noch zahlreiche Möglichkeiten. Grund hierfür ist die weiterhin hohe Ineffizienz im SMID-Cap-Bereich und die Kursrücksetzer im letzten Jahr, die zur Normalisierung der Bewertungen beigetragen haben.

• Interessante Anlagemöglichkeiten eröffnen sich nach wie vor in inländisch orientierten Sektoren wie dem Baustoff-, Industrie- und Konsumgütersektor.

• Zudem sehen wir selektiv Möglichkeiten bei Finanzwerten. Sie profitieren von der wachsenden finanziellen Inklusion und der größeren Integration des ländlichen Raums.

Länderausblick Brasilien

2018 war für Brasilien ein besseres Jahr als für die meisten Schwellenländer. Das größte Land Lateinamerikas hat im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabile Erträge erwirtschaftet. Begünstigende Faktoren waren 1) der Schuldenabbau in der Wirtschaft insgesamt, 2) die Verbesserung der geld- und außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte und 3) die positive Reaktion der Märkte auf die Wahl von Jair Bolsonaro. Auch wenn der genaue politische Kurs des neuen Präsidenten noch nicht ganz klar ist, wurden seine ersten politischen und personellen Entscheidungen weitgehend positiv von den Märkten aufgenommen. Die neue Regierung hat zudem eine Reformagenda erarbeitet. Hierzu zählen wichtige Steuerreformen sowie die Umstrukturierung des Rentendefizits, eine Verbesserung der Effizienz der Bundesregierung, die Privatisierung staatlicher Unternehmen und die Gewährleistung der Unabhängigkeit der Zentralbank.

Außerdem entwickelt sich der Konsum weiter solide. Das geht auf die anhaltende binnenwirtschaftliche Erholung, das günstige Inflationsumfeld und das höhere Verbrauchervertrauen nach der Wahl zurück. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass durch die erhöhte Volatilität Chancen für Investoren entstehen, die aktiv solide Unternehmen mit attraktiven Bewertungen identifizieren können.

Die Schlussfolgerungen für die Anlagestrategie:

• Bei ausgewählten Finanzwerten ergeben sich für uns interessante Anlageideen. Das sind beispielsweise Versicherer, die von strukturellen Faktoren wie dem demografischen Wandel profitieren.

• Wir sind auch nach wie vor von den brasilianischen Börsen überzeugt. Ihr Geschäftsmodell erscheint uns schon sehr lange attraktiv, denn sie bewegen sich in einer monopolartigen Struktur, generieren einen starken Cash-Flow und profitieren tendenziell von Phasen mit erhöhter Volatilität.

• Außerdem mögen wir qualitativ hochwertige Unternehmen aus der Gesundheitsbranche, wo die Eintrittsbarrieren nach wie vor hoch sind.

Goldman Sachs Asset Management (GSAM) ist die Vermögensverwaltungssparte der Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE: GS). Per 31. Dezember 2018 belief sich das von diesem Geschäftsbereich verwaltete Vermögen auf rund 1,3 Billionen US-Dollar. GSAM bietet seit 1988 diskretionäre Anlageberatungs- und -verwaltungsdienstleistungen an und verfügt über Anlageexperten in allen großen Finanzzentren weltweit. Das Unternehmen bietet institutionellen und privaten Kunden weltweit Anlagestrategien in einer Vielzahl von Anlageklassen. Goldman Sachs wurde 1869 gegründet und ist ein führendes Unternehmen, das weltweit in den Bereichen Investment Banking, Wertpapiere und Anlageverwaltung tätig ist. Goldman Sachs verfügt über einen umfangreichen und diversifizierten Kundenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitute, staatliche Stellen und sehr vermögende Privatkunden gehören, und bietet ein breites Spektrum von Finanzdienstleistungen an.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Hiren Dasani
© Goldman Sachs Asset Management)

Quelle: fixed-income.org – Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.